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Lagerfelds Lieblinge

Karls modische Musen Lagerfelds Lieblinge

Ritterschlag für ein Mannequin: Karl Lagerfeld kann nicht ohne Musen – und seine Musen können nicht ohne ihn. Wer auf seinem Catwalk in der ersten Reihe läuft, dem ist ein fester Platz im Mode-Olymp so gut wie sicher. Diese Models haben King Karl manches zu verdanken.

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Eins der Lieblingsgesichter: Karl Lagerfeld mit Cara Delevingne bei einer Chanel-Show

Quelle: dpa

Wenn er ruft, kommen sie alle: Julianne Moore, Rita Ora, Kristen Stewart und Vanessa Paradis. Gisele Bündchen, Toni Garrn, Georgia May Jagger und Kendall Jenner. Kaiser Karl braucht nur mit dem Finger zu schnippen, schon ist er von einem glamourösen Hofstaat umgeben. Die schönsten Schauspielerinnen, die aufregendsten Sängerinnen, die vielversprechendsten Mannequins – sie drängen sich um ihn, sie stolzieren im Dutzend über seinen Runway, sie schmücken bereitwillig sein Bühnenbild, wenn Lagerfeld in Paris eines seiner pompösen Modefeste schmeißt.

Ob als Gast oder Akteur – wer sich zur Karl’schen Clique zählen darf, hat es in die modische Elite geschafft, vielleicht winkt gar die große Karriere, wie einst bei Claudia Schiffer, Stella Tennant oder Vanessa Paradis. Die Liste der Frauen, die durch den Einfluss des 82-jährigen Modezaren berühmt wurden, ist lang – und längst nicht geschlossen. Vom Persönchen zur Persönlichkeit: Wer regelmäßig für Chanels Chefdesigner in erster Reihe läuft, muss sich um sein Auskommen nicht mehr sorgen. Vorhang auf für Lagerfelds liebste und jüngste Musen.

Die Längste
Ab 1988 für Chanel auf dem Laufsteg: Claudia Schiffer

Ab 1988 für Chanel auf dem Laufsteg: Claudia Schiffer.

Quelle: Best Image

Es gibt Dinge, die würde sie nur für ihn machen, hat Claudia Schiffer einmal über ihren Entdecker Karl Lagerfeld gesagt. "Weil ich weiß, dass egal, wie sexy es auch wird, es immer auch elegant ist." "Cloodia", wie der Modezar die blonde Rheinländerin ruft, war Jeans-Model für Guess, bevor Lagerfeld sie zur neuen Muse kürte. Mit seiner Unterstützung betrat die Abiturientin 1988 erstmals einen Laufsteg, natürlich für Chanel. "Als Claudia ankam, waren die anderen gelähmt, obwohl sie bis dahin noch nichts gemacht hatte", erinnert sich der Designer an Schiffers Karrierebeginn. Seither gelten die beiden deutschen Stilikonen als untrennbare Einheit.

Neben unzähligen Schauen und Shootings durfte der Kaiser seine Langzeitmuse für ein "Vogue"-Cover selbst mit nacktem Babybauch ablichten. 2013 versuchte Schiffer mit der Castingshow "Fashion Hero" an Heidi Klums "Topmodel"-Erfolg anzuknüpfen. Das Format wurde allerdings bereits nach wenigen Wochen eingestellt. Sie dürfte es verschmerzt haben: Das Privatvermögen der Dreifach-Mutter wird auf 52 Millionen Euro geschätzt, arbeiten muss sie längst nicht mehr. Dafür engagiert sich das Supermodel in vielfältiger Weise karitativ – etwa als Unicef-Botschafterin gegen Kinderarmut und Aids.

Das Partygirl
Das Partygirl: Cara Delevingne

Das allgegenwärtige Partygirl: Cara Delevingne mit Karl Lagerfeld

Quelle: Instagram

Die Britin Cara Delevingne war bis vor Kurzem eines der meistgebuchten Models der Welt, auch dank Karl Lagerfeld. Als Kind der Londoner High Society und jüngere Schwester von Model Poppy Delevingne stand sie schon im Teenageralter für die ersten Shootings vor der Kamera. Kaum sorgte das Mannequin mit den markanten Augenbrauen beim britischen Label Burberry für Furore, entdeckte Karl Lagerfeld ihr Potenzial, kürte sie zur neuen Muse und 2012 zu Chanels Gesicht des Jahres. Ob in New York, Mailand oder Paris – seither lief Cara bei allen großen Schauen vorneweg.

