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Überregional Nach Hoffenheim verpflichtet auch der VfL Wolfsburg einen 13-Jährigen
Sportbuzzer Fußball Überregional Nach Hoffenheim verpflichtet auch der VfL Wolfsburg einen 13-Jährigen
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11:09 12.01.2012
Von Stefan Knopf
Sucht sein Glück im Fußballinternat: Nico Franke verlässt seine Mutter Kerstin. Quelle: Wilhelm
Wolfsburg

Es ist der zweite spektakuläre Wechsel dieser Art innerhalb weniger Tage. Erst Anfang der Woche hatte Wolfsburgs Bundesligakonkurrent 1899 Hoffenheim den ebenfalls 13 Jahre alten Nico Franke von TeBe Berlin in sein Jugendinternat gelotst, und der Öffentlichkeit wurde schlagartig bewusst, wie weit der Wahnsinn im Fußball inzwischen fortgeschritten ist. Als Hoffenheim die Verpflichtung des Berliner Jungen bekannt gab, empörte sich halb Fußball-Deutschland, und sogar Michel Platini, als Präsident der UEFA quasi Europas höchster Fußballfunktionär, schaltete sich ein und forderte ein Transferverbot für Minderjährige.

Dabei ist die Debatte den Verantwortlichen längst entglitten. Das Geschäft mit den Träumen der vorpubertären Talente boomt, Vereine schicken Beobachter rund um den Globus zu Spielen der Zehn- bis 14-Jährigen. Getrieben einerseits von der Hoffnung, einen neuen Lionel Messi zu entdecken, getrieben andererseits von der Angst, einen neuen Messi zu übersehen. Hatte nicht auch der derzeit beste Fußballer der Welt seine Karriere im Jugendinternat des FC Barcelona im Alter von 13 Jahren begonnen? Und das Risiko hält sich ja in Grenzen, wenn die Jungs eines Tages doch lieber den Mädchen hinterherjagen statt dem Ball.

Dass vielfach dubiose Spielerberater Jugendlichen wie deren Eltern eine Weltkarriere versprechen wie in Hollywood zwielichtige Agenten und Filmemacher den Starlets, macht die Sache nicht besser. Im Bestreben, immer nur das Beste für ihre Kinder zu wollen, schicken manche Eltern ihre Sprösslinge schon im Kindergartenalter zu Englisch-, Spanisch- oder Chinesisch-Sprachkursen, andere erhoffen sich die große Sportkarriere.

Die wenigsten der jungen Fußball-Globetrotter hatten schon mal die Gelegenheit, so etwas wie Heimweh kennenzulernen. Er sei noch nie länger als eine Woche alleine von zu Hause weg gewesen, erzählte Nico Franke der „B.Z.“, bevor er in den Zug stieg, der ihn in seine Fußballzukunft bringen sollte. Takefusa Kubo, der mit zehn Jahren von Japan nach Barcelona in „Barças“ Jugendinternat zog, wird das ähnlich ergangen sein.

Zumindest Manchester United hat klare Altersvorstellungen, was Talente angeht: Als Späher auf den drei Jahre alten Charlie Jackson aufmerksam wurden, war der Junge den Verantwortlichen entschieden zu jung. Inzwischen darf Jackson beim englischen Rekordmeister trainieren. Er ist jetzt fünf Jahre alt.

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