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Top-Thema Unter Drogen
Sonntag Top-Thema Unter Drogen
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20:07 12.01.2018
“Lustige deutsche Lieder bringen noch mehr Geld“: Bernd, Sohn einer Klavierlehrerin, nimmt das Gitarrespielen und Singen sehr ernst. Quelle: Jacqueline Schulz
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Berlin

Beim Heroin, sagt Bernd, ist er ein Spießer. Dreimal täglich konsumiert er: morgens, mittags, abends. Nicht öfter, nicht seltener. Und nur noch zu Hause. Früher, da hat er es auch auf dem City-Klo getan, aber da spielen sie immer die gleiche Musik, das macht einen verrückt. Und dann die ganzen anderen Junkies. Warum müssen die immer gleich alle Klischees bedienen? Immer dreckig ist es auf dem City-Klo. Spritzen und Taschentücher voller Blut und so liegen da rum. Bernd findet das ekelig. Wenigstens sauber machen kann man doch.

Er steckt sich eine an. Bernd ist ein höflicher Mann. Also steht er auf, damit der Rauch nicht rüberzieht.

Jedenfalls, nein, Heroin nur noch zu Hause. Um vier in der Früh steht er auf, dann geht er Drogen holen. Es gibt Kugeln für 10 und 15 Euro, da kann man übel betrogen werden. Aber Bernd kennt seine Leute.

Ist Heroin rein, macht es den Körper kaum kaputt, das ist so, sagt Bernd. Aber meistens ist es nicht rein. Nach wie vor fordert Heroin jährlich die meisten Drogentoten. Und: Psychisch belastet das Heroin massiv. Heroin, das ist, chemisch ausgedrückt, die Substanz C21H23NO5, Diacetylmorphin. Der Wirkstoff dockt an den Opiatrezeptoren im zentralen Nervensystem an, was das Schmerzempfinden mindert. Heroin gilt als eines der wirksamsten Schmerzmittel. Gleichzeitig wirkt die Droge entspannend, beruhigend und euphorisierend.

Bernd ist, was seine Arbeitsmoral angeht, nach eigenem Bekunden sehr spießig. Quelle: Jacqueline Schulz

Das erste Mal raucht Bernd sein Heroin morgens bis Punkt sechs. Dann singt er sich warm, 20 Minuten exakt, Bernd ist penibel. Anschließend macht er sich auf, in die Berliner S-Bahn, Musik machen. Früher auch mal in die U-Bahn. Aber da hat er vier Monate arbeiten müssen zur Strafe. Hätte er das nicht getan, wäre er im Gefängnis gelandet.

Auf jeden Fall: Seitdem macht er keine U-Bahn-Musik mehr. In der U-Bahn sind sie ohnehin strenger als in der S-Bahn. Wegen der privaten Sicherheitsleute, sagt Bernd.

Bernds Zigarette ist ausgegangen. Er legt sie weg und zückt eine PET-Flasche. Ist Bier drin. Er kann die Flasche auf- und zumachen, wann er möchte. Und auch mal beim Spielen was trinken.

Beim Spielen ist Bernd ebenfalls spießig. Um Punkt sieben fängt er an, nicht früher, nicht später. Sehr deutsch. Dann wird gesungen und Gitarre gespielt. Die Gitarre ist immer gestimmt. Bernd verspielt sich nie.

“Ganz früh morgens ist es am schönsten“

Um sieben, ganz früh morgens, ist es am schönsten, denn morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. Das ist doch auch so ein Buch, erinnert sich Bernd. Das war von diesem … na … jedenfalls, das war so ein Feelgood-Buch, früher.

Bernd greift zur Zigarette und zündet sie wieder an.

Und recht hat er, der … na, der … wie hieß der noch gleich? … jedenfalls: Um sieben, da sind die Leute noch gut drauf. Nicht so wie abends. Um sieben, da geben sie noch was. Von da an bis um neun macht Bernd den meisten Umsatz. Denn da fahren die, die zur Arbeit müssen. Da gibt’s auch mal Ein- und Zwei-Euro-Stücke. Ab elf dann nur noch 20 Cent oder so. Jetzt sind nur noch die Arbeitslosen in der Bahn.

