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Hannover 96 Balitsch, Stajner und Co: Hannover 96 Spieler in der Fremde
Sportbuzzer Hannover 96 Balitsch, Stajner und Co: Hannover 96 Spieler in der Fremde
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21:07 06.09.2010
Verabschiedung von Arnold Bruggink (mit Sohn Tijn), Vinicius Bergantin, Jacek Krzynowek, Physiotherapeut Markus Witkop und Hanno Balitsch Ende Juli. Quelle: Ulrich zur Nieden (Archiv)

Von Pechvögeln, Kultspielern, und Einwechselstatus: So sind die ehemaligen Spieler von Hannover 96 bei ihren neuen Vereinen in die Saison gestartet. Hanno Balitsch: Seine Vielseitigkeit hat der 29-Jährige während seiner fünfjährigen Zeit bei den „Roten“ oft genug unter Beweis gestellt. Auch bei seinem neuen Klub Bayer Leverkusen wurde Balitsch bereits auf mehreren Positionen eingesetzt: linkes Mittelfeld, Sechser, und am vergangenen Freitag im Testspiel gegen Schalke 04 gab er sogar den linken Verteidiger. In den ersten beiden Bundesligaspielen zweimal eingewechselt, hofft er auch am Sonnabend bei seiner Rückkehr in die AWD-Arena auf Einsatzzeit. „Natürlich träumt man sich etwas zusammen. Aber realistisch muss man sagen, dass Leverkusen eine hohe Qualität im Kader hat und der Konkurrenzkampf sehr stark ist. Im Moment gehe ich den Weg der kleinen Schritte“, sagt Balitsch. Sein nächster führt ihn zurück nach Hannover.

Jiri Stajner: Vielleicht war es doch eine gute Eingebung, es auf die alten Tage noch mal in der alten Heimat zu versuchen. Jedenfalls hat Jiri Stajner den Entschluss, nach Tschechien zurückzukehren, nicht bereut. Bei 96, wo er 2002 seinen ersten Vertrag für die Bundesliga unterschrieben hatte und die seltene Metamorphose von der Ulknudel zum Fußballprofi mit Kultstatus durchlief, fühlte er sich zuletzt nur noch geduldet. Die überraschende Vertragsauflösung war Stajners letzter Clou in Hannover, ihr folgte die Rückkehr zu Slovan Liberec. Und hier ist der 34 Jahre alte Stürmer wieder wer!

Sieben Spiele hat der Erstligist, derzeit Tabellen-12., bereits hinter sich, in allen hat Stajner das volle 90-Minuten-Programm abgespult. Und zu zwei Toren hat es obendrein auch gereicht. Auf der Internetseite von Slovan Liberec gibt es sogar eine Umfrage, mit der herausgefunden werden soll, wie viele „Buden“ von ihm es in dieser Saison wohl werden. Fast die Hälfte hat sich für „13 und mehr“ entschieden – Stajner ist auf dem besten Weg, auch bei Slovan zum Kultspieler zu werden.

Hannover wird ihn übrigens noch mal wiedersehen: Am 9. Oktober um 15.30 Uhr, so ist es geplant, wird „Stajni“ in der AWD-Arena sein Abschiedsspiel bekommen. Das Team aus Liberec soll dazu mit 96-Wegbegleitern wie Jan Simak, Michael Tarnat oder Hanno Balitsch ergänzt werden. Spätestens dann hat ihn die eigene Vergangenheit eingeholt.

Arnold Bruggink: „Mir geht es gut“, sagt der 33-Jährige. „Ich mache mich nicht verrückt.“ Drei Wochen hat der Holländer zuletzt beim PSV Eindhoven als Gast mittrainiert, sei dieser Woche hält er sich zu Hause fit – und hofft darauf, ein Vertragsangebot zu bekommen, „von dem ich zu 100 Prozent überzeugt bin“. Einige habe er deshalb ausgeschlagen, sagt Bruggink, darunter vier von deutschen Zweitligisten, sowie Offerten aus den Niederlanden, Australien, Amerika und Griechenland. Der frühere 96-Kapitän weiß, dass die Zeit gegen ihn spielt – wenn er zu lange weg ist vom Geschehen, „dann reicht es irgendwann nicht mehr“. Existenzsorgen hat Bruggink aber nicht: Finanziell sei er in einer guten Position, sagt er.

