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Alkoholfreier Wein im Trend Trocken trinken

Die Zeit der festlichen, üppigen Küche bricht an – und damit fast zwangsläufig auch die des verstärkten Weinkonsums. Doch immer mehr Kunden suchen nach leichteren Alternativen oder greifen gleich zum alkoholfreien Wein. Eine Verkostung.

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Deftige Küche, schwere Weine: Die winterlichen Festtage sind für viele willkommener Anlass für lustvolle Völlerei. Doch es gibt eine Gegenbewegung: Immer mehr Menschen greifen zu leichterem oder gar ganz alkoholfreiem Wein.

Quelle: Roberta Sorge

Wir leben in verwirrenden Zeiten. Es gibt Eierkuchen ohne Ei, Brot ohne Mehl und Schnitzel ohne Tier. Nudeln werden aus Gemüse hergestellt. Pizza ohne Käse gebacken. Nichts ist so, wie es scheint, im Supermarkt und vermutlich auch sonst auf der Welt. Nun liegt also noch Wein ohne Alkohol im Trend – und der ist dann bitte nicht mit Traubensaft zu verwechseln. Das wäre auch irgendwie zu einfach.

Denn hergestellt werden alkoholfreie Weine grundsätzlich wie herkömmliche. Nur am Ende folgt ein zusätzlicher Verarbeitungsschritt. "Vor dem Abfüllen wird durch die sogenannte Vakuumdestillation der Alkohol entzogen", sagt Wolfgang Hofmann vom Weingut Raßkopf-Hofmann in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz.

Der Winzer erwärmt dazu den Wein und senkt den Siedepunkt des Alkohols auf 28 Grad Celsius unter Vakuum. Dadurch entweicht der Alkohol auf schonende Weise. "Der Geschmack und die Aromen bleiben erhalten." Außerdem ist der Zeitpunkt der Weinlese wichtig. Je früher gelesen wird, desto weniger Zucker ist im Most und so am Ende auch weniger Alkohol im Wein.

Heiße Sommer, schwere Weine

2015 war zum Beispiel ein sehr heißer Sommer. Das hat zu einer intensiven Zuckerproduktion in den Trauben geführt. Deshalb mussten die Trauben früh gelesen werden, um am Ende ein fruchtig leichtes Aroma im Wein zu bekommen. Doch nicht jede Rebsorte eignet sich für die alkoholfreie Variante. Beim Rotwein sind es Cabernet Sauvignon, Merlot, Shiraz und Tempranillo. Beim Weißwein Riesling, Scheurebe, Grüner Veltliner, Muskateller und Chardonnay.

Alkoholfreie und leichte Weine gelten inzwischen als echte Alternative. "Nicht nur deutschlandweit, sondern auch in England oder in der Schweiz ist dieser Trend stark im Kommen", sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim.

Vor allem jüngere Konsumenten wollen sich gesünder ernähren, eine leichtere Küche genießen und auf belastende Weine verzichten. Deshalb achten sie beim Kauf darauf, welcher Alkoholgehalt auf einer Flasche Wein angegeben ist. Zudem gibt es zahlreiche Kunden, die aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen auf Alkohol verzichten.

Wein ohne Alkohol ist kein Wein

Die Angabe, wie viel Alkohol in einem Wein enthalten ist, findet der Verbraucher auf dem Etikett. Dort ist die Menge des enthaltenen Alkohols in Volumenprozent angegeben. Generell dürfen alkoholfreie Weine nicht mehr als 0,5 Volumenprozent enthalten. In der Regel ist es aber noch weniger. Das heißt, obwohl ein Wein als alkoholfrei bezeichnet wird, sind Spuren von Alkohol vorhanden. Weißweine sind tendenziell leichter. Es gibt sie inzwischen auch mit 9 Prozent Alkohol.

Allerdings: Im Sinne des Weingesetzes ist die alkoholfreie Variante gar kein Wein. Der muss mindestens 7 Prozent Alkohol besitzen, um als Wein gelten zu dürfen. Normalerweise besitzen Weine etwa 10 bis 12 Prozent. Rotweine mit 11 Prozent Alkohol oder darunter sind eher die Ausnahme. Sie liegen in der Regel bei 12 bis 14 Prozent. Na, dann Prost.

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