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Technik & Apps Eine Wundertüte voller Abenteuer
Sonntag Technik & Apps
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20:00 03.11.2017
“ELEX“ erscheint für PC, Playstation 4 und Xbox One. Es ist seit dem 17. Oktober ab 45 Euro erhältlich. Quelle: THQ Nordic
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Hannover

Rollenspiele sind häufig einfach. Da bekommt ein Held einen Auftrag, und wenn er den erfüllt, dann gibt es eine Belohnung. Was passiert aber, wenn der Held zuerst über das örtliche Gesetz belehrt wird und im selben Atemzug den Auftrag bekommt, das Gesetz zu brechen?

Diese Mission ist für das Rollenspiel “ELEX“ typisch. Andere Spiele belohnen das stupide Abarbeiten immer neuer Aufträge. In “ELEX“ dagegen können auch trostlose Bringdienste ihre Tücken haben. Die meisten Missionen gehen auf Abwege, verstecken Abkürzungen und belohnen Spieler, die mitdenken. Wer hier das Gesetz bricht, um den Auftrag zu erfüllen, der wird nicht belohnt.

Open-World ohne Kompromisse

“ELEX“ ist ein kompromissloses Open-World-Rollenspiel. Es lässt einen glatzköpfigen Mann ohne Eigenschaften in eine wilde, weit offene Welt abstürzen. Er trifft auf tödliche Fauna, zerfallene Ruinen und abweisende Menschen. Der rotzige Ton ist kein Zufall – “ELEX“ wurde von einem vergleichsweise winzigen Studio in Essen entwickelt. Piranha Bytes steht seit Jahrzehnten für fordernde, offene und originelle Rollenspiele, für die Serien “Gothic“ und “Risen“.

“ELEX“ soll sich von dem ausgelatschten Fantasy-Standard abheben und mischt andere Genres in die Welt. Auf einem fernen Planeten haben sich die Menschen nach einer Katastrophe in verfeindete Lager geteilt. In den Siedlungen sieht es mal nach Mad Max aus, mal nach Science Fiction, und dann doch wieder nach Fantasy mit knarzendem Leder und urigen Tavernen.

Welt voller Überraschungen

Das Bereisen der Welt scheint auf den ersten Blick aufregend. Nicht nur, weil Spieler anfangs am falschen Ende der Futterkette stehen; sondern vor allem, weil die Welt voller Überraschungen steckt. Die Landkarte beherbergt unterschiedliche Klimazonen. Und an vielen Stellen warten Skelette, zerknüllte Handzettel und kaputte Elektronik darauf, Hobbyarchäologen ihre Geschichte zu erzählen.

“ELEX“ ist eine Wundertüte abwegiger Ideen. Als großes Abenteuer abseits durchkomponierter Blockbuster kann es überzeugen. Mit den Besten mithalten kann es aber nicht. Optisch bleibt vom Stilmix nicht viel im Gedächtnis. Und die Haupthandlung von “ELEX“ ist langweilig; der Held bleibt ein sympathiebefreites Weißbrot. Auch die Kämpfe wirken uninspiriert. Es soll um Timing und Position gehen, aber die Steuerung ist schwammig – am Ende entscheiden eher Level und Ausrüstung über Sieg und Niederlage. “ELEX“ ist also keine makellose Produktion, aber ein erfrischend anderes Spiel.

Von Jan Bojaryn

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