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Haben Sie schon mal über eine Auszeit nachgedacht?

Sabbatical Haben Sie schon mal über eine Auszeit nachgedacht?

Fast die Hälfte der Deutschen würde gern eine Auszeit vom Job nehmen. Doch nur wenige verwirklichen den Traum von der Freiheit auf Zeit. Weil das Geld fehlt, der Chef Nein sagt oder Arbeitnehmer in vorauseilendem Gehorsam gar nicht zu fragen wagen. Warum es sich lohnt, um das Sabbatical zu kämpfen.

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Der Traum von der Auszeit: Fast die Hälfte aller Berufstätigen wünscht sich ein Sabbatical, aber die wenigsten setzen den Traum um. Woran liegt das?

Quelle: iStock

Mit 35 Jahren hatte Elke Dieterich es schon weit gebracht. Sie leitete die Marketingabteilung eines großen Sanitärherstellers, hatte Personalverantwortung und Entscheidungskompetenz. Dass sie die Karriereleiter so schnell hinaufgeklettert war, erstaunte nicht weiter. Ihr Lebenslauf sah aus, wie ihn Chefs sich wünschen: Abitur, Ausbildung, Studium mit zwei Auslandsjahren und einem zusätzlichen französischen Abschluss. Ihren ersten Job begann sie zwei Wochen nach Abgabe der Abschlussarbeit. Bloß keine Lücke. Bloß keine vertane Zeit.

Dann kam plötzlich die Sinnfrage. "Ich habe gern gearbeitet, hatte ein gutes Team – ich wusste nur nicht mehr, warum ich das mache", sagt Elke Dieterich. Um das wieder herauszufinden, wollte sie drei Monate aussteigen. Ein Sabbatical einlegen, wie es neudeutsch heißt. Nach Afrika, in einem sozialen Projekt arbeiten, die Welt mal wieder mit anderen Augen sehen. Doch die Auszeit war mit ihren damaligen Chefs nicht zu machen. Der Traum platzte.

43 Prozent träumen von der Auszeit

Mit ihrer Sehnsucht nach einem Ausstieg aus dem Hamsterrad, und sei er auch noch so kurz, ist Elke Dieterich in bester Gesellschaft. Einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Fittkau Maaß zufolge wünschen sich 43 Prozent der Berufstätigen in Deutschland eine mehrmonatige Auszeit vom Job: um zu reisen, sich sozial zu engagieren oder lang gehegte Träume zu leben.

Doch der Wunsch bleibt zumeist unerfüllt. Die Arbeitswelt richtet sich nicht nach den Bedürfnissen des Einzelnen. "Wir sind vielfach noch nicht so weit, dass die Unternehmen erkennen: Ein Sabbatical hat einen Mehrwert für den Mitarbeiter, aber auch für das Unternehmen", sagt Dieterich. Dabei kann das vermeintliche Aussteigen Kompetenz, Gesundheit und Motivation steigern.

"Wenn Mitarbeiter das Sabbatical nutzen und reisen oder ein Ehrenamt ausüben, entwickeln sie einen anderen Blick auf die Dinge – davon kann das Unternehmen letztlich nur profitieren", meint auch Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability an der Hochschule Ludwigshafen. "Wenn jemand nach 25 Jahren im Unternehmen eine Auszeit nimmt, weil er sich ausgebrannt fühlt, kann das außerdem ein Instrument zur Gesundheitsvorsorge sein", ergänzt sie.

Abschalten – und zurückfinden

Lange genug, um abzuschalten, kurz genug, um problemlos in den Job zurückzufinden: Berater empfehlen eine Auszeit von mindestens drei und maximal sechs Monaten – eine Zeitspanne, die auch die Mehrheit der Auszeit-Aspiranten aus der Sabbaticalstudie anstrebt. Dass ihre Chefs ihr nicht mal diese drei Monate Auszeit zugestehen wollten, ärgerte Dieterich, die viel in ihren Job investiert hatte und etwas zurückbekommen wollte. Sie kündigte.

Ein Schritt, den sich viele Menschen mit Familie und einer Hypothek auf dem Haus nicht leisten können. "Meine Vorgesetzten waren erstaunt. Die haben nicht erwartet, dass ich das wirklich durchziehe", erzählt die heute 43-Jährige ein bisschen stolz. "Es ist ja auch ein mutiger Schritt, von einem festen Gehalt ins Ungewisse zu gehen."

