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Einen noch, Arnold

Funktionstraining für Schweinehunde Einen noch, Arnold

Gewicht ist Gewicht und Bauch ist Bauch: Wer dem Winterspeck rechtzeitig zu Leibe rücken will, kommt schwerlich um den Gang ins Fitnessstudio herum. Doch auch dort lauern hinter Gummibäumen und auf Nachbargeräten allerlei Schweinehunde.

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Das Erfolgstrio

Anrennen gegen den Winterspeck: Hauptsache, es kommt kein Schweinehund dazwischen.

Quelle: flickr / E'Lisa Campbell / CC BY-SA 2.0

Wird Quälerei in einem Geräteraum weniger Quälerei, weil er Holzboden hat? Oder Kunstdrucke an der Wand? Oder einen Gummibaum in der Ecke? Oder Johannes Oerding aus Deckenlautsprechern? Oder weil der Geräteraum nicht Geräteraum heißt, sondern McFit, Quickfit, Fixfit, Benefit, Profit, Karls Kraftwerk, Muckimania oder Shape your irgendwas?

Kurz und schmerzlos: Nein, wird es nicht. Gerät ist Gerät. Gewicht ist Gewicht. Bauch ist Bauch. Übung ist Übung. Zwölf Wiederholungen sind zwölf Wiederholungen. Und der innere Schweinehund (innen) ist nicht annähernd so fies wie der äußere Schweinehund (am Nebengerät), der, selbst mit einem satten 500-Gramm-Gewicht ringend, deine Übungen mitzählt. "Einen noch, Arnold" wird er irgendwann, ohne hochzublicken, murmeln, wenn du dich gerade mal wieder so unauffällig bescheißt, dass du es selbst kaum merkst. Und dann steigt er auf diesen Vibrationsautomaten, und er lacht, natürlich lacht er, aber du hörst es nicht, weil das Ding so laut ist.

Körpereigene Polstergarnituren

Spätestens an diesem Punkt haben Gummibäume, Picasso und Oerding ihre Bedeutung verwirkt. Jetzt ist klar: Quälerei ist Quälerei und nicht schön, das Ziel ist so weit entfernt wie die Spielvereinigung Unterhaching von der Champions League. Muskeln wachsen entweder da, wo sie lächerlich aussehen oder wo man sie unter diversen körperperipheren Polstergarnituren sowieso nicht sieht.

Die langfristige Stärkung altersschwacher tragender Teile ist ein Argument, aber kein wirkliches Trostpflaster. Der Begriff "Funktionstraining", wer auch immer ihn erfunden hat, klingt nicht nach dem, was es sein soll, sondern eher nach einer grundsätzlichen Bestandsaufnahme, was an diesem Körper noch taugt und was weg kann.

Gummibäume raus

Vielleicht denkt man auch einfach zu viel. Vielleicht ist die Atmosphäre zu angenehm. Vielleicht hilft eine Umgestaltung: Picasso raus, "Der Schrei" rein, Oerding raus, Sepultura rein, Gummibaum raus, fleischfressende Pflanze rein. Und dann mit Reißzwecken in der Tasche auf die Vibrationsplatte. Schon sind zwölf Wiederholungen das kleinste aller Übel. Da lachen sie wieder. Beide Schweinehunde.

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