Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kolumnen Ein echter Klopfer
Sonntag Kolumnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 18.03.2016
Von Uwe Janssen
Er klopft und klopft und klopft: Der Specht hat genau eine Superkraft – und er schreckt nicht davor zurück, sie auch an frisch verputzten Fassaden zu benutzen. Quelle: Tareq Uddin Ahmed / CC BY 2.0
Anzeige

Frage des Tages: Warum wird dem Specht nie schlecht? Antwort: Weil er dem Menschen überlegen ist. Zumindest in seiner Spezialdisziplin. Klopfen. Natürlich klopft auch der Mensch gelegentlich, aber nur einmal, vielleicht zweimal, bevor er reinkommt. Der Specht klopft 20-mal. In der Sekunde. Mit dem Schnabel. Und alles ohne Kopfschmerzen.

Weil das Gehirn fest in der Birne sitzt und nicht herumschaukelt wie beim Menschen. Der allerdings auch nicht mit dem Kopf klopft, von ein paar weißrussischen Gewichthebern vor dem Wettkampf einmal abgesehen. Das mit dem festen Spechthirn ist toll, hat aber auch Nachteile.

Beklopft wird, was hohl klingt

Denn der Specht ist nicht nur ein hübscher Hacker, sondern auch flugfaul, schlecht zu Fuß, stur und ein bisschen doof. Bester Beweis: Er kann einen Baum nicht zweifelsfrei von einer Wand unterscheiden, was man weißrussischen Gewichthebern auch nach einer langen Karriere immer noch zutrauen würde.

Die Kriterien hölzern, rund, oben grün mögen für den Menschen bei der Bestimmung von Bäumen eine Rolle spielen, für den Specht nicht. Für den Specht ist etwas ein Baum und somit klopfwürdig, wenn es irgendwie hohl klingt. Eine Putzfassade mit einer Wärmedämmung drunter erfüllt diese Bedingungen, der Specht deutet die Kombination als Rinde und Stamm und nagelt in der Hoffnung auf schmackhafte Insekten los.

Ritterschlag Spechtschaden

Das Einsehen von Irrtümern ist des Spechtes Sache nicht, deshalb hackt er und hackt er. Kopfschmerzen kriegt er ja nicht. Nur Hunger. Mit dieser Strategie hat der Specht es mittlerweile in das Regulierungsprogramm von Gebäudeversicherern geschafft, der sogenannte Spechtschaden ist ein Ritterschlag für den harthirnigen Meißelkönig. Damit kann er in Tierkreisen richtig auf den Putz hauen.

Was kann der Hausbesitzer tun? Er kann sich einen Uhu an seine Wand malen, empfiehlt beispielsweise das Bauordnungsreferat der Stadt München. Oder zwei oder drei Uhus. Es könnte allerdings sein, dass ein Spechtloch das kleinere Übel ist, je nach künstlerischen Fähigkeiten des Hausbesitzers. Könnte aber auch sein, dass sich der Specht einfach totlacht. Oder totlocht.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kolumnen Konsumtipps mit Imre Grimm - Shopping mit Scharapowa

Verbrauchen Verbraucher besonders gerne das, was Prominente verbrauchen? Und wenn ja, was bedeutet das für Product Placement, Wurstwerbung und Aufputschmittel?

Imre Grimm 18.03.2016
Kolumnen Versicherungsberatung mit Uwe Janssen - Anprall mit Waschbär

Aufräumen muss sein und ist manchmal sogar sehr aufschlussreich. Ein Beispiel: Versicherungsunterlagen können aufmerksamen Lesern nicht nur ganz neue Begrifflichkeiten lehren, sondern auch den Blick für die Risiken der heimischen Wildnis schärfen.

Uwe Janssen 15.03.2016
Kolumnen Trendanalyse mit Imre Grimm - Meine Geschäftsidee

Bubble Tea, Frozen Joghurt, Cupcakes: Was für eine Saison als der ultimative Trend gilt und an jeder Ecke für Mondpreise feilgeboten wird, ist inzwischen längst wieder verschwunden. Was kann man daraus lernen – und vor allem: Wie kann man damit möglichst reich werden?

Imre Grimm 15.03.2016
Anzeige