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Kolumnen Jenseits von Eden
Sonntag Kolumnen Jenseits von Eden
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19:58 05.01.2018
Kaffee ist beliebt. Warum werden dann so wenige Lieder über ihn geschrieben? Quelle: Fotolia
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Hannover

Es ist ein paar Jahre her, da wurde einer meiner liebsten Kollegen in einer Hamburger Kneipe Zeuge eines bemerkenswerten Schauspiels: Nino de Angelo schrieb einen Song. Und das ging so: Er saß mit einem Gitarristen an der Theke und probierte unter Verwendung inspirationsfördernder Getränke mehr als eine Stunde lang immer neue Variationen der Textzeile “Meine Latte ist dein Cappuccino“ aus.

Man versicherte sich wechselseitig der Großartigkeit des heranreifenden Werkes und kaufte sich im Geiste pastellfarbene Sportwagen und mallorquinische Villen von den zu erwartenden Tantiemen des Megahits, der allein wegen des brillanten Reimpaares “Nino“ und “Cappuccino“ das nächste “YMCA“ werden musste.

Popgeschichte wird geschrieben

Gut, es war nicht ganz wie damals, als Willie Nelson in einem amerikanischen Diner “On the Road Again“ auf eine Serviette kritzelte. Aber zumindest Nino de Angelo schien sicher, dass an diesem Abend in Hamburg Popgeschichte geschrieben wurde. Inzwischen weiß man: nö. Google verzeichnet zu “Meine Latte ist dein Cappuccino“ exakt null Treffer.

Weitere Kompositionen, die es nie in Nino de Angelos Repertoire geschafft haben: “Deine Bohne ist nicht ohne“, “Mit Café au Lait tut’s nicht mehr so weh“ und “Bei deinem Aroma falle ich ins Koma“. Ebenso chancenlos waren “Nach vier Tassen Mokka brauch ich Betablokka“, “Ich brüh’ immer zu früh“ und die vielversprechende Liebeshymne “Nimm lieber den Barista, denn wir sind Geschwista“.

Unvergessene Milchschaumklassiker

Überhaupt ist im Kaffeepop das letzte Pulver noch nicht verschossen. Unvergessen ist Michael Holms Milchschaumklassiker “Cappuccino, Cappuccino, ich trinke jeden Tag nur Cappuccino / An jeder Tür klopfe ich an / Doch keiner kennt mein Girl mit Cappuccino“ – dazu natürlich “Streets of Philarabica“ von Brew Springsteen und “The Coffee Song“ von, nun ja, Cream.

Auf den Plätzen folgen “Drink It“ von Nelly Cortado, “Ohne Schümli geht die Mimi nie ins Bett“ von Bill Ramsey und “Du hast den Süßstoff vergessen“ von Nina Hagen. Und denken Sie immer daran: Heißes Wasser bleibt länger haltbar, wenn man es einfriert. Ich wünsche Ihnen ein koffeinreiches neues Jahr.

Von Imre Grimm

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