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Kolumnen Das Nas vor dem Horn
Sonntag Kolumnen
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19:55 05.02.2016
Von Uwe Janssen
Gar nicht mehr so niedlich: Menschen und ausgewachsene Nashörner sollten sich nach Möglichkeit aus dem Weg gehen. Quelle: dpa
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Vergangene Woche war an dieser Stelle von Haustieren die Rede und welches am besten zu einem passt. Dieser Gedanke war damit eigentlich abgeschlossen, doch eine tierische Nachricht aus Südafrika aktivierte ihn erneut. Dort ziehen Tierpfleger gerade ein verwaistes Nashornbaby mit der Flasche auf.

Das Horn ist noch ein Hörnchen, aber man erkennt schon, was aus diesem possierlichen Minipanzer mal wird. Momentan ist der kleine Waise noch verspielt und tollt gern mit seinen Pflegern. Falls das so bleibt, könnte sich der Pflegerverbrauch demnächst rapide erhöhen. Aber was willst du machen, wenn du schon nach zwölf Tagen 75 Kilo wiegst. Mensch und Nashorn sollten sich wohl doch besser aus dem Weg gehen.

Das Gegenteil von niedlich

Trotzdem fällt ständig der Begriff niedlich. Ist ja ein Tierkind. Grundsätzlich ist ein Nashorn in etwa das Gegenteil von niedlich. Man kann es alles mögliche nennen, aber wenn jemand ein Nashorn niedlich nennt, wie nennt er dann Katzen oder Rehe oder seinen Ehepartner, unabhängig von dessen Aussehen?

Bei Kosenamen mit Tierbezug für den Ehepartner war das Nashorn noch nie in den Top 100, während Hase, Bärchen, Schaf, Maus, Hengst, Ziege, Kuh, Schlange, Schwein, Affe oder Trampeltier je nach Beziehungsstatus immer wieder auftauchen. Für das Nashorn ist in solchen Rankings kein Platz.

Ausstrahlung eines Bobby-Cars

Im nashorninternen Vergleich ist natürlich ein Jungtier niedlicher als ein ausgewachsenes Exemplar. Da steht der Rhino dem verknuteten Eisbär nicht nach. Für sich allein gesehen sind aber ein kartoffelartiger Kastenkopf und ein voluminöser, eher schlaffer Restkörper mit ledriger Haut nicht kompatibel zu gängigen Schönheitsidealen. Und wenn du dann als 75-Kilo-Säugling auch noch kein Horn hast und die Gefährlichkeit eines Bobby-Cars ausstrahlst, kannst du noch nicht mal Angst und Schrecken verbreiten.  

Vielleicht finden Nashörner Menschen auch komisch, nicht nur die, die sie immer noch reihenweise abknallen.  Man wird es aber nie erfahren, auch nicht, ob die Dickhäuter uns für Dünnhauter halten. Und unsere Nasen für lächerlich klein und weich.

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