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Kolumnen Anprall mit Waschbär
Sonntag Kolumnen
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10:13 15.03.2016
Von Uwe Janssen
Pelzige Versicherungsfälle: Waschbären sind niedlich, extrem neugierig und können für nicht unerheblichen Schaden und Schrecken sorgen. Quelle: Andy Langager / CC BY NC 2.0
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Sind Unterlagen auch noch Unterlagen, wenn sie oben liegen? Wann sonst sollte man sich mit solchen unterschätzten Fragen auseinandersetzen, wenn nicht beim alljährlichen Abheftmarathon, dem Home Office Day. Wenn es mal wieder darum geht, im Arbeitszimmer wichtige Zuwegungen frei zu schlagen.

Da fallen einem tolle Sachen in die Hände, Rechnungen, die wie Fotos Erinnerungen an früher wecken. Oder Versicherungsdokumente, die seit Jahren geduldig in einem Schuhkarton ihrer Verschlagwortung harren. Um endlich ein aktenwürdiges Leben führen zu können, anstatt ein Dasein als Zettel in einer Loseblattunterkunft zu fristen und auf den Vergilbungstod zu warten, während seine Online-Klone im Rampenlicht stehen.

Von Anprall und Überschall

Falls einem so ein Dokument in die Hände fällt, Hausratversicherung zum Beispiel – lesen! Das ist spannend. Beiläufig erfährt man, dass man auch gegen Schäden versichert ist, die man überhaupt nicht kannte. Fahrzeuganprall zum Beispiel.

Für die meisten Menschen ist "Aufprall" die einzige bekannte jugendfreie Spielart in der Terminologie des Begriffs "Prall". Versicherungsmenschen und Juristen kennen auch Anprall, einen Unfall, der im Gegensatz zu Unprall, Zuprall und Einprall mitversichert ist, wenn man möchte. Ist alles eine Frage der Zahlungswilligkeit.

Das gilt in gleichem Maße für Tierschäden. Wenn man Gefährdungspotenzial sieht, kann man – zwischen den Versicherungsleistungen "Überschallknall" und "Telefonmissbrauch nach Einbruch" – die Option "Beschädigungen durch Marder und Waschbären" wählen. Da sagt man als Bewohner einer innerstädtischen Obergeschosswohnung gern mal überhastet "Nein", nur, weil einem noch kein Waschbär im Treppenhaus begegnet ist.

Widerspenstiges Wildtier

Doch man sollte den Fakten ins Auge sehen. Unsere Welt wird unberechenbarer. Terror, Zika-Virus und Leitzinspolitik sind ständig im Fernsehen, Waschbären nicht. Aber sind sie deshalb ungefährlicher? Waschbären, heißt es, werden immer häufiger in Innenstädten angetroffen, weil sie in Mülltonnen Futter finden.

In Berlin hat kürzlich ein Student einen Waschbären vor der Tür seiner Wohnung gefunden. Vierter Stock. Der Waschbär machte große Probleme: Er war nicht wachzukriegen. Wäre der Student gegen Waschbär versichert gewesen, hätte er einen teuren Waschbärenweckdienst rufen können. So musste die Feuerwehr anrücken und den kleinen Penner abtransportieren. Bevor das Tier Telefonmissbrauch nach Einbruch begehen oder es zu einem Anprall kommen konnte.

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