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Der große Scheiterhaufen

Vorsatz verlangt Einsatz Der große Scheiterhaufen

Die meisten guten Vorsätze enden schon im Ansatz, also am 2. Januar. Wie kommt das? Antworten auf eine Grundsatzfrage.

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Klappts nicht mit den guten Vorsätzen? Nehmen Sie sich doch mal was Schlechtes vor!

Quelle: Serge Melki / CC BY 2.0

Und so starten wir auch ins Jahr 2016, dieses schon jetzt wärmste 2016 seit der Erfindung des Abreißkalenders, mit einem guten Vorsatz.

Na, wie war der? Als Vorsatz doch gar nicht so übel. Bei einem guten Vorsatz wird der Hauptsatz zum Nebensatz und der Nachsatz zum Übersatz und genau wie Ab- und Zusatz überflüssig, jedenfalls im Ansatz. Ein guter Vorsatz dient der Einleitung, deshalb sind die Einsätze der meisten guten Vorsätze auch am Jahresanfang.

Kurz und gut

Bei vielen Menschen geht es dabei um die Einleitung von gesunden Lebensmitteln und die Ableitung von Fett. Andere wiederum erstreben mit guten Vorsätzen gute Grundsätze, was grundsätzlich falsch ist. Richtige Vorsätze sind im Grunde gut, wenn sie kurz sind, kurz und gut also. Deshalb enden die meisten guten Vorsätze schon im Ansatz, manche bereits am 2. Januar. Denn der gute Vorsatz verlangt Einsatz und Aufwand, ist aber meist nur einwandfrei aufgesetzter Vorwand und bleibt ein Bausatz.

Bei schlechten Schriftstellern kann der gute Vorsatz auch ein guter Vorsatz sein. Einmal geil anfangen! Und wenn es das Letzte ist, was sie tun. Schlechte Verbrecher haben eine ähnliche Sehnsucht. Für das meiste, was sie mit Vorsatz getan haben, sind sie bestraft worden.

Aufgabe mit Ansage

Aber kümmern wir uns nicht um diese Randgruppen. Das normale Volk geht mit normalen, guten, gesunden Vorsätzen ins neue Jahr, kommt aber als Erstes viel zu spät und dazu noch besoffen ins Bett. Raucher zum Beispiel sind Menschen, die niemals aufgeben. Trotzdem ist der 1. Januar traditionell der rauchfreiste Tag des ganzen Jahres.

Die, die um Mitternacht aufgegeben haben, halten noch durch, und die, die das Rauchen nicht aufgegeben haben und die übrig gebliebenen Kippen von denen, die das Rauchen aufgegeben haben, auch noch geraucht haben, waren viel zu spät und besoffen im Bett. Was bleibt von allen guten Vorsätzen am 2. Januar? Ein großer Scheiterhaufen.

Nachsatz: Vorsätze sind nicht schlecht, es müssen ja keine guten sein. Sich Silvester ungezwungen Ungesundes vorzunehmen, Rauchen zum Beispiel, und dann krachend zu versagen  ist der erste Sieg des Jahres über den inneren Schweinehund. Das wäre ein Ansatz.

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