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Mein Rundbrief

Imre Grimms persönlicher Jahresrückblick Mein Rundbrief

2015 nähert sich dem Ende, Weihnachten steht vor der Tür: Der ideale Zeitpunkt für einen besinnlichen, höchstpersönlichen Jahresrückblick.

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Der Weihnachtsrundbrief: Spart Papier und Briefmarken, kommt aber deswegen nicht weniger von Herzen.

Quelle: docmoreau CC BY NC ND 2.0

Liebe Freunde!

Ich leide an akuter Postwegbringschwäche. Adressierte und frankierte Post liegt oft jahrelang herum. Dass die Post alle drei Tage das Porto erhöht, macht die Sache nicht leichter. Deshalb kommt auf diesem Weg nun ein Weihnachtsrundbrief – ein Format, das ich bisher aus grundsätzlichen Erwägungen heraus abgelehnt habe. Unter anderem, weil Copyshops Filialen der Hölle auf Erden sind.

In der Kneipe

Nun ja. Über internationale Vorgänge möchte ich nicht sprechen, da hat 2015 auf ganzer Linie versagt. Privat ist das Jahr so weit ganz zweckmäßig verlaufen. Im Januar hat unser Bekannter Thorsten (Name aus rechtlichen Gründen geändert) seine Mikrowelle in die Luft gejagt, weil er mal gucken wollte, ob man nasse iPhones darin trocknen kann. Kann man nicht.

Im Mai habe ich unserem Sohn (4) klarmachen müssen, dass man keine Schwäne von öffentlichen Seen mit nach Hause nehmen darf, auch wenn sie niedlich aussehen. Im Juli war ich zum ersten Mal seit vier Jahren in einer Kneipe, wurde aber von den anwesenden Jugendlichen angesehen wie etwas sehr Altes, streng Riechendes. Die saßen da herum und aßen einen Teller Red-Bull-Suppe, oder was die Jugend heute so isst, wenn sie denn noch isst. Ich bin dann bald gegangen.

Am Zaun

Im August haben die Nachbarn einen Rasenmähroboter bekommen. Seitdem stehe ich mit großer Freude oft stundenlang am Zaun. Rasenmähroboter sollen Zeit sparen. Eine richtige Zeitersparnis sehe ich da noch nicht. Im September habe ich von unserem Sohn ein unweihnachtliches Gedicht gelernt, das mich kurz an der lyrischen Kraft der deutschen Sprache und an der pädagogischen Ausrichtung seiner aktuellen Erziehungsanstalt hat zweifeln lassen. Es geht so: "Tomate, Tomate / Dein Pimmel kann Karate."

Im Oktober ist nach langem, zähem Siechtum unser Festnetztelefon verreckt, Friede seiner Asche. Sein Klingeln klang zuletzt, als würde jemand eine Eule foltern. Und im November erwog ich die Umbenennung in "Arne", nur um ein Buch schreiben zu können, das "Arnes Deutschland" heißt.

So weit die Höhepunkte meines Jahres. Glück, Gesundheit und ein langes Leben.

Euer Imre

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