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Kolumnen Schwarz und stark
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20:00 02.03.2018
Kaffee, wie er im Buche steht: schwarz, stark und unverhipstert. Quelle: Fotolia
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Hannover

Ich könnte nie Barista sein. Erstens bin ich der Ansicht, dass man zu “Barista“ gern wieder “Student“ sagen darf. Zweitens halte ich mich fern von Acht-Euro-Heißdüsen-Präparaten, die schmecken, als habe ein schnöseliger Lehramtsstudent für drei Sekunden eine geröstete Kaffeebohne in einen Liter fettarme H-Milch gehalten.

Und drittens habe ich ein Kaffeegedächtnis wie ein Sieb. Ich kann mir nicht mal merken, wie enge Freunde ihren Kaffee mögen. Dabei gibt’s bei uns zu Hause gar keinen Triple Iced Venti Cinnamon Vanilla Latte und andere enthirnte Hipsterkost, sondern ausschließlich Kaffee in den vier schon in der Bibel erwähnten Grundvariationen: schwarz, mit Milch, mit Zucker oder mit Milchundzucker. Fertig.

Die Wissenschaft schweigt

Neulich las ich, dass Kaffee das Gedächtnis fördert, aber nur mit Zucker. Ich könnte also direkt nach der Zubereitung eines Kaffees mit Milch für Freund A einen Kaffee mit Zucker trinken, um mir merken zu können, dass Freund A Kaffee mit Milch präferiert.

Das Problem: Der dann zuletzt zubereitete Kaffee wäre Kaffee mit Zucker, nicht mit Milch. Mein Gehirn würde also die Information speichern, dass Freund A Kaffee mit Zucker trinkt. Ein Teufelskreis.

Zu der Frage, ob Kaffee mit Milch und Zucker die Chance verbessern würde, mir den korrekten Kaffee zu merken (nämlich den vorletzten mit Milch), schweigt die Wissenschaft. Und was müsste ich trinken, um mir zu merken, dass Freund A Kaffee mit Milch und Freund B Kaffee mit Zucker mag?

Milch löscht den Zwischenspeicher

Wenn ich Kaffee mit Milch trinke, wird mein Zwischenspeicher gelöscht. Wenn ich Kaffee mit Zucker trinke, explodiert mein Gehirn. Weil es widersprüchliche Informationen nicht verarbeiten kann.

Lösung: Nur noch Freunde haben, die Kaffee schwarz trinken. Der geht einfach: Man feuchtet ein Pfund Kaffeepulver leicht mit heißem Wasser an und wirft ein Hufeisen hinein. Geht das Hufeisen unter, war’s zu wenig Kaffee (“Lucky Luke“).

Wer Kaffee schwarz trinkt, ist übrigens mit höherer Wahrscheinlichkeit ein Psychopath. Das gilt allerdings auch für Freunde von Triple Iced Venti Cinnamon Vanilla Latte. Ich selbst trinke meinen Kaffee übrigens am liebsten nur mit Milch. Glaube ich jedenfalls. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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