Elke Dieterich half während ihres Sabbaticals Aids-Waisen in Tansania durch die Grundschulzeit.

Elke Dieterich (rechts) half während ihres Sabbaticals Aids-Waisen in Tansania durch die Grundschulzeit.

Quelle: privat

Dieterich brach nach Tansania auf und arbeitet dort an einem Projekt für Aids-Waisen. 200 Kinder sollten dort während ihrer siebenjährigen Grundschulzeit begleitet werden, doch das Projekt war zum Stillstand gekommen. "Ich wusste, dass ich meine Kompetenzen dort sinnvoll einbringen konnte. Das Projekt brauchte jemanden, der es wieder in Gang brachte."

Bereut hat Dieterich diese Zeit nie. Schließlich hat sie ihrem Leben eine neue Richtung und neuen Sinn gegeben. "Ich wusste, wenn ich wieder eine Marketingleitung übernehme, würde es früher oder später wieder genau so werden wie vorher." Also entschied sich Dieterich für die Selbstständigkeit. Sie arbeitet mittlerweile als Coach mit Menschen, die sich ebenfalls eine Auszeit nehmen wollen.

Im Ermessen des Arbeitgebers

Im besten Fall zieht der Arbeitgeber bei den Auszeitwünschen seiner Mitarbeiter mit. Während eines klassischen Sabbaticals wird der Arbeitsvertrag nicht unterbrochen und der Mitarbeiter bekommt während einer Freistellungsphase weiter Gehalt. Geschenkt bekommt er vom Arbeitgeber dennoch nichts: Das Geld, das er während seines Sabbaticals ausbezahlt bekommt, muss er vorher auf einem Zeitwertkonto ansparen.

Ein gängiges Modell ist, dass der Angestellte ein Jahr lang nur 75 Prozent seines Gehalts ausgezahlt bekommt, aber Vollzeit arbeitet. So kann er jeden Monat 25 Prozent seines Lohns zurückstellen. Das angesparte Geld reicht dann für eine dreimonatige Auszeit bei vollen Bezügen.

Einen Anspruch auf ein Sabbatical gibt es in Deutschland nicht. Es liegt im Ermessen des Arbeitgebers, ob er seinen Mitarbeitern eine Auszeit gewährt. Einige Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren intern Regeln auferlegt, wie sie mit Anfragen dieser Art verfahren – zum Beispiel in Betriebsvereinbarungen. Vorreiter sind Konzerne wie die Deutsche Bank, Siemens und BMW, die teilweise sogar gezielt Programme für freie Zeiteinteilung eingeführt haben, um junge, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen.

"Es gibt ganz klar sozialen Druck"

Schließlich geht es der aufstrebenden Generation Y, also den 25- bis 35-Jährigen, weniger um Geld und Macht als vielmehr um eine ausgewogene Balance von Arbeit und Freizeit. Sie schätzen einen Arbeitgeber, der ihnen ermöglicht, den Job für ein paar Monate unterbrechen zu können, ohne berufliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. "Große Unternehmen haben mehr Möglichkeiten, die Arbeit zu verteilen", erklärt Institutsdirektorin Rump. "Wenn in kleinen Unternehmen einer von zehn Angestellten ausfällt, haben sie ein Problem." 

Für die meisten Arbeitnehmer bleibt ein Sabbatical allein schon deshalb eine rein theoretische Option. "Selbst wenn es dazu Betriebsvereinbarungen gibt: Der Vorgesetzte muss schon mitspielen, damit es klappt", sagt Carsten Alex, der sich wie Elke Dieterich als Coach für Auszeiten selbständig gemacht hat. Nach Alex’ Erfahrung scheitern die meisten Aspiranten tatsächlich schon in der Planungsphase. "Nur ein Drittel der Menschen, die mit mir ihr Sabbatical planen, ziehen es am Ende auch durch", bilanziert er.

