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Hannover 96 Hannover 96 trauert um Helmut Geruschke
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08:13 11.08.2010
Von Volker Wiedersheim
Helmut Geruscke (r.) gewinnt den Zweikampf gegen Kaiserslauterns Karl Wanger im Meisterschaftsfinale von 1954. Quelle: Archiv

Auf den Mann mit der Trikotnummer 2 war immer Verlass. Nicht nur an jenem 23. Mai 1954. Doch das war sein größter und wohl auch wichtigster Tag. Damals besiegte Helmut Geruschke mit Hannover 96 den 1. FC Kaiserslautern im Finale mit 5:1 und gewann sensationell die deutsche Meisterschaft. Von diesem Endspiel, aber auch vom ganzen Drumherum, hat der einst so kompromisslose Verteidiger immer wieder gerne und kurzweilig erzählt. Er schwärmte von der „unzertrennlichen Gemeinschaft“, von einer Fußballmannschaft als Familie. Am 2. August ist der 80-jährige Meisterspieler der „Roten“ überraschend infolge einer Lungenembolie und eines Herzinfarkts während seines Urlaubs im österreichischen Klagenfurt gestorben.

Geruschke wurde am 24. April 1930 im ostpreußischen Insterburg geboren. Während des Zweiten Weltkrieges flüchtete er mit seiner Familie zunächst nach Sachsen, bevor es ihn schließlich 1946 nach Hamburg verschlug, wo er sich einige Monate später den Fußballern von Bergedorf 85 anschloss. Nächste Station des talentierten Verteidigers war Bremerhaven 93. „Dort kam ein kleiner Mann beim Training vorbei“, sagte Geruschke einst schmunzelnd, „der mich zu den ,Roten‘ lockte.“ Der kleine Mann, das war Emil Izso und zu der Zeit Trainer von Hannover 96. Für 180 Mark Monatslohn und zehn Mark Auflaufprämie unterschrieb „Geiger“, wie er in Hannover gerufen wurde, 1951 seinen ersten Vertrag. „Fußball war nach dem Krieg für mich überlebenswichtig“, sagte Geruschke einmal, „das Geld hat ungemein geholfen.“

Der Abwehrspieler wurde bei den „Roten“ deutscher Meister und B-Nationalspieler. Auch für das A-Team von Bundestrainer Sepp Herberger war er mal nominiert, doch aufgrund eines Nachholspiels seiner „Roten“ gegen Holstein Kiel musste er absagen; eine neue Einladung gab es nicht. Geruschke hat es Herberger nie übel genommen, nie ein negatives Wort über den „Chef“ verloren. Das war einfach nicht sein Stil.

96 sollte Geruschkes erfolgreichste, aber auch seine letzte Station als Fußballer werden. Am 3. April 1960 absolvierte er sein letztes Spiel für „seinen“ Klub. Es war nicht irgendeines, es war gegen Eintracht Braunschweig. Eine Drüsenverletzung ließ eine Fortsetzung der Karriere nicht zu. 1963 machte er seinen Trainerschein, coachte unter anderem den TSV Barsinghausen, den SC Steinhude, den SV 07 Linden, Concordia Hildesheim und den FC Alfeld.

Geruschke lebte zuletzt mit der Witwe seines ehemaligen Mitspielers und „besten Freundes“, wie er oft betonte, Wolfgang Piechotta, zusammen.

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