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Kolumnen Abenteuer Dänemark
Sonntag Kolumnen
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20:00 26.05.2017
Weite Sandstrände, gemütliche Holzhäuser und Smørrebrød: Dänemark mag nicht zu den aufregendsten Urlaubszielen gehören – aber genau das ist ja so toll. Quelle: Fotolia
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Hannover

Ich muss etwas gestehen. Es ist mir ein bisschen peinlich, aber so sind nun mal die Fakten: Wir fahren im Urlaub nach Dänemark. Nur nach Dänemark. Ein ganz normaler Urlaub. Zwei Wochen im Ferienhaus mit zwei Kindern. Es ist ja nicht mehr normal heute, einfach nur nach Dänemark zu fahren.

Man fährt heute vier Wochen im Eselskarren durch morastige Krisenländer und spielt vielsaitige Musikinstrumente aus toten Gürteltieren. Man macht vegane Trekkingtouren durch den Himalaya, drei Wochen nach der Entbindung von Kind Nummer sechs, mit dem Baby in der Trage und der Oma im Anhänger.

Man mietet Hausboote auf dem Yukon und sucht Gold, bis die Knie bluten. Man lernt Dudelsackspielen im schottischen Hochland inklusive Grundkurs “Schnapsbrennen für Schulkinder“. Man lernt armenisch Kochen und Sprachen mit Klicklauten. Man bucht Familienrundreisen durch Tansania und Sansibar inklusive Kilimandscharo, Serengeti, Ngorongoro-Krater, Jeepsafari mit dem E-Mobil plus Wellness in Sansibar für nur 4500 Euro pro Person. Wichtig ist: Man ist aktiv. Bloß nicht erholen.

Dänemark muss man nicht planen

Dänemark ist nicht aktiv. Dänemark ist ganz normal. Ich bin im Urlaub gerne ganz normal. Dänemark muss man nicht planen. Weil ich keine Pläne mag, fahre ich nach Dänemark. Dänemark ist die Wurststulle unter den Sommerurlaubszielen.

Und Dänemark hat seine Vorzüge: Dänemark ist nicht weit weg. In Dänemark gibt’s Legoland. Dänen lügen nicht. Und man lernt keine exotischen Idiome mit Klicklauten, sondern eine Sprache, die klingt, als wäre sie unglücklich die Treppe heruntergefallen.

170 Meter kriegt jeder hin

Dänisch hört sich an wie die Folge von zu viel Schnapsbrennen und Dudelsack spielen. Bestimmte Umlaute in Dänemark dürfen Schwangere und ältere Menschen nur unter ärztlicher Aufsicht aussprechen. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit gering, von Piraten gekidnappt oder von einem umstürzenden Felsmassiv erschlagen zu werden. In Dänemark gibt’s keine Piraten und keine Felsmassive. Höchstens aus Lego.

Der höchste echte Berg ist 170 Meter hoch. In Dänemark Bergsteigen ist wie betrunken tanzen: Das kriegt jeder hin. Und einen Ngørongørø-Kråter gibt’s auch nicht. Nur zehn Millionen Löcher, die zehn Millionen Papas mit ihren Kindern in den Sandstrand buddeln. Wie wilde Tiere am Wasserloch. Nur eben mit Erdbeereis und Pommes. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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