Was durchaus nicht nur am Arbeitgeber liegt. Denn viele Arbeitnehmer scheuen sich, das Thema anzusprechen. Oftmals fürchten sie, als unkollegial zu gelten, weil ihre Auszeit Mehrarbeit für die Kollegen bedeuten kann. Andere begraben ihre Träume von der Auszeit schon aus bloßer Angst vor ihrem Chef, der sie als unzuverlässig abstempeln und auf die Abschussliste setzen könnte. "Da gibt es ganz klar sozialen Druck", bestätigt Auszeit-Experte Carsten Alex.

Rechtsanspruch auf Teilzeit

Das ist ähnlich wie bei der ebenfalls begehrten Vier-Tage-Woche. Ein Traum, der eigentlich keiner bleiben müsste, denn Arbeitnehmer haben einen rechtlichen Anspruch auf 80-Prozent-Teilzeit, sofern keine betriebsbedingten Gründe dagegen sprechen. Trotzdem gehen viele den Schritt erst, wenn etwa die Kinderbetreuung oder die Pflege Angehöriger ihnen vor dem Chef einen triftigen Grund liefern.

Weniger arbeiten für das eigene Wohl, die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, die Verwirklichung höchstpersönlicher Projekte? In der Arbeitsrealität gilt dergleichen oft noch immer als Ausweis von Egoismus und mangelnder Identifikation mit dem Unternehmen.

Doch selbst wenn der Arbeitgeber gutwillig und die betriebsinternen Maßnahmen zur Finanzierung eines Sabbaticals umfassend sind: Wer mit jedem Euro rechnen muss, kann kaum etwas für die Auszeit ansparen. Klaus Heckenberger etwa musste seinen Traum anders finanzieren: "Ein Ansparmodell kam nicht infrage. Ich bin 50 Jahre alt, habe drei Kinder und ein Haus gebaut. Ich habe monatliche Verpflichtungen, bei denen man schlecht auf einen Teil des Gehalts verzichten kann", sagt der Polizeibeamte.

Auf zu neuen Horizonten: Der Polizeibeamte Klaus Heckenberger auf Reisen.

Auf zu neuen Horizonten: Der Polizeibeamte Klaus Heckenberger (grünes T-Shirt) ist auf seiner Reise durch Laos, Vietnam und Kambodscha vielen Menschen begegnet, die ihn Zuversicht und Demut vor den einfachen Dingen des Lebens gelehrt haben.

Quelle: privat

Zudem wusste er, dass seine Pläne zusätzliches Geld kosten würden: Heckenberger hatte sich vorgenommen, drei Monate mit dem Rucksack durch Südostasien zu reisen. "Die letzten 20 Jahre waren anstrengend. Ich wollte Tempo rausnehmen", sagt er. Der gute Draht zum örtlichen Polizeichef half ihm schließlich, eine Lösung zu finden: "Wir haben uns geeinigt, dass ich meine Überstunden und angesammelte Urlaubstage zusammen nehme und drei Monate weg bin", erklärt er.

Als es so weit war, packte Heckenberger seinen Rucksack, wie er es schon einmal für eine lange Reise vor 25 Jahren getan hatte. "Es tat mir gut, mich auf das Nötigste zu beschränken", erzählt der agile Mann. Dann stieg er in den Flieger nach Bangkok und hangelte sich in den kommenden Wochen über Laos und Vietnam nach Kambodscha.

Die schlichten Unterkünfte, die Schönheit der Länder und die freundlichen Menschen hätten ihm geholfen zu entschleunigen und sich auf das Wesentliche zu besinnen. "Die Reise hat mir Kraft und Motivation für die kommenden 15 Jahre bis zur Rente gegeben", schwärmt Heckenberger.

Zeit und Raum für eigene Projekte

Während er sich den Traum vom Sabbatical dank seines kulanten Vorgesetzten ohne Reibereien erfüllen konnte, musste sich Martina Grittke ihre Auszeit gegen manche Widrigkeit erkämpfen. Stets hatte die Erzieherin aus Berlin ihren langgehegten Traum, eine Schauspielschule zu besuchen, für ihre zwei Kinder hintangestellt.

Erst als der Nachwuchs aus dem Haus war, wollte Grittke den großen Schritt wagen. Zu jener Zeit arbeitete die heute 52-Jährige in einer sozialen Wohneinrichtung für Kinder aus zerrütteten Familien. Als Martina Grittke ihren Arbeitgeber, einen öffentlichen Träger, um eine Auszeit bat, lehnte dieser ab. Die Begründung: Erzieher seien in der Hauptstadt Mangelware.

