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Für das Spiel und die Welt

Turnierkritik von Uwe Janssen Für das Spiel und die Welt

Was fängt man nur mit einem Sommer an, in dem kein internationales Fußballturnier stattfindet? Einfach so, ohne Großbildleinwand, im Biergarten sitzen? Sinnvolle Dinge tun? Für all jene, denen diese Aussichten nicht behagen, gibt es noch eine letzte Alternative.

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Die Eventkolumne

Die Welt ist ein Ball, und die windigen Herren von der Fifa finden immer irgendeinen Grund, Fußballmannschaften zusammenzutrommeln: Der Confed-Cup steht vor der Tür.

Quelle: Shutterstock

Hannover. Ein Sommer ohne fußballerisches Großereignis öffnet völlig neue Möglichkeiten. Während man als Fußballfreund, Patriot, Funktionär oder Nationalspieler jedes gerade Jahr mehrwöchig alternativlos ist, bietet das ungerade Jahr üppige Timeslots, wie man heute sagt. Man kann den Keller aufräumen, Rasen mähen, Ausflüge in Gegenden ohne WLAN und Räume ohne Fernsehgerät unternehmen. Man kann auch analogen Kontakt zum Rest der Familie aufnehmen.

Wenn das alles keinen Spaß macht oder der Groß- und Flachbildfernseher sich zu bewegen scheint und immer gerade genau in Blickrichtung steht, wenn man also förmlich zum Fernsehgucken gezwungen wird – dann kann man jetzt Confed-Cup gucken. Der Confed-Cup ist eine Art öffentliche Probe ein Jahr vor der Weltmeisterschaft, in diesem Sommer also in Russland.

For the Money

Er heißt eigentlich Fifa-Konföderationenpokal, aber weil das nach Kleinfeldturnier in Iggensbach klingt und die Fifa eine total moderne Truppe ist, hat man das Turnier Confed-Cup genannt und ihm einen schicken Slogan verpasst: “For the Game. For the World.“ Er soll sich knapp gegen “For the Money. For us.“ durchgesetzt haben.

Eine Generalprobe soll helfen, Fehler zu beheben. Falls in Russland irgendwo eine Torlatte fehlt oder die falsche Mannschaft gewinnt, hat die Fifa ein Jahr Zeit, das Malheur zu beheben. Schließlich wird die Weltmeisterschaft auch von Wettbüros in aller Welt mit Spannung erwartet.

Besser abschneiden als beim ESC

Von den Mannschaften selbst wird der Confed-Cup sehr ernst genommen. Jedenfalls von denen, die ihre Teilnahme nicht kurzfristig absagen, weil sie doch den Keller aufräumen wollen. Deutschland hat bereits aufgeräumt und tritt in Gruppe B gegen Chile, Australien und Kamerun an. Mit einem Kader, in dem auch Klaus Augenthaler oder Oliver Pocher keine großen Überraschungen gewesen wären.

Da fällt auch eine fehlende Torlatte nicht mehr groß auf. Jogi Löw hat die Vorgabe, besser abzuschneiden als beim Eurovision Song Contest. Russland ist das mit der Teilnahme am Confed-Cup bereits gelungen. Sollte im Endspiel Australien auf Neuseeland treffen, wäre das ein Fingerzeig Richtung Weltmeisterschaft. Es sei denn, eine Mannschaft springt noch ab. Als Nachrücker steht Legoland bereit. Dort gibt es keine Keller.

Von Uwe Janssen

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