Jan Rosenthal: Nach zehn Jahren bei 96 hat er mit seiner alten Liebe Schluss gemacht, um beim Ligakonkurrenten SC Freiburg einen Neuanfang zu starten. Eine gute und genau die richtige Entscheidung, sagt der 24-Jährige: „Ich bin mit offenen Armen aufgenommen worden, Stimmung und Zusammenhalt in der Mannschaft sind klasse. Wie in einer Jugendmannschaft.“ Nach der „mit Abstand härtesten Vorbereitung in meiner Karriere“ bereitete Rosenthal beim Saisonstart gegen St. Pauli die Freiburger Führung vor, konnte die 1:3-Niederlage aber nicht verhindern. Beim 2:1-Erfolg in Nürnberg musste er wegen eines eingeklemmten Nervs pausieren, gegen den VfB Stuttgart will „Rosi“ aber wieder mitmischen. Über den perfekten Saisonstart seines alten Teams „freue ich mich. Zweimal gewonnen, alles ist gut.“

Leon Balogun: Als Talent 2008 von Türkiyemspor Berlin geholt, als Talent gegangen: Den Abwehrspieler hat das Intermezzo in Hannover (drei Bundesligaeinsätze) nicht unbedingt vorangebracht. Jetzt ist er bei Werder Bremen II in der 3. Liga gelandet, wo er in fünf von sechs Spielen dabei war. Balogun sieht wieder eine „Perspektive“.

Sofien Chahed: Nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter Sofian – er verließ 96 ohne Bundesligaeinsatz und spielt jetzt für Holstein Kiel in der Regionalliga. Bisher in allen vier Spielen dabei.

Jan Durica: Im Abstiegskampf als Hoffnungsträger geholt – doch die erhoffte Hilfe war der Innenverteidiger nicht. Der Slowake kehrte nach vier WM-Einsätzen zu Lokomotive Moskau zurück, wo er noch bis 2012 unter Vertrag steht.

Elson: Trotz Knieverletzung lange Zeit von 96 als Ideengeber für das Mittelfeld heftig umworben, doch das neuerliche Geschäft mit dem VfB Stuttgart, der den Brasilianer Anfang 2010 ausgeliehen hatte, kam nicht zustande. Hat bei den Schwaben weiter die Nummer 25, aber keine rechte Zukunft.

Morten Jensen: Der Torwart gehörte von 2005 bis 2010 zum 96-Erstligakader, machte aber nur ein Spiel: ein Abschied mit Absage. Beim KSV Hessen Kassel ist er eher in seinem Element: sechs Spiele, sechsmal dabei, Tabellenführer der Regionalliga Süd. Am 6. Oktober, wenn 96 im Auestadion zu einem Testspiel zu Gast ist, gibt es ein Wiedersehen.

Koné: Sein Intermezzo endete nach acht Einsätzen und zwei Toren aufgrund einer schweren Knieverletzung früher als gedacht. Kehrte zum FC Sevilla zurück.

Jacek Krzynowek: Zumindest er glaubt daran, dass er als Fußballprofi mit 34 noch mal auf die Beine kommt. Langwieriger Kniebeschwerden überschatteten den Abgang des Polen in Hannover.

Vinicius: Arbeitet in Hannover mit 96-Hilfe weiter an seiner Fitness und hofft auf ein Angebot eines Profiklubs.

Salvatore Zizzo: Auch so ein Pechvogel (schwere Knieverletzung), der jetzt aber gut gelandet ist: in seiner amerikanischen Heimat beim MLS-Klub CD Chivas, für den er bisher zweimal auflief.

Norbert Fettback und Christian Purbs

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