Grittke nahm all ihren Mut zusammen und kündigte. Eine schwere Entscheidung, umso mehr, weil ihr der familiäre Rückhalt fehlte: "Mein Sohn hielt von der Idee überhaupt nichts. Er fand es verrückt, die Sicherheit einer unbefristeten Stelle aufzugeben." Sie zog ihr Projekt trotzdem durch, ging für sechs Monate auf eine Schauspielschule. "Das hat mir nicht nur neue Energie gegeben und die Fähigkeit vermittelt, in andere Rollen zu schlüpfen", erzählt Grittke. "Das Sabbatical hat mir Zeit und Raum geschenkt, endlich zu mir zurückzufinden."  

Auch Arbeitgeber profitieren

Der Wiedereinstieg in ihren alten Beruf fiel Grittke überraschend leicht. Eben weil in Berlin Erzieher händeringend gesucht werden. Heute arbeitet sie wieder in einer Jugendeinrichtung und lässt dort die Kompetenzen, die sie in der Schauspielschule erworben hat, in Theaterprojekte einfließen.

Ein Wirken, das der neue Arbeitgeber ganz selbstverständlich als Bereicherung empfindet. Wer weiß: Hätte ihr alter Arbeitgeber ihr die Auszeit eingeräumt, er hätte von den neuen Erfahrungen und Fähigkeiten seiner altbewährten Mitarbeiterin womöglich ebenso profitieren können.

Von Anne Grüneberg

Rechtliches

Anspruch auf Auszeit gibt es in wenigen Jobs

Privatwirtschaft:

Einen rechtlichen Anspruch auf eine Auszeit haben Arbeitnehmer nicht. Es gibt aber bewährte Modelle, wie ein Sabbatical im Unternehmen gelingen kann. Einige, vor allem große Firmen haben feste Regeln zum Sabbatical. Meist sind die Möglichkeiten in einer Betriebsvereinbarung festgehalten.

Üblicherweise spart ein Mitarbeiter einen Teil seines Gehalts an, um es in einer Freistellungsphase wieder ausgezahlt zu bekommen. Üblich ist dafür ein Zeitwertkonto. Darauf können neben dem angesparten Gehalt auch Überstunden, Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Urlaubstage fließen. Die Krankenversicherung bleibt während der Auszeit üblicherweise bestehen, es sei denn, der Arbeitnehmer lässt sich freistellen, nimmt also unbezahlten Urlaub.

Lehrer: 

Verbeamteten Lehrern steht es grundsätzlich gesetzlich zu, ein Sabbatjahr zu beantragen. Im Beamtengesetz oder Landesbeamtengesetz wird die Auszeit als Jahresfreistellung bezeichnet – Lehrer sind immer für ein ganzes Schuljahr vom Unterrichten befreit. Da Bildung im föderalen Deutschland Ländersache ist, gibt es in den Bundesländern unterschiedliche Modelle. Üblich ist aber, dass Lehrer über drei bis sechs Jahre in Vollzeit arbeiten, aber nur einen Teil ihres Gehalts ausgezahlt bekommen.

Das so angesparte Geld können sie sich während eines anschließenden freigestellten Schuljahres monatlich auszahlen lassen. Grundsätzlich kehren Lehrer nach ihrem Sabbatjahr an ihre alte Schule zurück. Gibt es personelle Umstrukturierungen, werden Lehrer in der Freistellungsphase nicht besser oder schlechter behandelt als die übrigen Lehrkräfte der Schule. Lehrer können mehrmals in ihrem Berufsleben eine Jahresfreistellung beantragen.  

Je nach Bundesland können die oben genannten Regelungen auch für tarifbeschäftigte Lehrkräfte gelten. In manchen Bundesländern müssen sich angestellte Lehrer aber auch individuell mit ihrer Schule absprechen, wenn sie ein Sabbatjahr einlegen wollen.

Sonstige Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes:

Auch für Beamte und gleichgestellte Angestellte des öffentlichen Dienstes gibt es klare Regeln zum Sabbatical. Für Beamte auf Bundesebene gilt die sogenannte Verordnung über die Arbeitszeit der Beamtinnen und Beamten des Bundes (AZV). In den Ländern gelten die jeweiligen Regeln des Landesrechts.

