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Kolumnen Manneken Pils
Sonntag Kolumnen Manneken Pils
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19:56 05.08.2016
Von Imre Grimm
Die Belgier sind seit jeher sehr erfindungsreich, brauen seit Jahrhunderten hervorragende Biere und haben einen abseitigen Sinn für Humor. Das muss sich doch kombinieren lassen! Quelle: Quinn Dombrowski / CC BY-SA 2.0

Es waren belgische Erfinder, die Meilensteine der Menschheitsgeschichte in den Morast rammten: Rollschuhe, heiße Waffeln und eine revolutionäre Dampfmaschinensteuerung, mit deren Hilfe man retrophytische Schlonzmuffen in quantisierbare Zinkenschmieden klabiffen konnte, wenn man wollte.

Nun schickt sich die belgische Forscherelite an, die Welt mit einer neuen Erfindung zu beglücken, die für das internationale Getränkewesen so folgenreich sein dürfte wie der Propellersuppenlöffel für die Gastronomie: Ein Professor aus Gent will Bier aus Urin brauen. Pipi als Ausgangsstoff im wahrsten Sinne.

Echtes Trappissten-Bier

Unter dem Motto "Pinkeln für die Wissenschaft" hat geschultes Urinierfachpersonal der Universität Gent bei einem Musikfestival 1000 Liter menschlichen Urin gesammelt. Aus dem gefilterten Lulu will die Brauerei "De Wilde Brouwers" (sinngemäß übersetzt: "Die Brauer, denen der Verkauf nicht so wichtig ist") ein ganz besonderes Gesöff zaubern. Endlich ein echtes Trappissten-Bier! – so lecker und rein wie mit Festivalpipi gebraut. Der Pinkelschlumpf fängt an.

Das klingt zunächst, als hätten die Belgier vom Fähnlein Pieselschweif zu nah an der Wand geschaukelt. Immerhin hat ein Belgier den Urknall erfunden, die Mutter aller Knalls. Aber Urin aus Bier kann eben jeder. Bier aus Urin – das ist die Zukunft. "Manneken Pis" war gestern, willkommen "Manneken Pils".

Fernziel: Der ewige Bier-Kreislauf

In der Raumfahrt ist Trinkwasser aus Pipi gang und gäbe. Das erklärt vielleicht, warum Alexander "Astro-Alex" Gerst so fröhlich twittert. Fernziel ist natürlich, dass die Probanden gleich Bier pinkeln und das Gelöt quasi in einem ewigen Kreislauf einfach durchläuft. Ab und zu wird ihnen ein Schluck reiner Alkohol ins Ohr gekippt, damit der Pegel stimmt.

Das Pipibier ist quasi das Nebenprodukt eines Nebenproduktes. Damit wollen die Forscher für ihr eigentliches Projekt werben: Am Ende soll es darum gehen, günstigen Dünger aus biologischen Abfallprodukten für Entwicklungsländer zu filtern. Das geht allerdings deutlich günstiger: Verlegen Sie einfach sämtliche Fäkalisierungsvorgänge auf freies Feld. Vorher viel Bier trinken. Schönes Wochenende!

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