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Überregional Wolfsburg-Profi Malanda stirbt bei Autounfall
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23:31 10.01.2015
Das belgische Fußballtalent Junior Malanda ist bei einem Autounfall auf der A2 ums Leben gekommen. Quelle: dpa
Wolfsburg

Die Fußball-Bundesliga trauert um Junior Malanda. Der Profi des VfL Wolfsburg kam am Sonnabend bei einem Autounfall in der Nähe von Porta Westfalica ums Leben. Das sagte die Polizei in Wolfsburg am Abend der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte einen Bericht der „Bild am Sonntag“. Der belgische Junioren-Nationalspieler, der seit Beginn des Jahres 2014 für die Niedersachsen spielte, wurde nur 20 Jahre alt.

Malanda hatte in der laufende Saison zehn Spiele für den Europa-League-Teilnehmer bestritten. Er befand sich auf der Anreise zum Flughafen Braunschweig. Von dort wollte er mit dem VfL-Team ins Trainingslager nach Südafrika fliegen. Manager Klaus Allofs sagte nach längerer Beratung mit der Clubführung den vorgesehenen Abflug am Abend ab. Der Verein will nun am Sonntag entscheiden, ob er mit Verspätung ins Trainingslager fliegt oder die Reise komplett absagt.

Nach Angaben der Polizei Bielefeld ereignete sich der tödliche Unfall gegen 15.20 Uhr auf der A 2 in Fahrtrichtung Hannover, als ein VW Touareg, in dem Malanda mitfuhr, bei Starkregen nach Zeugenaussagen ohne Fremdeinwirkung aus noch ungeklärter Ursache ins Schleudern kam. Das Auto prallte gegen einen Baum. Dabei wurde Malanda aus dem Auto geschleudert und starb noch am Unfallort. Der Fahrer und ein Beifahrer, ebenfalls 20 Jahre alte Belgier, seien bei dem Unfall schwer verletzt worden, hieß es weiter.

„Wir sind wahnsinnig betroffen, es ist ein ganz furchtbares Unglück“, sagte VfL-Aufsichtsratsmitglied Stephan Grühsem in einer ersten Stellungnahme. Malandas belgischer Teamkollege Kevin De Bruyne teilte auf Instagram mit: „Wir haben einen großen Freund zu früh verloren. Ruhe in Frieden, Du wirst immer bei uns sein.“

Auch bei Hannover 96 löste die Meldung über den tragischen Unfalltod Bestürzung aus. „Die Nachricht ist furchtbar. Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und natürlich allen die täglich beim VfL Wolfsburg mit ihm zusammen waren“, sprach Sportdirektor Dirk Dufner über Twitter sein Beleid aus. Auch 96-Kapitän Lars Stindl äußerte sein Mitgefühl mit den Hinterbliebenen des jungen Belgiers.

Weltverbandspräsident Joseph Blatter zeigte sich „geschockt und traurig“: „Der Fußball verliert ein großes Talent.“ Auch Belgiens Nationaltrainer Marc Wilmots erklärte: „Der belgische Fußball verliert eines seiner größten Talente. Mein tiefstes Mitgefühl gilt der Familie und den Bekannten von Junior Malanda.“

Zahlreiche Bundesligisten drückten binnen Minuten ihre Anteilnahme aus. Die meisten Spieler des VfL Wolfsburg wurden auf dem Weg zum Treffpunkt auf dem Flughafen Braunschweig-Waggum von der Todesnachricht überrascht. Sie reagierten geschockt und fuhren am Abend zurück in ihre Wohnungen.

Die Entscheidung, ob das Team des Tabellenzweiten den Aufenthalt in Südafrika komplett absagt oder nicht, ist nach Angaben einer Vereinssprecherin „völlig offen.“

Malanda ist nach Jürgen Moll (Eintracht Braunschweig/1968), Lutz Eigendorf (Eintracht Braunschweig/1983) und Maurice Banach (1. FC Köln/1991) der vierte aktive Bundesligaspieler, der bei einem Autounfall stirbt.

Junior Malanda - eines der größten Fußball-Talente Belgiens

Junior Malanda galt als eines der größten Fußball-Talente in Belgien. Der am 28. August 1994 in Brüssel geborene Spieler durchlief sämtliche Jugend-Auswahlmannschaften seines Landes, ehe er zu Beginn des vergangenen Jahres erstmals in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg auflief. Bei der 1:2-Niederlage der Niedersachsen beim FC Bayern im Eröffnungsspiel dieser Saison erlangte Junior Malanda landesweite Aufmerksamkeit, weil er den Ball kurz vor Schluss der Partie frei vor dem Münchner Tor an die Latte schoss und damit das mögliche Remis verpasste.

Der Belgier, der in Wolfsburg einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 besaß, wurde von VfL-Trainer Dieter Hecking diese Spielzeit in zehn Vorrundenspielen eingesetzt.

Malanda hatte in der Jugendabteilung des RSC Anderlecht mit dem Fußballspielen begonnen und wechselte bereits als 12-Jähriger nach Frankreich zum OSC Lille. Dort absolvierte er insgesamt 17 Ligaspiele für die zweite Mannschaft. Nach fünfjährigem Aufenthalt im Nachbarland kehrte der Spieler 2012 nach Belgien zurück, wo er sich dem SV Zulte Waregem anschloss. Mit der U-21-Nationalmannschaft Belgiens bestritt er unter anderem sechs Länderspiele in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2015.

dpa/cli

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