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Purzel und die Frutarier

Uwe Janssen an der Festtagsfront Purzel und die Frutarier

Nichts ist schöner als ein perfekt vorbereitetes Weihnachtsfest. Dabei sollte man sich nicht nur auf Backen, Basteln und Baumschmuck beschränken – auch Streit und Sonderwünsche wollen gut geplant sein, um allen Beteiligten möglichst viel Freude zu bereiten.

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Zur Freude aller auf dem Vormarsch: Der handmodellierte vegane Weihnachtsbraten.

Quelle: Elliot Harmon / CC BY SA 2.0

Weihnachten! Immer noch ein Renner im deutschen Festtagskalender. Statistisch geben sich die meisten Deutschen kurz vor dem Jahresende ungebrochen dem traditionellen mehrtägigen Spektakelreigen mit Feiern, Futtern, Anstoßen und Geschenkeaustauschen hin, manche sind infolge von Geschenkevertauschen später mit Geschenkeumtauschen befasst, manche auch mit Geschenkeumtaufen oder Geschenkeumlaufen, wenn es mal wieder ein orientierungsloses Kleintier sein sollte, bei dem der Name Purzel schon zum Lieferumfang gehört.

Essenstechnisch spielt sich das Weihnachtsfest irgendwo zwischen aufgetellerten großen Tieren im Stück und Würstchen mit Kartoffelsalat ab. Wegen aktueller Ernährungstrends variieren manche Traditionen, ohne die Anbindung an das Fest zu verlieren. Bereits seit Anfang Dezember sind fimoerfahrene Veganerkinder mit dem Tofumodell der Weihnachtsgans beschäftigt.

Ernährungstrends berücksichtigen

Gemäßigte Frutarier fangen Heiligabend mit dem hemmungslosen Verzehr von Apfel, Nuss und Mandelkern an und bestehen am zweiten Weihnachtstag zu 50 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, was ihnen mitunter einen glänzenden Teint verleiht.

Hardcore-Frutarier warten gemäß ihren ethischen Grundsätzen unter dem Baum, bis ein Apfel herunterfällt, was je nach Sorte sechs bis zehn Monate dauern kann. Wenn es zu kalt wird, kann man Frutarier nachts in die Garage tragen und am nächsten Morgen wieder unter den Baum stellen.

Strategische Streitplanung

Fester Bestandteil des Weihnachtsfests ist der Familienstreit. Manche bevorzugen spontane Zoffimprovisation, andere haben eine klare Strategie, wen sie an welchem Tag aus welchen Gründen in die Pfanne hauen wollen. Bei guter Planung sind Parallelstreitigkeiten durchaus möglich.

Ein Generalstreit mit allen Beteiligten inklusive Androhung von Enterbung und Abreise sollte erst am zweiten Feiertag angezettelt werden, weil sonst zu viel Essen übrig bleibt. Schlägereien sind zu vermeiden, die Tischdecken sind schließlich nur einmal im Jahr so weiß.

Am 28. Dezember ist dann alles wieder in Ordnung, man einigt sich auf ein Unentschieden, geht Handstaubsauger umtauschen. Oder Purzel. Oder wie er jetzt heißt. Frohes Fest! 

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