Sofern keine dienstlichen Gründe dagegen sprechen, kann ein Sabbatical genommen werden. Zeitguthaben können über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren angespart werden – das Guthaben darf dabei allerdings 1400 Stunden nicht überschreiten. Während einer anschließenden Freistellung vom Dienst wird der Lohn dann weitergezahlt.

Checkliste für Aussteiger
Finanzierung des Sabbaticals und Gründe für das Scheitern
  • Zunächst sollten Sie Ihre Beweggründe für eine Auszeit klären und einen Plan machen, wie Sie das Sabbatical organisieren und nutzen möchten. Arbeiten Sie die grundlegenden Punkte anhand von W-Fragen ab: Warum will ich ein Sabbatical machen? Wie möchte ich die Auszeit erleben? Wie viel wird sie mich kosten? Wie überzeuge ich meinen Arbeitgeber? Was ist organisatorisch erforderlich?
  • Auch wenn es "nur" um ein paar Monate geht: Planen Sie hinreichend Zeit zur Vorbereitung des Sabbaticals ein. Ein Jahr sollte es mindestens sein.
  • Der Schritt mag Sie Überwindung kosten, aber: Binden Sie Ihren Arbeitgeber frühzeitig in Ihre Planungen ein, das schafft im Zweifel mehr Vertrauen, als es beschädigt. Informieren Sie sich bereits vor dem ersten Gespräch darüber, wie Ihr Arbeitgeber grundsätzlich zu Sabbaticals steht.
  • Zeigen Sie Beharrlichkeit, wenn Ihre Auszeitwünsche beim Arbeitgeber zunächst auf Skepsis stoßen. Argumentieren Sie, dass Ihr Unternehmen von Ihrer Auszeit profitieren kann. Machen Sie Ihrem Chef verständlich, dass er nach dem Sabbatical einen ausgeruhten, innerlich reicheren und noch motivierteren Mitarbeiter zurückbekommt.
  • Fragen Sie in der Personalabteilung nach, welche Regelungen und Finanzierungsmodelle es in Ihrem Unternehmen für ein Sabbatical gibt.
  • Machen Sie Ihrem Chef Vorschläge, wie Ihr Job während Ihrer Abwesenheit möglichst effektiv erledigt werden kann. Sprechen Sie zudem mit den Kollegen, die von Ihrer Auszeit durch Mehrarbeit betroffen sein könnten.
  • Sprechen Sie mit allen Versicherungsträgern, was mit den Versicherungen während Ihrer Auszeit passiert und welchen zusätzlichen Versicherungsschutz Sie womöglich brauchen.
  • Schließen Sie mit Ihrem Arbeitgeber einen Vertrag ab, der alle Details Ihrer Übereinkunft schriftlich fixiert.
  • Sprechen Sie mit Menschen, die bereits ein Sabbatical gemacht haben, über ihre Erfahrungen. Solche Gespräche können Ihren Entschluss bekräftigen – oder aber dazu beitragen, sich von unrealistischen Erwartungen an die Auszeit zu verabschieden.
  • Sofern Ihr Auszeitprojekt mit hohen Kosten verbunden ist: Überlegen Sie sich rechtzeitig, auf welche "Geldfresser" Sie verzichten, in welchen Lebensbereichen Sie sich einschränken können. Sollten Sie für Ihr Sabbatical ins Ausland gehen: Erwägen Sie die Untervermietung Ihrer Heimatwohnung, um doppelte Kosten für Miete und Energieversorgung zu vermeiden. Klären Sie, ob Sie eine Auslandskrankenversicherung brauchen.
  • Auch Ihre Familie und enge Freunde sollten hinter Ihnen stehen. Beziehen Sie deshalb Menschen, die Ihnen am Herzen liegen, frühzeitig in Ihr Vorhaben ein.
  • Betrachten Sie die Auszeit als vorübergehenden Ausstieg. Planen Sie mit Ihrem Sabbatical auch schon Ihren Wiedereinstieg in die Arbeit. Sofern Sie spüren, dass der Gedanke an die Rückkehr in Ihren Job Widerwillen erzeugt, sollten Sie sich überlegen, ob ihr Ziel nicht eher ein Wechsel des Arbeitsplatzes sein sollte.
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