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Wenn ein Schwamm singt

Frühjahrsputz mit Uwe Janssen Wenn ein Schwamm singt

Mit Musik geht alles besser? Kommt auf die Musik an. Wer sich zur Generation Frühjahrsputz zählt, ist gut beraten, allmählich über die Zusammenstellung der Playlist nachzudenken.

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Welche Musik passt am besten zum Fensterputzen? Ein schmaler und nicht immer ungefährlicher Grat.

Quelle: Sheila Y / CC BY-NC 2.0

Wer sich zur Generation Frühjahrsputz zählt, sollte allmählich über die Zusammenstellung der Playlist nachzudenken. Noch wichtiger ist diese akustische Motivationshilfe für Menschen, die eher Frühjahrzehntsputz pflegen und nach solchen ungewohnten Tätigkeiten eine Party geben, nach der alles wieder so aussieht wie vorher. Klassiker wie "Rote Lappen soll man küssen" oder "Wenn ein Schwamm singt" sollten da schon mal nicht fehlen.

Der Begriff "Putz" ist grundsätzlich Definitionssache. Ob kurzes Durchlüften schon als Frühjahrsputz gilt, ist umstritten, gleichwohl es Menschen gibt, bei denen zwei gleichzeitig geöffnete Fenster bereits eine sprunghafte Verbesserung der Wohnqualität bedeuten. "Dust in the Wind" wäre hier ein idealer Soundtrack.

Fundgrube Sofaritze

Die turnusmäßige Teppichpflege kann je nach Größe der Intervalle mehrere Tage in Anspruch nehmen. Dabei kommen in und unter dem Teppich manchmal erstaunliche Dinge zum Vorschein, Zehn-Mark-Scheine oder eine Packung Treets. Die Tätigkeit selbst erinnert eher an Ausharken als an Staubsaugen. "Hello Again" passt hier wie auch bei der Entvölkerung der Sofaritzen. Da ist auch viel drin, wofür sich früher das Gesundheitsamt interessiert hat und heute das Landesmuseum.

Wer die Reinigung des häuslichen Sanitärbereichs der Periodisierung des Frühjahrsputzes anpasst, kann sich zu Peter Gabriels "Digging in the Dirt" vorarbeiten (wahlweise Hannes Waders "Moorsoldaten"), bei der Bekämpfung der Abflussverstopfung auf Rammstein umsteigen und nach erfolgreicher Mission "Into the Great Wide Open" hinterherschieben.

Putzen oder springen?

Fensterputz ist musikalisch ein schmaler Grat. "I can see clearly now" ist prima. Ab dem ersten Stockwerk sollten Labile bei geöffnetem Fenster Death Metal vermeiden und die Zufallswiedergabe ausschalten.

Der ständige Wechsel von Chris De Burgh und Suicidal Tendencies führt zu der Zwickmühle "Putzen? Springen? Putzen? Springen?", man kommt zu gar nichts, entweder heute oder dauerhaft, je nach Entscheidung. Dann doch lieber endlich Altglas wegbringen. Musik: Extrabreit.

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