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Hannover 96 Leserreaktionen: Warum Hannover 96 sein Stadion nicht vollbekommt
Sportbuzzer Hannover 96 Leserreaktionen: Warum Hannover 96 sein Stadion nicht vollbekommt
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14:39 30.01.2015
Schlaudraff gibt vor leeren Plätzen vollen Einsatz. Quelle: Ulrich zur Nieden

Wir haben Sie, liebe HAZ-Leser und 96-Fans, gefragt: Warum kriegen die "Roten" ihr Stadion nicht voll, obwohl sie die erfolgreichste Bundesligasaison aller Zeiten spielen. Und Sie haben uns geschrieben, zahlreich, ausführlich, informativ, mit Denkanstößen, die auch den 96-Verantwortlichen helfen werden, weil sie zeigen: So tickt der 96-Fans. Und das sind seine Wünsche. Alle Zuschriften finden Sie hier in voller Länge.

Familie Klingberg: "Einfach die Preise senken. Wir würden mit 4 Personen kommen."

Ute Herrmann: "Warum bekommt 96 das Stadion nicht voll ? Kann ich (weiblich, 43 Jahre alt) überhaupt nicht nachvollziehen. Aber ich kann Ihnen mal unsere kleine Geschichte zur 96-Mitgliedschaft erzählen. In der letzen Saison als 96 kurz vor dem Abstieg war, haben meine Familie und ich das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach gesehen. Ich war bis zu diesem Spiel jahrelang nicht im Stadion gewesen. Das Stadion war ausverkauft, die Nordkurve am toben. Als dann die Tore für Hannover 96 fielen und die Laola-Wellen durchs Stadtion gingen, hat mich wohl die Leidenschaft gepackt.. Gänsehautfeeling pur !!!!!!! Das war erst der Anfang. Nicht nur mich hat diese Atmosphäre beeindruckt, selbst meine 13-jährige Tochter ist seit diesem Moment ein 96-Fan. Durch die vielen HAZ-Angebote waren wir dann bei jedem Heimspiel dabei. Das Dauerkarten-Angebot war dann der Auslöser, dass wir nun stolze Dauerkartenbesitzer sind. Wir möchten uns hiermit nochmals bei der HAZ für die vielen Angebote bedanken. Seitdem liest meine Tochter jeden Tag den Sportteil. Nicht nur das..... Meine Tochter und ich sind nun ebenfalls Fördermitglieder bei 96, weil wir den Verein somit auch unterstützen wollen.Wir genießen jeden Moment, so wie 96 zur Zeit spielt. Herr Kind und auch die Spieler sollten in Werbeanzeigen persönlich um die Unterstützung des Vereins werben. Ein Sommermärchen in Hannover? Warum war die Mannschaft noch nicht auf dem "Roten Sofa" beim NDR ?????"

