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Kolumnen Spanisch für Touristen
Sonntag Kolumnen
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10:26 18.12.2015
Von Imre Grimm
Nur nicht das Falsche sagen: Für den Kurztrip in die Sonne sollte man die richtigen Floskeln vorhalten. Quelle: Moyan Brenn / CC BY 2.0
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Dezember! Blütezeit der Besinnlichkeitsflucht. Mein jüngst erworbener ADAC-Reiseführer enthält ein vierseitiges Sprachverzeichnis namens "Spanisch für die Reise". Die Satzauswahl lässt auf überwiegend erschütternde Auslandserlebnisse der Autoren schließen.

Tote Möwen im Jacuzzi

Was muss ihnen widerfahren sein, um einen Satz wie "Wenn ich etwas Kaltes trinke, tut mir dieser Zahn weh" ("Si bebo algo frío hace este diente me dolió") zu den 100 wichtigsten spanischen Ausdrücken für Touristen zu zählen? Prominent vertreten sind auch folgende Hinweise: "Lassen Sie mich in Ruhe" ("Déjeme en paz"), "Darauf habe ich keine Lust" ("que no tengo ganas") und "Ich habe Durchfall" ("Tengo diarrea", nicht zu verwechseln mit "Tango diarrea", das ist ein andalusischer Verdauungstanz).

Möglicherweise verlieren Reiseführerautoren im Laufe der Jahre zwangsläufig die Freude an Lebensbejahendem wie "Gibt‘s hier eine pittoreske Kapelle?" ("¿Hay algún lugar una capilla pintoresca?") oder "Schlafen die Angestellten auch auf dem Schiff?" ("¿Dormir empleados en el crucero?"). Nach der hundertsten toten Möwe im Jacuzzi und der zwanzigsten Portion naturidentischer Calamares sind Mitteldistanzreisen halt auch nicht mehr so aufregend.

Sprachlos beim Hütchenspiel

Geradezu fahrlässig lückenhaft ist das mitgelieferte Material für Streitfälle. Offenbar rechnen die Autoren mit sofortiger Schuldanerkenntnis und Rückzug unter Verbeugungen, wenn ein deutscher Tourist einen einheimischen Hütchenspieler mit dem Satz "Es ist Ihre Schuld!" ("¡Ha sido por su culpa!") in seine Schranken weist. Sollte der Mann wider Erwarten Einwände haben, bietet "Spanisch für die Reise" keine weitere Hilfe.

Es wirkt eher unsouverän, bei Verbalkonflikten in Landessprache kurz im Reiseführer zu blättern und dann mit einem herzhaften "Ich habe die Schlüssel im Wagen vergessen!" zu kontern. Auch eine Frage wie "Haben Sie ein Faxgerät?" ("¿Tiene un fax?") lenkt schäumende Mafiosi nur kurz ab.

Ich möchte dem Verlag nicht zu nahe treten, aber der Satz "Ich würde gern ein Pferd mieten" ("Me gustaría alquilar un caballo") kommt in einem Reiseführer für Barcelona doch eher überraschend. Schönes Wochenende!

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