"Sie ist ein Charakter wie aus einem Stummfilm entsprungen. Sie ist der Charlie Chaplin der Modewelt", schwärmte der Modeschöpfer. Oft verglich er Delevingne mit Model-Kollegin Kate Moss: "Die Mädchen bewundern Cara, wie sie damals Kate Moss bewundert haben. Sie möchten genauso frei sein wie sie." Delevingne, die viel mit Freundinnen wie Rihanna oder Kendall Jenner um die Häuser zog, wird künftig wohl seltener auf Fashion-Partys für Stimmung sorgen. Vor Kurzem gab die 23-Jährige bekannt, das Modeln aufzugeben – zugunsten der Schauspielerei ("Margos Spuren"). Bei einem geschätzten Vermögen von 8,4 Millionen Euro könnte sie auch einfach die langen Beine baumeln lassen.

Die Erste
"Miss Chanel": Inès de la Fressange

"Miss Chanel": Inès de la Fressange

Quelle: Chanel

Mit ihr fing alles an: Inès de la Fressange. Anfang der Achtzigerjahre wurde die schöne Französin zu Karl Lagerfelds erster Muse – und zugleich zum ersten Model, das beim Modehaus Chanel einen Exklusivvertrag unterschrieb. Für die Tochter eines argentinischen Mannequins und eines Wertpapierhändlers lag das Modeln quasi in der Familie, aber erst Lagerfeld machte de la Fressange wirklich berühmt – und zur Inkarnation des französischen Chic. 1989 trennten sich die beiden im Streit. Daraufhin verließ "Miss Chanel" den Laufsteg, wurde Designerin und gründete ihr eigenes Label. Heute ist die 58-Jährige eine enge Vertraute von Jean Paul Gaultier, für ihn kehrte sie 2008 auf den Runway zurück.

Mit Karl Lagerfeld ist die Ex-Muse längst versöhnt, 2010 lief sie bei seiner Prêt-à-porter-Schau in Paris. Nicht nur das: Jüngst kürte Karl die gerade mal 15-jährige Violette d’Urso zu seiner neuen Muse – sie ist die jüngste Tochter von Inès und ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann, dem italienischen Regisseur Luigi d’Urso. Lagerfeld schwärmt von Violette als "die ruhigere, französische Version von Cara Delevigne". Für den Laufsteg buchen darf er sie wegen ihres jungen Alters zwar noch nicht – aber im Atelier um sich haben schon.

Der Mann
Die männliche Muse: Baptiste Giabiconi

Die männliche Muse: Baptiste Giabiconi im Pilotenlook für Chanels Sommerkollektion 2016.

Quelle: Instagram

Eine männliche Muse? Für Karl Lagerfeld, obwohl bekennend homosexuell, war das jahrzehntelang undenkbar. "Ich hasse Männermodels. Sie sind unleidlich und langweilig", soll er einmal gesagt haben. Als der Modezar 2008 auf den jungen Franzosen Baptiste Giabiconi traf, änderte er kurzerhand seine Meinung. Dank des Chanel- und Fendi-Designers schaffte es der knackige Hubschraubermonteur von seiner Entdeckung in einem Fitnessstudio innerhalb eines Jahres zu einem der bestbezahlten Models der Welt. In einem Interview gestand Lagerfeld, sich an Giabiconis Schönheit "nicht sattsehen" zu können – freilich ohne in ihn verliebt zu sein.

Lagerfeld, der den 26-Jährigen oft als "Ziehsohn" und "potenziellen Erben" bezeichnet, schickte Baptiste seit 2008 regelmäßig an prominenter Stelle über seinen Laufsteg – in eigens für die männliche Muse modifizierten Entwürfen, schließlich produziert Chanel ausschließlich Damenkleidung. Außerdem widmete Karl Giabiconi mehrere seiner Fotoausstellungen; eine Ehre, die vor ihm nur dem amerikanischen Männermodel Brad Kroenig zuteil wurde. Heute ist der Ex-Monteur, der sich inzwischen auch als DJ, Sänger und Modeblogger versucht, zwar nicht mehr ständiger Begleiter Lagerfelds, nah sollen sie sich aber immer noch stehen.

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