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Hannover 96 4:0 in Wolfsburg: 96 zerlegt den VfL
Sportbuzzer Hannover 96 4:0 in Wolfsburg: 96 zerlegt den VfL
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06:15 05.09.2012
Von Jörg Grußendorf
Artur Sobiech (l) bejubelt seinen Treffer zum 0:2 mit Szabolcs Huszti und Konstantin Rausch (r). Quelle: dpa
Wolfsburg

Welch ein Auftritt! Die „Roten“ spielten nicht nur herzerfrischend, sondern auch anspruchsvoll, erfolgreich und wunderschön. Sie demütigten den VfL Wolfsburg in dessen Stadion geradezu. Sie verzauberten am Sonntag bei diesem unglaublich sehenswert herausgespielten 4:0-Erfolg nicht nur ihre Fans, sondern auch viele der Wolfsburger. Zumindest die, die diese Vorführung ihrer Elf bis zum Ende aushielten. „96 war heute in allen Belangen überlegen“, sagte VfL-Trainer Felix Magath. Und das war diesmal fast noch untertrieben.

Hannover 96 hatte ganz groß aufgespielt, hatte damit die ersten VfL-Sympathisanten schon nach 60 Spielminuten aus dem Stadion getrieben, beim Abpfiff war die Volkswagen-Arena gar halb leer. Sie hatten gestrichen die Nase voll von ihrer Mannschaft. Einerseits verständlich, aber dadurch verpassten sie mindestens 30 Minuten dieser filigranen hannoverschen Fußballgala. Das sollte ihnen trotz der Pleite für ihr Team eigentlich leid tun.

Es war nämlich geradezu unfassbar, mit welcher Leichtigkeit Jan Schlaudraff und Co. ihr Spiel auf- und durchzogen. Wie sie vier wunderbare Tore vorbereiteten und erzielten. Und das nicht gegen ein fußballerisch limitiertes Team wie Slask Breslau in der Europa-League-Qualifikation, sondern gegen einen Bundesligisten, der in diesem Jahr sehr hohe Ziele hat und die Champions League anvisiert.

Diesem Anspruch genügte der VfL aber niemals. Das trotteten elf Einzelspieler über den Platz, die dem Tempofußball der „Roten“ hoffnungslos unterlegen waren. 96 bot seinem Gegner Anschauungsunterricht der allerbesten Art. Dass VfL-Trainer Magath in seiner Erklärungsnot das frühe Saisonstadium anführte und betonte, 96 habe schon mehr Pflichtspiele bestritten als seine Mannschaft, klingt da wie eine billige Ausrede. Am Ende mutete es ähnlich armselig an wie das, was seine Spieler auf dem Platz geboten hatten.

Und es war ziemlich unfair gegenüber den hannoverschen Fußballern, die einen sogenannten Sahnetag erwischt hatten. Ausgangspunkt vieler gelungener 96-Aktionen war der Ideengeber Schlaudraff, direkter Vorlagengeber aber viermal Szabolcs Huszti, der schier über sich hinauswuchs. Dem kein Weg zu weit war, der diesmal keinem Zweikampf aus dem Weg ging, dem nahezu alles gelang. Und der in seinem linken Fuß so viel Gefühl hatte.

Demütigung für den VfL Wolfsburg: Die "Roten" nehmen das Team von Felix Magath im Niedersachsen-Duell auseinander. Für 96 trafen Haggui, Andreasen und Sobiech (2).

Und vorn drin hatte 96 einen Stürmer, der sich als Rammbock gegen die langen und harten Emanuel Pogatetz und Naldo bewährte, der ein ständiger Unruheherd war und sich mit zwei Toren selbst belohnte: Artur Sobich. Der Pole, der etwas überraschend in der Anfangself stand, nutzte eine Hereingabe Husztis zum 2:0 (26. Minute) und einen Huszti-Freistoß zum 4:0 (56.). Davor hatten Karim Haggui das 1:0 (10.) per Kopf besorgt, nach Freistoß von Huszti, und Leon Andreasen das 3:0 (52.) nach einer Flanke von Huszti.

„Das war eine Freude, dieser Mannschaft zuzusehen“, sagte 96-Klubchef Martin Kind. Trainer Mirko Slomka merkte an, dass er wahnsinnig glücklich sei. „Es war von allen eine tolle und konzentrierte Leistung“, sagte der 44-Jährige, „sowohl in der Defensive als auch in der Offensive.“ Stimmt. Es war eine einzige Gala.

l Fans beleidigen Pogatetz: Fiese Gesänge der hannoverschen Fans gegen den ehemaligen 96er Emanuel Pogatetz haben 96-Klubchef Martin Kind auf die Palme gebracht. „Das sind Arschlöcher“, sagte er ungewohnt krass, „die sollen zu Hause bleiben. Die sind nicht bundesliga- und erst recht nicht europatauglich.“ Er entschuldige sich beim VfL, vor allem aber bei Pogatetz, den er in dessen hannoverscher Zeit als „tadellosen Sportsmann“ kennen gelernt habe.

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