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Überregional Süßwaren-Repräsentant will Denis Wolf für philippinische Auswahl gewinnen
Sportbuzzer Fußball Überregional Süßwaren-Repräsentant will Denis Wolf für philippinische Auswahl gewinnen
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20:31 02.11.2010
Der frühere 96-Profi Denis Wolf. Quelle: Ulrich zur Nieden (Archivbild)

Die philippinische Nationalhymne kann Denis Wolf nicht einmal ansatzweise mitsingen. Er sollte schleunigst beginnen, sie zu lernen. Denn schon bald könnte der gebürtige Hannoveraner, Sohn eines Deutschen und einer Philippinerin, sein erstes Länderspiel im Trikot der philippinischen Fußball-Nationalmannschaft bestreiten. Und da Staatspräsident Benigno Aquino die Nationalhymne so sehr liebt, herrscht beim Erklingen der selbigen in der südostasiatischen Republik Mitsingpflicht. Wer den Text nicht kann oder auch nur ein paar Töne danebenhaut, dem droht eine Gefängnisstrafe.

Doch Text- und Tonlagensicherheit sind für den 27-jährigen früheren Profi von Hannover 96 derzeit das kleinste Hindernis auf dem Weg zum Nationalspieler. Wolf, der am Mittwochnachmittag mit dem Regionalligisten 1. FC Magdeburg beim

TSV Havelse antritt, hat zwar schon vor einigen Monaten eine Einladung zu einem Probetraining auf den Philippinen erhalten, verbunden jedoch mit der Bitte, die Kosten für Flüge und Unterkunft selbst zu tragen. Wolf ist das bislang zu heikel.

Irgendwie passt diese ungewöhnliche Sparmaßnahme des nationalen Fußballverbands PFF aber zu der ungewöhnlichen Geschichte eines Landes mit fast 90 Millionen Einwohnern, das mit Hilfe eines deutschen Süßwaren-Repräsentanten nicht nur talentierte ausländische Fußballer mit philippinischen Wurzeln, sondern auch den Weg aus der sportlichen Bedeutungslosigkeit sucht.

Ausgangspunkt dafür soll die bayerische Provinz sein. Von hier aus, so hoffen sie, wird es wieder aufwärts gehen für die Südostasiaten, die in der FIFA-Weltrangliste als 152. noch hinter den Malediven und Tadschikistan liegen. Dank Alfons Schunk, einem fußballbegeisterten 59-Jährigen, der mit einer Philippinerin verheiratet ist. Seit fünf Jahren reist er als Spielerbeobachter für die Philippinen durch Europa. Ein beiläufiges Gespräch mit dem Verbandspräsidenten hat ihm 2005 zu seinem Posten verholfen. „Ich habe dem Präsidenten damals erklärt, dass das Land nur eine Chance hat, wenn es die gut ausgebildeten Spieler aus Europa herholt“, sagt Schunk.

Nur fehlte zu jenem Zeitpunkt noch das Geld. Die 250.000 Euro im Etat reichten nicht einmal zur Teilnahme an kontinentalen Wettbewerben. Dass die Philippinen nun im großen Stil sichten, ist den Milliarden des einheimischen Eisenbahn-Unternehmers Dan Palami zu verdanken. Er lenkt nun die Geschicke der Nationalmannschaft.

Inzwischen stehen zahlreiche „Ausländer“ im Kader, darunter Neil Etheridge, Torwart des englischen Erstligisten FC Fulham, und Stephan Schröck vom Zweitligisten Greuther Fürth. Dennoch verfolgt Schunk vorerst bescheidene Ziele. Zum ersten Mal nach 24 Jahren Abwesenheit wollen die Philippinen von 2011 an wieder an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 teilnehmen. Denis Wolf würde dann gerne mitspielen. „Ich habe großes Interesse und wäre zu diesem Abenteuer bereit“, sagt der 27-Jährige. Bleibt zu hoffen, dass er bis dahin die philippinische Hymne in Text und Melodie beherrscht.

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