Vier Stunden braucht Bernd, dann hat er genug verdient für den Tag. Zwei Drittel gehen für’s Heroin drauf, ein Drittel sind für Strom, Internet, Miete und so. Zusammen mit zwei Frauen wohnt Bernd, eine davon ist seine Freundin. Auch sie konsumiert. Die andere nicht, noch nie. Aber Bernd ist ein guter Mitbewohner, spült öfter als die anderen zusammen, deshalb ist das mit dem Heroin kein Problem.

Da ist eine Wespe an seinem Bier. Ich mache sie tot, sagt Bernd. Ich schwör’s dir. Die Zigarette ist schon wieder aus. Bernd legt sie beiseite. Sein Daumennagel ist grün lackiert. Aus Langeweile. Er ist Künstler, er darf das.

Bernds Musik verstößt in der Berliner S-Bahn gegen das Hausrecht – doch die meisten Fahrgäste freuen sich trotzdem. Quelle: Jacqueline Schulz

Früher, da hat Bernd auch legal gespielt. Mit Genehmigung und Pipapo. Hat sich in die U-Bahnhöfe gestellt, und es lief ja auch. Aber dann kam die Wirtschaftskrise und danach lief gar nichts mehr. Also ist er rein in die Bahnen.

Allein im Bereich der Stadtbahn zwischen Berlin-Westkreuz und Berlin-Ostkreuz sind rund um die Uhr sechs Teams der Deutschen Bahn im Einsatz, um das zu verhindern. Denn Bernds Musik verstößt gegen das Hausrecht, heißt es bei der Bahn. Erwischen sie ihn, dann gibt’s entweder einen Rauswurf, eine Verwarnung oder eine Anzeige. Erfolgreich sind diese Ordnungsmaßnahmen nicht. Neben Bernd gibt es unzählige weitere S-Bahn-Musiker in Berlin.

Ein bisschen gemein ist das schon, sagt Bernd. Die Leute können ja nicht einfach weggehen. Aber die meisten wollen das auch gar nicht. Von 20 Mann … da sind vier, die geben Geld. Zehn finden’s gut, aber geben nichts, vier sind genervt und zwei finden’s richtig scheiße. Aber wenn einer sagt, dass er aufhören soll, da macht Bernd das sofort. Weil das sofort auf alle anderen ausstrahlt. Wenn einer was sagt, dann gibt keiner mehr was. Aber wenn einer was gibt, dann gibt’s plötzlich Kohle von allen.

“Du kannst nicht einfach drei Akkorde spielen“

Da war ein Typ, der hat in einer Hotelbar gespielt. Der konnte 100 000 Lieder, bestimmt. Alle. Charts und so. Er konnte sie spielen und singen. Das wollte Bernd auch. Also hat er sich das beigebracht. Der Typ hat ihm geholfen dabei.

Wenn du Leuten was vorspielen willst, dann kannst du nicht einfach drei Akkorde spielen und gut ist. Da musst du richtig einen Anfang haben und einen Schlussakkord. Und singen musst du auch können.

Bernd war im Chor. Gut in der Schule, sehr gut im Abitur, bürgerliche Erziehung: Mutter Klavierlehrerin, Vater … der Vater ist früh gegangen, da war Bernd acht Jahre alt.

Auf jeden Fall: Damals war Bernd auch im Volleyballverein. Da kannte er noch keine Drogen, keine Subkultur, kannte nur das Leben auf dem Land. Irgendwann hat der Trainer dann mal in die WG eingeladen. Und so was, das glaubst du nicht, das hast du noch nicht gesehen: Das war ne Hippie-WG. Da hab ich das erste Mal gesehen, dass es auch noch was anderes gibt im Leben, sagt Bernd. Alles nicht so reglementiert, und dann war Bernds Mutter auch ein bisschen anstrengend zu der Zeit, Klavierlehrerin halt. An diesem Abend hat Bernd das erste Mal gekifft.

