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Kolumnen Wie war noch gleich der Name?
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20:17 13.11.2015
Von Imre Grimm
Das Gehirn muss einiges leisten. Weniger wichtiges, wie die Namen von Arbeitskollegen, geht da gern mal unter. Quelle: Fotolia
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Nichts gegen Gehirne. Es ist grundsätzlich schön, wenn es zwischen den Ohren nicht zieht. Im Detail aber hat die Evolution versagt. Warum funktioniert so ein Gehirn zum Beispiel nur zwischen 35 und 42 Grad Celsius leidlich, wo doch jeder Dacia Logan Eiseskälte und Wüstenhitze aushält? Warum verbrauchen zwei Prozent der Körpermasse 20 Prozent der Körperenergie? Das ist doch energetischer Wahnsinn. Wenn Renate Künast das erfährt, machen die Grünen die Bude dicht.

Und warum vergisst mein Gehirn Wichtiges sofort, Unwichtiges aber merkt es sich locker bis zur finalen Außerdienststellung? Ich habe zum Beispiel ein Namensgedächtnis wie ein Schrank. Neue Nachbarn können sich statt bei mir ebenso gut bei meinem Schrank vorstellen. Wahrscheinlich kann sich mein Schrank den Namen noch besser merken als ich. Holz lebt ja. Dafür weiß ich, dass Dolly Buster mal beim Bundesgrenzschutz gejobbt hat. Das hilft im Leben selten weiter. Es führt direkt in die soziale Isolation, dem neuen Nachbarn zu sagen: "Sorry, ich habe jetzt Ihren Namen vergessen, aber wussten Sie, dass Dolly Buster mal beim Grenzschutz war?"

Nuscheltrick und Peinlichkeiten

Ich hab‘s lange mit dem alten Nuscheltrick versucht ("Hallo, Herr Hssssmmpfll"). Geht aber auch nur, wenn der Typ nicht Katzenstein-Kowatzki heißt. Ganz peinlich wird‘s, wenn der Point of no Return überschritten ist. Nach drei Jahren im selben Büro nach dem Namen zu fragen ist wie damals, als mir beim Bowling die Hose ... egal.

Das menschliche Gehirn leitet Informationen mit 432 Kilometern pro Stunde weiter. Die Hirnnervenbahnen sind insgesamt 5,8 Millionen Kilometer lang. Eine Information bräuchte von A nach B also länger als 13 000 Stunden, falls sie die gesamte Strecke zurücklegt. Und falls nichts dazwischenkommt. In 13 Stunden kommt aber immer was dazwischen. Wussten Sie, dass Mönchengladbach bis 1960 München-Gladbach hieß? Bis heute können sich viele Menschen den neuen Namen nicht merken.

Besser nur nicken

Oder wussten Sie, dass der Bau eines einzigen Autobahnkilometers 26 Millionen Euro kostet? Wenn die Nervenbahnen des Gehirns Autobahnen wären, hätten sie also 150 Billionen Euro gekostet! Das ist doch viel zu viel! Wenn das die Grü ... Wo war ich? Ablenkung. Lassen wir das mit den Namen. Nicken wir uns einfach freundlich zu. Schönes Wochenende!

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