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Kolumnen Vorsätze fürs Volk
Sonntag Kolumnen Vorsätze fürs Volk
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19:58 05.01.2018
Der Vorsatz gilt am Silvesterabend als löblich, den Rest des Jahres als strafbar. Wie soll man da ein besserer Mensch werden? Quelle: Fotolia
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Hannover

Populäre gute Vorsätze, für die die Boulevardpresse aus unerfindlichen Gründen noch nicht den Begriff Volksvorsätze geprägt hat, sind Gewichtsreduzierung sowie das Einstellen oder Mäßigen von Rauchen und Saufen. Mülltonnen quellen in diesen Tagen über von Zigarettenschachteln, die nicht angebrochen heißen müssten, sondern eigentlich abgebrochen.

Fitnesszentren verzeichnen eine Zunahme von Abnehmern, auf den ächzenden Geräten dehnen sich die Schwitzshirts von Probeabonnenten, die Mitarbeiter tragen die Kilos eimerweise hinaus. Wenigstens bis Anfang Februar, wenn sich die Lage im Maschinenwald wieder spürbar verschlankt.

Restposten auf der Vorsatzliste

Manche versuchen es erst gar nicht. Sie vertrauen bei der Bändigung ihres nach Süßigkeiten schreienden Körpers auf Tipps wie “Belohne dich anders“ oder “Besser zwei gute Pralinen als eine schlechte Tafel Schokolade“. Und essen dann eine gute Tafel Schokolade.

Für dünne Nichtraucher, die auch ein bisschen an sich arbeiten wollen, bleiben Restposten auf der Vorsatzliste wie “ein besserer Mensch werden.“ Aber wie schlecht ist man denn? Was macht man falsch, wo steht man auf der nach oben offenen Richtig-Skala? Da kann man eigentlich gleich wieder in die Kirche gehen.

Probeweise Menschen helfen

Aber aus einer Eigenmotivation und ganz ohne höhere Instanz ein besserer Mensch werden? Gar nicht so einfach. Man kann probeweise Menschen über Straßen helfen, ohne steuerliche Hintergedanken eine Stiftung gründen oder die Kinder endlich auch mal an die Playstation lassen, die man ihnen nur widerwillig zu Weihnachten geschenkt hat.

Es kann auch ein guter Vorsatz sein, einen guten Vorsatz zu haben. Dieser Vorsatz kommt meist in der Zukunft zum Einsatz, fällt in einem Nebensatz und und bleibt schon im Ansatz hängen. Das nur als Nachsatz. Wir sprechen uns im Januar 2019.

Von Uwe Janssen

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