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Kolumnen Du und dein Kühlschrank
Sonntag Kolumnen
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20:00 28.04.2017
Wer nicht mehr weiß, was alles in seinem Kühlschrank kreucht und fleucht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Quelle: Shutterstock
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Hannover

Augen lügen nicht. Sagt der Volksmund. Tränen lügen nicht. Sagt Michael Holm. Und ist damit inzwischen der Einzige. In der Zwiebelschneiderszene belächelt, bei “Germany’s Next Topmodel“ mit einem mageren Augenrollen quittiert. Gute Schauspieler kennen ein Dutzend Naturheulverfahren, selbst hauptamtlich bockige Kinder und Vollpubertierende haben immer eine Weinempfehlung parat.

Auch falsches Lächeln lässt sich mit etwas Geschick und Kenntnis der menschlichen Wahrnehmung recht flott in ein täuschend echtes verwandeln. Um falsches Lächeln zu studieren, muss man keine Jungmanagerseminare absolvieren oder teure Lachblütentherapien zahlen. Es reicht, eine Promigala zu besuchen, am besten in einem Hasenkostüm, um auch die Auflösung des falschen Lächelns zu eleganter Versteinerung beobachten zu können. Ein Fall für den Bundesgrinsschutz.

Was zeigt das wahre Ich?

Was zeigt also unverkennbar und trugfrei das wahre Ich? Die Handtasche? Die Farbe der Ringel an den Tennissocken? Der Kontoauszug nach Weihnachten? Oder ist es die Vorratshaltung, in der der Mensch seine Natur offenbart? Zeig mir deinen Kühlschrank, und ich sage dir, wer du bist.

Beim Aufschnitt heißt es: Tupperparty oder Loseblattsammlung? Werden nur Lebensmittel gekühlt oder auch Hautcreme? Und ist diese zweifelsfrei von Frischkäse zu unterscheiden? Wenn nicht: Wo ist eine Verwechslung schlimmer – im Gesicht oder auf dem Brot?

Die Aussagen der Eierparkplätze

Allein die Bestückung der Kühlschranktür lässt verlässliche Rückschlüsse zu. Dabei geht es nicht nur um die Auswahl der aufrecht gelagerten Getränkeflaschen im unteren Türsegment, das von Joghurtdrinks für morgens bis zu Getreidedrinks für abends reicht. Es geht auch um die mittleren Ablagefächer, in die quer, wissen viele ja gar nicht, pro Fach zwei 0,33-Liter-Bierflaschen passen. Und vor allem geht es um die Eierparkplätze oben in der Tür, von sechs bis zwölf an der Zahl.

Wer hier gut bestückt ist, kann sich Eierpackungen in den Regalböden platztechnisch nicht leisten oder hat sie schon mit anderen Eiern vollgestellt und das Getränkefach mit Eierlikör. Er oder sie ist also ein Eiertyp. Versuchen Sie das mal, an den Tränen zu erkennen.

Von Uwe Janssen

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