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Hannover 96 96-Reserve zieht nach Ricklingen um
Sportbuzzer Hannover 96 96-Reserve zieht nach Ricklingen um
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22:16 21.05.2012
Raus aus der Riesen-Arena: Die Amateure von Hannover 96 sollen nach Ricklingen umziehen. Quelle: Petrow (Archivfoto)
Hannover

Wer am Sonnabend in der AWD-Arena zu den Zuschauern des Regionalliga-Fußballspiels der Reserve von Hannover 96 gegen den 1. FC Magdeburg gehörte, der könnte gut beraten sein, die Eintrittskarte vom Saisonfinale nicht wegzuwerfen. Sie dürfte schon bald Erinnerungswert haben. Denn die „U23“-Telente der „Roten“ sollen ihre Spiele künftig nicht mehr vor überwiegend leeren Rängen in der Riesenschüssel am Maschsee austragen, sondern nach HAZ-Informationen im wesentlich kleineren Beekestadion. Die Verhandlungen seien bereits zu 80 Prozent abgeschlossen, bestätigte 96-Klubchef Martin Kind. „In den nächsten 14 Tagen könnte die Vereinbarung unterschrieben werden.“

Das Beekestadion gehört den Sportfreunden Ricklingen, die in den neunziger Jahren noch Drittligist waren, infolge erheblicher finanzieller Probleme mit ihrer 1. Mannschaft inzwischen aber nur noch in der Kreisliga vor einer Hand voll Besuchern kicken. Auch bei den Heimspielen der „U23“ von Hannover 96 hält sich das Zuschauerinteresse in überschaubaren Grenzen - 820 Zuschauer in der 49.000 Personen fassenden AWD-Arena wie jetzt gegen Magdeburg sind da schon die große Ausnahme. Das wirkt sich nicht nur auf die Stimmung aus.

„Wir haben hier sehr hohe Grundkosten“, sagt Klubchef Kind. „Aus wirtschaftlichen Gründen ist es nicht vertretbar, dass hier weiter Regionalligaspiele stattfinden.“ Aufgrund der Doppelnutzung durch die Profi-Elf der „Roten“ und des Nachwuchsteams sei pro Saison mindestens ein zusätzlicher Rasenwechsel notwendig - und der schlägt allein mit mehr als 100.000 Euro zu Buche. Hinzu kommen weitere fixe Ausgaben.

„Diese Mehrkosten müssen nicht sein“, sagt Kind. Stattdessen kann sich der traditionell klamme Ricklinger Verein auf eine für ihn nicht unerhebliche Zusatzeinnahme durch den neuen Untermieter freuen. 96 wird, so soll es in der Vereinbarung stehen, pro Spiel eine feste Summe zahlen. Für die 24 Trainingseinheiten der Saisonvorbereitung, die das Reserveteam vom 25.Juni bis zum 5. August in Ricklingen absolvieren wird, überweist der Bundesligaklub eine niedrige vierstellige Summe.

Bis auf wenige Ausnahmen, die 96 auf eigene Kosten in den nächsten Wochen aus der Welt schaffen will, verfügt das Beekestadion über die nötigen Voraussetzungen für den Viertliga-Spielbetrieb. Um die Umbaumaßnahmen genau festzulegen, trafen sich gestern Nachmittag Ricklinger Vereinsvertreter mit Jens Rehhagel, dem Leiter des 96-Nachwuchsleistungszentrums, und Helge Sandström, dem Objektverwalter des Eilenriedestadions, zu einem Ortstermin.

Laut Kind handelt es sich beim geplanten Umzug um eine „sinnvolle Übergangsentscheidung“. Nach wie vor habe die beabsichtigte Investition in ein neues Nachwuchsleistungszentrum hohen Stellenwert. Klarheit darüber soll es in zwei, drei Monaten geben; noch liefen Gespräche vor allem mit der Stadt Hannover, sagt der 96-Klubchef. Die weitere Nutzung des denkmalgeschützten Eilenriedestadions, in dem bis zum Umzug in die AWD-Arena auch die „U23“-Mannschaft spielte, gestalte sich aufgrund der Gegebenheiten „recht schwierig“, sagte der 68-Jährige.

Norbert Fettback und Björn Franz

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