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Technik & Apps Mein Freund ... der Roboter
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20:00 25.09.2015
Von Christiane Eickmann
BB-8 ist der neue Liebling der Star-Wars-Jünger. Quelle: Getty Images

Der neueste Film der "Star Wars"-Saga ist noch nicht einmal gestartet und hat doch schon einen Star. Der ist rundlich, seine untere Kugel ist eine Art Torso, mit dem er sich vor- und zurückbewegen kann. Bereits bei seinem ersten Auftritt im April bei der Star Wars Celebration in Anaheim hatten die Fans den kleinen Roboter BB-8 ins Herz geschlossen. Nun ist eine Spielzeug-Variante des Kerlchens auf den Markt gekommen. Sie wird sich gut verkaufen.

Vater von BB-8 ist "Star Wars VII"-Regisseur J.J. Abrams, der ihn mit ein paar hingeworfenen Strichen selbst gezeichnet hat. Designer und Puppenspieler entwickelten die Entwürfe weiter und schufen einen BB-8 zum Anfassen. Das kugelnde Kerlchen sollte nicht nur realer wirken als eine Computeranimation, es sollte Trauer, Neugier, Angst und Freude zeigen können. Das ist nicht einfach für eine Figur, die lediglich aus einer Kugel und einer darauf sitzenden Halbkugel besteht. Aber es hat funktioniert: BB-8 hat die Ausstrahlung eines Babyroboters. Da er weder Arme noch Beine hat, wirkt er hilfsbedürftig – und dann noch dieses Piepsstimmchen. Auch bei Robotern wirkt das Kindchenschema.

Der Droide, dein Freund und Helfer

Bereits der Reparatur-Roboter R2D2 und der Protokolldroide C-3PO aus den sechs vorherigen "Star Wars"-Filmen waren zum Liebhaben. Sie stehen für das Bild des Droiden als Freund und Helfer des Menschen, ähneln ihm sogar in ihrem Verhalten. Auch zwei andere Roboter aus dem Kinojahr 2015 weckten die Sympathie der Zuschauer: Die um Selbstbestimmung ringende Ava aus "Ex Machina" und der mit einem Bewusstsein ausgestattete Polizeiroboter Chappie aus dem gleichnamigen Film.

Doch dies ist nur eine Sicht auf die Maschinenmenschen. Neben der Faszination für Kreaturen aus Metall, Drähten, Prozessoren oder Motoren steht stets die Furcht, dass diese klüger und stärker werden könnten als ihre Schöpfer. Zigfach haben Schriftsteller und Filmemacher den Roboter als Gefahr für die Menschheit beschrieben. Bereits in Erzählungen E.T.A Hoffmanns ("Die Automate") oder in Fritz Langs Kinomeisterwerk "Metropolis" aus dem Jahr 1927 ist diese Angst zu finden.

Akzeptanz von Robotern wird besser

Die widersprüchliche Sicht auf Roboter gibt es auch in der Realität. Dabei sind die mechanischen Helfer längst unter uns. Industrieroboter gibt es seit Jahrzehnten, geschätzte zwei Millionen von ihnen sind weltweit im Einsatz. In Japan sind humanoide (also menschenähnliche) Roboter in Pflege und Service längst Normalität. Und die Entwicklung ist noch lange nicht am Ende: Nach einer Studie der Universität Oxford werden in 20 Jahren Roboter 47 Prozent unserer Arbeit erledigen. Freundlich dreinschauende Droiden, die Fußball spielen oder ihr Gegenüber umarmen, haben die Akzeptanz von Robotern verbessert.

Dass ein Großteil der Forschung militärischer Natur ist, hat jüngst Wissenschaftler wie Stephen Hawking alarmiert. In einem Brief warnten 2000 Experten davor, künstliche Intelligenz bei Kampfrobotern oder Waffensystemen einzusetzen. Allerdings: Auch im militärischen Bereich ist bisher kein Roboter entwickelt worden, der dem Menschen überlegen ist. Zu beobachten war dies zuletzt bei einem Wettbewerb, den eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums veranstaltet hatte. Dort kamen einige große Androiden krachend zu Fall, als sie nur eine Treppe erklimmen sollten.

Auch der App-gesteuerte Spielzeug-BB-8 der Firma Sphero (ab 169 Euro) hat Tester nicht überzeugt. Bei manchen rollte er an die Schrankwand, anderen fehlten die Extras. Kindern wird es egal sein. Mit ihren Eltern gehen sie dann ab 17. Dezember ins Kino. Dann rollt "Das Erwachen der Macht" endlich an.

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