Das erste Mal Heroin war ganz gut, sagt Bernd, aber wollte er nicht gleich noch mal. Inzwischen konsumiert er dreimal täglich. Quelle: Jacqueline Schulz

So gut hat ihm das andere Leben gefallen, da ist er gleich in die WG gezogen. Abgespült hat damals keiner. Essen nur von Papptellern und dann weggeworfen alles. Aber die Töpfe mit Tomatensoße, das hat geschimmelt, hui, so hoch. Bernd begann regelmäßig zu kiffen in der Zeit, dann und wann gab’s auch mal Drogen. Das erste Mal Heroin war ganz gut, sagt Bernd, aber wollte er nicht gleich noch mal. Das ist ungewöhnlich, denn Heroin hat ein ex­trem hohes Abhängigkeitspotenzial.

Laut Drogenbericht der Bundesregierung kommt es bereits wenige Stunden nach dem ersten Konsum zu Entzugserscheinungen: Schweißausbrüche, Zittern, Schwächegefühle, Gliederschmerzen, Ma­genkrämpfe, Übelkeit, Kreislaufstörungen, Temperaturschwan­kungen, Krampfanfälle, Angstzustände, Depressionen, Unruhegefühle, Selbstmordgedanken. Die Ausprägungen sind stark, aber bei jedem unterschiedlich.

Bernd fühlte nichts davon und war noch lange nicht süchtig. Er schrieb sich in Soziologie ein, ging arbeiten, kiffte und ging reisen von dem Geld, dann studierte er Geologie in Berlin. Das war scheiße. Alles war härter, alles war kälter, keine Freunde, Bernd war jedes Wochenende zu Hause. Unwohl hat er sich gefühlt. Zurück hat er gewollt. Dann irgendwann hab ich ne “B.Z.“ gelesen, sagt Bernd, über die Drogenhölle Kotti. Also ist er hingegangen. Wenn es da was gab, warum dann nicht kaufen?

“... und dann merkste plötzlich, dass du jetzt ein Junkie bist“

Er begann wieder Heroin zu konsumieren. Vereinzelt. Das ist ja der Mist, sagt Bernd: Alle sagen dir, von Heroin wirst du sofort süchtig und dein Körper reagiert krass und alles. Aber nein, ist nicht so. Bei keinem, den Bernd kennt. Dann machste das wieder und wieder, sagt Bernd, und wie alle Junkies denkst du, aufhören kannst du immer. Aber dann wachst du morgens auf und merkst, dass du dich krank fühlst, dann nimmste was, und es geht dir besser, und dann merkste plötzlich doch, dass du jetzt auch ein Junkie bist.

Einer von schätzungsweise 153 000 Heroinabhängigen. Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2017 sind die meisten von ihnen Männer, die größte Altersgruppe der Konsumenten die der 18- bis 20-Jährigen. Wirklich zu ermitteln ist die Summe der Abhängigen jedoch nicht.

Als Bernd merkte, dass er jetzt ein Junkie ist, da musste er Prioritäten setzen. Da muss man sich erst mal fragen, woher man das Geld kriegt. Also guckte Bernd, woher es die anderen kriegen. Einfach in den Supermarkt sind die und haben mitgenommen, was sie brauchten. Also machte Bernd das auch. Jeden Tag. Irgendwann haben sie ihn erwischt. 250 Euro Strafe nur, aber danach konnte ich nicht mehr, sagt Bernd. Das war einfach so eine Kopfsache.

Pünktlich anfangen, pünktlich aufhören, den Geschmack der Leute respektieren. Fahrräder klaut Bernd heute nicht mehr. Quelle: Jacqueline Schulz

Also hat er Fahrräder geklaut, ein bis zwei am Tag. Damals, 1989, war das ganz leicht in Berlin, da biste mit dem Rad über den Prenzlauer Berg gefahren und hast gefragt, ob einer ein Rad will, und einer will immer. Die anderen brachte ein Mittelsmann zum Verkauf nach Leipzig.

