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Kampf der Klassiker: Fifa 16 gegen PES 2016

Fußballsimulationen Kampf der Klassiker: Fifa 16 gegen PES 2016

Fifa 16 gegen PES 2016: Opulente Fußballinszenierung trifft auf Taktikerfeinkost. Wie jedes Jahr im Herbst liefern sich die beiden führenden Fußballsimulationen ein hauchdünnes Kopf-an-Kopf-Rennen.

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Absolute Champions League: Durch eine beeindruckend realistische Spielegrafik bestechen beide Fußballsimulationen. "Pro Evolution Soccer" überzeugt echte Kenner der Materie durch seine beeindruckende Spieltiefe.

Quelle: Hersteller
Fifa 16: Für Spielfreudige

Fußball: Das ist natürlich mehr als 22 Rasensportbegeisterte, die über 90 Minuten einem Ball hinterherrennen. Fußball ist Leidenschaft, ist Fantum, ist Inszenierung. Mit "Fifa 16" ist es dem kanadischen Entwicklerteam EA Sports einmal mehr gelungen, den Fußball-Zirkus in seiner spezifischen Atmosphäre aus den Stadien dieser Welt in die heimischen Fan­arenen zu holen. Das verdankt der nunmehr 23. Teil der Videospielreihe vor allem einem prall geschnürten Lizenzpaket.

Neben Stars wie Cristiano Ronaldo oder Thomas Müller, die in authentischer Kulisse des Bernabeu-Stadions und der Allianz-Arena auflaufen, ist es vor allem die Inszenierung des Drumherums, die auf ein neues Level gehoben wird. Wenn das Kommentatorenduo Wolff-Christoph Fuss und Frank Buschmann die Spieleraufstellung einer Bundesliga-Begegnung oder eines Champions-League-Spiels beurteilen, lässt sich kaum noch ein Unterschied zur TV-Übertragung erkennen.

Erstmals auch Frauen-Fußballmannschaften

Erstmals in der Fifa-Geschichte treten dafür zwölf Frauen-Nationalmannschaften in einem fiktiven Turnier an. Neben Deutschland und Schweden sind auch die Weltmeisterinnen aus den USA mit am Ball. Besonders erfreulich ist dabei, dass sich das Spiel der Kickerinnen in puncto Taktik und Technik tatsächlich von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet. Hierzu wurden echte Fußballerinnen per Motion-Capturing-Verfahren digitalisiert und spielerische Eigenheiten der Damen auf die Spielewelt übertragen.

So sehr "Fifa 16" als Fußballinszenierung begeistert, zeigen sich auf dem Platz allerdings auch altbekannte Schwächen. Vor allem die künstliche Intelligenz sowohl der Kontrahenten als auch der eigenen Mitspieler versagt noch immer zu häufig. Da hilft es auch nicht, dass im Karrieremodus nun gezielt die Fähigkeiten einzelner Spieler via Trainingseinheiten verbessert werden können – auch wenn diese eine nette spielerische Abwechslung zum Liga-Alltag darstellen.

EA Sports setzt mit "Fifa 16" in Sachen Inszenierung neue Maßstäbe. Angesichts der fußballerischen Brillanz des Konkurrenten PES 2016 kann es auf dem Platz aber nur müde hinterherhecheln.

Von Benjamin Matthiesen

PES 2016: Für Strategen

Dortmund wird Meister, Dresden steigt aus der 1. Bundesliga ab, Uerdingen bleibt drin. Vor 20 Jahren war die Fußballnation eine andere als heute. Doch damals betrat ein Videospiel den digitalen Bolzplatz, das noch immer Kultstatus unter Hobby-Kickern genießt: "Pro Evolution Soccer" (PES). Die zunächst als "International Superstar Soccer" firmierende Fußballsimulation feiert nun also Jubiläum – und hätte damit guten Grund für den ganz großen Wurf. Aber PES bleibt sich treu: Evolution statt Revolution.

Seit jeher schwören Fans auf die Spieltiefe als größte Stärke gegenüber Langzeitkonkurrent "Fifa". Auch PES 2016 geht hier wieder klar in Führung. Vor dem Anpfiff stehen zahlreiche taktische Varianten zur Auswahl – allesamt Optionen, die weniger geduldige Gamer problemlos überspringen können. Später auf dem Platz bewegen sich die elf Freunde dank facettenreicher Animationen beinahe wie im realen Leben, teilweise mit sehr individuellen Spielweisen. Der Computer in Form der eigenen Mitspieler denkt im Angriff außerordentlich gut mit oder macht als Gegner – je nach Schwierigkeitsgrad – den Abwehrriegel clever dicht.

Viel Taktik, wenig Optik

Abseits des Platzes steht wie gewohnt eine Vielzahl von Spielmodi zur Verfügung. Gamepad-Fußballer können zwischen einzelnen Partien oder nationalen und internationalen Wettbewerben wählen. Nach wie vor die großen Schwächen von PES: Lizenzen und Atmosphäre. Dank Verträgen mit der Champions League tauchen zwar durchaus glanzvolle Namen auf, allerdings sind beispielsweise aus der Bundesliga nur Bayern, Wolfsburg und Mönchengladbach vertreten. Mit etwas Aufwand können weitere Teams in einem Editor zumindest nachgebaut werden. Neben den "unechten" Mannschaften dämpfen lieblos gestaltete Zuschauerränge sowie zum Teil unpassende und sich wiederholende TV-Kommentare die Stimmung ein wenig.

Dennoch: Konami hat weiter an PES gefeilt und die 2016er-Ausgabe so realistisch wie keinen Vorgänger hinbekommen – zur Freude aller, denen Taktik und Spielgefühl wichtig sind. Optisch kann "Pro Evolution Soccer" mit "Fifa 16" nur auf den aktuellen Konsolen einigermaßen mithalten, die Grafik der PC-Version fällt dagegen deutlich ab. Wer Wert auf Atmosphäre und eine große Bandbreite an Vereinen legt, ist bei der Konkurrenz besser aufgehoben.

Von Michael Frömmert

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