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Hannover 96 Stindl wechselt zu Borussia Mönchengladbach
Sportbuzzer Hannover 96 Stindl wechselt zu Borussia Mönchengladbach
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22:21 25.03.2015
Von Heiko Rehberg
Verlässt Hannover 96: Lars Stindl nutzt seine Ausstiegsklausel und wechselt zu Borussia Mönchengladbach. Quelle: dpa/Archiv
Hannover

Ein Geheimnis war es längst nicht mehr, es ging nur noch darum, wann Lars Stindl die schlechte Nachricht für den Fußball-Bundesligisten Hannover 96 öffentlich machen würde. Gestern dann hat Stindl den Zeitpunkt für günstig gehalten, den Verantwortlichen der „Roten“ mitzuteilen, dass er Hannover am Saisonende verlässt und im nächsten Spieljahr das Trikot von Borussia Mönchengladbach tragen wird.

„Da ich meine Entscheidung nun getroffen habe, wollte ich sie auch umgehend bekannt geben und mich offen und ehrlich erklären“, sagte Stindl am Mittwoch. „Als Fußballprofi habe ich mich für den nächsten Schritt in meiner Karriere entschieden. Aber bis zum Saisonende geht es darum, dass ich mich mit meiner Leistung voll einbringe, damit 96 in der Bundesliga bleibt.“

Bilder einer Karriere: Lars Stindl war nicht immer bei Hannover 96. Doch bei den „Roten“ kämpfte er sich in die Position des Kapitäns. Bilder seiner Karriere.

Stindl hatte am Mittwoch gleich zwei unangenehme Gespräche zu führen. Eines in Hannover. Das andere in Leverkusen. Bayer 04 hatte Stindl ebenfalls ein attraktives Angebot gemacht – doch Mönchengladbach scheint ihm der bessere Standort für den nächsten Karriereschritt zu sein. Stindl war im Sommer 2010 vom Karlsruher SC zu 96 gewechselt, trotz eines Vertrags bis 2016 geht es nun weiter an den Niederrhein – eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag macht es möglich. Für die Borussia ist Stindl mit 3 Millionen Euro ein Schnäppchen. Clubchef Martin Kind will solche Ausstiegsklauseln, wie sie auch Torwart Ron-Robert Zieler besitzt, künftig vermeiden.

Realistische Chancen, „einen der begehrtesten Spieler in der Bundesliga“ (Sportdirektor Dirk Dufner) für weitere Jahre bei 96 zu begeistern, hatte der Club nicht. „Wir haben Lars ein sehr gutes Angebot vorgelegt. Dass er sich für einen Wechsel im Sommer entscheidet, haben wir zu respektieren“, sagte Dufner. Noch im Trainingslager im Januar in der Türkei hatte Dufner gesagt: „Ich kann deutlich sagen, dass 96 große Chancen hat, dass der Lars bleibt.“ Das war eine Fehleinschätzung.

Laut „Bild“-Zeitung hat 96 Stindl 10 Millionen Euro für vier Jahre geboten. Doch was die „Roten“ nicht bieten konnten, war eine sportliche Perspektive. Borussia Mönchengladbach dagegen hat beste Chancen, in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen. Stindl hatte es mit Hannover 96 zweimal in die Europa League geschafft, sein „Telefon-Torjubel“ in Kopenhagen gehört zu den schönsten Momenten dieser wunderbaren Spiele. Doch aktuell torkelt der ehemalige Europa-League-Teilnehmer am Abgrund zur 2. Liga. Das Risiko, demnächst vielleicht bei einem Zweitligisten unter Vertrag zu stehen, konnte ein Mann mit Nationalmannschaftspotenzial wie Stindl nicht eingehen.

Bis Saisonende aber will der 26-Jährige alles tun, damit er in der kommenden Saison mit Mönchengladbach gegen 96 spielen kann. „Für uns steht zweifelsfrei fest, dass Lars bis zum letzten Spiel im 96-Trikot seine bestmögliche Leistung bringen wird“, sagte Dufner. „Er ist ein Top-Profi mit einwandfreiem Charakter.“

Mit einem Nachfolger für Stindl hat sich Hannover 96 bereits beschäftigt. Fabian Frei vom FC Basel ist ein heißer Kandidat. Den 26-jährigen Spielmacher haben allerdings auch andere Clubs, nicht nur aus der Bundesliga, auf ihrer Liste.

Ein Kommentar zum Wechsel von Heiko Rehberg.

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