Gesessen hat er deswegen nie, obwohl er neben den Bullen gewohnt hat. Nur wegen seines Heroins. Aber dann gleich anderthalb Jahre. Aber wenn ich so denk, was ich alles gemacht hab, mit den Fahrrädern und so, wofür sie mich alles nicht gekriegt haben, das war okay, sagt Bernd. Echt, das war okay. Anderthalb Jahre. Trotzdem dealt Bernd heute nicht mehr.

Bernd zündet seine Zigarette wieder an.

Jedenfalls ist Singen im Chor was ganz anderes, als wenn du Rock singst, sagt er. Da muss man rauer singen. Und sich erstmal überwinden. Heute kann Bernd das. Hat Material für bis zu drei Stunden Gesang. Alle drei Monate macht er ein anderes Programm.

Am besten kommen deutsche Lieder

Am besten kommen deutsche Lieder. Als er so eins mal gesungen hat, da hat eine Oma gesagt, Mensch, endlich mal deutsche Lieder. Also singt er seitdem deutsche Lieder. Und später ist er dann auf lustige deutsche Lieder gekommen, die bringen noch mehr Geld. Der größte Moneymaker ist “Marzipan“ von “Monsters of Liedermacher“. Und “Probleme“ von Bodo Wartke. Hat Bernd aus dem Internet. Das muss er sagen, die sind echt gut, diese Suchmaschinen. Die haben immer gleich, was Bernd braucht. Heute freuen sich die Leute, wenn Bernd zu ihnen kommt. Sie grüßen ihn und ärgern sich, wenn das Lieblingslied nicht gekommen ist. Bernd ist besser geworden, stimmlich und technisch.

Jetzt braucht Bernd einen Schluck Bier.

Übrigens nur Bernd. Einfach Bernd. Er hat auch schon überlegt, ob er sich mal einen Künstlernamen zulegt. Müsste er eigentlich mal machen. “Der Vagabund“ oder so.

Jedenfalls, da sind auch Leute, die können Bernd ganz und gar nicht leiden. Vor einiger Zeit hat ihn so einer angepöbelt. Bernd hat sich weggedreht, und da hat der andere ihn getreten. Bernd ist einfach vornübergefallen, mit dem Gesicht voll gegen die Scheibe. Hat knack gemacht, und die Nase war angebrochen. Im Krankenhaus war Bernd nicht, sagt er. Die Form seiner Nase sagt, dass das keine Lüge ist.

Nicht alle Fahrgäste sind begeistert von Bernds Auftritten – manch einer wird sogar handgreiflich. Quelle: Jacqueline Schulz

Auch die anderen Musiker. Mit den meisten kann man sich arrangieren. Aber die Rumänen, mit denen ist’s schwierig. Einmal sagte Bernd zu ihnen: Die Bahn da vorn, die könnt ihr nehmen, wenn ihr wollt. Und dann sagten sie: Gar nichts zu sagen habe er. Bis Nollendorfplatz hat er still zu sein. Und weil Bernd sich das nicht gefallen lassen wollte, drohten sie ihm Schläge an. Mafia nennt Bernd sie deshalb. Rumänen-Mafia. Und denen geht es nur ums Geld. Spielen kein Lied zu Ende. Kein Schlussakkord. Für Bernd kommt so was nicht infrage.

Die S-Bahn Richtung Wusterhausen, die macht zwischendurch drei Minuten Pause. Da ist alles still und alle können Bernd verstehen, das ist gut für Bernd und gut für seine Einnahmen. Gut sind auch die Doppelbahnen, die machen nicht so laute Fahrgeräusche. Doof dagegen die Heizung. Die geht immer an und aus. Wenn sie angeht, verstimmt sich die Gitarre, wenn sie ausgeht, auch wieder.

Von Ostkreuz bis Zoo fährt Bernd am liebsten. Eigentlich die Ringbahn, aber da sind so viele Kontrollen.

“Methadon macht satt, aber Heroin befriedigt dich“

Bernd schwitzt, es ist warm heute.

Berlin ist schlimm geworden, sagt er dann. In den letzten zwei, drei Jahren, da seien immer mehr Bettler dazugekommen. Und immer mehr Junkies. Wenn er morgens um sieben zu spielen beginnt, dann schlafen noch Etliche auf der Straße, weil sie kein Zuhause haben. Das ist krass, sagt Bernd. Und das sage er, ein Junkie.

Er steckt sich eine weitere Zigarette an.

Es störe ihn, das Rauchen. Der Alkohol auch. Damit hat er während der Substitution angefangen. Weil Methadon allein es einfach nicht bringt, sagt Bernd. Methadon macht satt, aber Heroin befriedigt dich. Also nahm Bernd früher, als er es mit Substitution noch versuchte, Methadon plus Alkohol. Wobei: Methadon am Ende nur noch vom Kotti. Beim Arzt ist mit Methadon nämlich Kindergarten. Da wirst du kontrolliert wie ein Kind. Und der Arzt war selbst mal Alkoholiker. Jetzt ist er tot.

Jedenfalls, mit dem Heroin kann Bernd mittlerweile gut leben. Aber der Alkohol und das Rauchen, das muss nicht sein. Bernd merkt richtig, wie es ihn angreift. Ihn, der ohnehin an Hepatitis C leidet. Viele der Heroinsüchtigen haben diese Krankheit, die vor allem die Leber angreift. Wegen der Spritzen, an denen steckt man sich an. Auch HIV und Hepatitis B. Laut Druck-Studie des Robert-Koch-Instituts haben sich 70 Prozent der Heroinkonsumenten mit einer der drei unheilbaren Krankheiten infiziert.

Bernd kann sein Leben von den Einkünften als Sänger in der Berliner S-Bahn finanzieren – auch das Bier und die Zigaretten, auch wenn er eigentlich lieber nicht trinken und rauchen würde. Quelle: Jacqueline Schulz

Wenn Bernd hustet – und er hustet oft –, dann rappelt und gurgelt es in der Lunge. Vor Kurzem hat er einen Freund im Krankenhaus besucht. Ganz gebückt ging der, und dann kam ihm so ein Schlauch aus der Lunge, wo Flüssigkeit rauslief. Ich will nicht wissen, was mir dann blüht, sagt Bernd. Letzten Monat hat es ihn zwei Wochen umgehauen. Das war schlimm, denn Bernd braucht das tägliche Geld.

Wenn er einen Wunsch hätte, würde er gern reisen. Wie früher. Nach Marokko. Aber das ist ja das Problem als Junkie. Du bist gebunden. Du kommst nicht raus aus Berlin.

Aber er ist zufrieden hier. Klar, einiges nerve ihn. Aber da ist sein Job – und der mache ihn glücklich. Noch nie gab es so viel Lob, so viel Bestätigung, so viele Menschen, die sich freuen. Seinetwegen. Wenn Bernd scheiße drauf ist, und dann singt er sich ein, da kriegt er gleich wieder gute Laune. Und wenn er dann arbeitet, dann geht es ihm richtig gut. Nur die Sache mit der Gesundheit. Aber auch das ist okay. Ich hätte eh nicht gedacht, dass ich so alt werde, wie ich heute bin, sagt Bernd.

“Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe“

Er ist 53.

Nein, 54.

Er lacht. Wohl eins von beidem.

2002, da hatte sich seine Ex gerade getrennt, hatte einfach einen anderen. Bernd hat sich zwei Tage voll zugedröhnt mit Tabletten, Kokain und Heroin und allem. Dann ist er eingeschlafen in seiner Wohnung. Als er erwachte, hat alles gebrannt. Sogar die Matratze schon. Als ich rauskam, sagt Bernd, das war … Ich hätte schon tot sein sollen. Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe.

Bernds Job macht ihn glücklich, sagt er. Noch nie gab es so viel Lob, so viel Bestätigung, so viele Menschen, die sich freuen. Seinetwegen. Quelle: Jacqueline Schulz

Bernd hat den Text gelesen und einer Veröffentlichung ohne Änderungen zugestimmt.

Von Julius Heinrichs

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