Herr Bachmann: "Jetzt hat mal ein Dauerkarteninhaber (im 3. Jahr, Block N) das Wort. Es gibt m.E. mehrere Gründe für den etwas enttäuschenden Besuch. 1.) Die Preisdifferenz zwischen günstigen (Stehplatz-) und halbwegs vernünftigen Sitzplatzkarten. Erstere liegen bei 13,- €, zweitere bei rund 30,- €. Der Hannoveraner will Bundesligafußball sehen, aber nicht für jeden Preis (das ist anders als in München). Mein Tipp an Hr. Kind: Sitzplatzpreise für 5 Jahre konstant halten, Stehplatzpreise leicht anheben. So ist die Differenz nicht mehr so groß. 2.) Ein Dortmunder Fan erzählte mir bei einem Auswärtsspiel in den achtziger Jahren, dass Arbeitslose in Dortmund früher freien Eintritt bekommen hatten. Man stelle sich mal vor, wenn diese Arbeitslosen Kinder bekommen. Selbst wenn es später Eintritt kostet, werden die Kinder mit Sicherheit BVB-Fans sein. Mein Tipp an Hr. Kind: An der Tageskasse werden alle Restkarten für Arbeitslose (Nachweis + Pass vorausgesetzt) zum halben Preis verkauft. 3.) Im Fanblock ist es zunehmend ärgerlich, wenn dort immer mehr Menschen stehen, die nur wortlos Fußball für wenig Geld sehen wollen. Das sind keine Fans. Ganz im Gegenteil sind es die, die anfangen zu meckern, wenn andere Stimmung machen (Fahnen und Schals schwenken). In Dortmund und Schalke undenkbar! Vorschlag: Wie 1.) mit Hinweis, dass dies ein Fanblock ist. Evtl. die Karten zum halben Preis auch an Rentner verkaufen. 4.) Das hannoversche Publikum ist sehr nachtragend. Die letzte Saison sind wir als Fans und Dauerkarteninhaber sogar manchmal vor Spielschluss gegangen, z.B. beim undenkbar schlechten 1:4 gegen Köln. Wir sind Fans und kommen zum nächsten Spiel wieder. Was aber mit jemandem, der womöglich 70,- € für solch ein Spiel mit seiner Frau auf den Tisch geblättert hat? Der ist schwer enttäuscht. Hier hilft die Zeit. 5.) Das hannoversche Publikum traut dem Aufschwung nicht. Hier wäre es wichtig, über mehrere Jahre in Folge sich auf einstelligen Tabellenplätzen zu platzieren. Dann wäre der Vertrauensvorschuss da, den manche hier benötigen. 6.) Das Catering in der AWD-Arena ist immer schlechter geworden bei anziehenden Preisen. Man sollte über einen Wechsel der Zusammenarbeit nachdenken. Wir sind dazu übergegangen, vor dem Spiel mitgebrachtes Bier zu trinken und darauf zu achten, dass man vorher Mittag isst (in Linden gibt’s z.B. frischen Döner für 2,80 €). 7.) Nicht zuletzt ist hier eine gewisse Sättigung eingetreten nach 9 Jahren Bundesliga. Das ist anders als in Nürnberg, Freiburg oder Kaiserslautern, wo man noch hungrig auf die Bundesliga ist. Die Bundesliga ist im Grunde viel langweiliger als die zweite Liga. Bis man hier als Aufsteiger unter die ersten 5 kommt, vergehen mitunter Jahrzehnte. Tipp: Vielleicht mal 50 + 1 kippen! Oder die Besten in eine neue europäische Liga wegloben. Irgendwann kommen die Fans auch wieder zahlreicher. Hauptsache Martin Kind bleibt weiter Präsident. Dann kann nichts schiefgehen!"

Steffen Bohm: "Nach dem ich nun einige Heimspiele unserer Roten besucht habe, möchte ich ihnen gerne meine Meinung zu der "nur" 85%igen Auslastung mitteilen. Die Entkräftung der Faktoren wie Eintrittspreise und das Winterwetter durch die Herren Kind und Meier, kann ich einzeln betrachtet ebenfalls ausschließen. Wenn nun aber, wie in der jetzigen Jahreszeit beide Faktoren aufeinander treffen, überlegt man sich schon, ob man für ca. 30€ gut zwei Stunden friert. Wahre Rote interessiert das Wetter natürlich nicht, aber die Preise haben es in sich. Mit dem Eintrittspreis ist es ja nicht getan, dazu kommen Bier und Bratwurst. Meiner Meinung nach, sollten die Preise gesenkt werden, denn nur so wird die rote Kulisse im Stadion lückenlos."

Günter Koch: "Fußball ist keine Kuh, die man ewig melken kann. Jammern bei 42.000 Zuschauern im Schnitt - man vergleiche einmal die Zuschauerzahlen in der Handballbundesliga - das ist Jammern auf höchstem Niveau. Meine Prognose: Für "durchschnittliche" Spiele wird die Zuschauerresonanz eher sinken, es sei denn, man erhöht den Event-Charakter: beheizte Stadien, kein Bier im Nacken, Schnittchen statt Bratwurst, trockene Toiletten."

Horst Westphal: "Die Aussage des Herrn Kind,Hnnover sei keine Sportstadt,halte ich gelinde gesagt für reichlich zynisch. Hat sich der Präsident einmal Gedanken über die Preise gemacht.Viele Väter mit Kindern aber auch Rentner können es sich einfach nicht leisten alle 14 Tage 35,00 -40,00 Euro plus auszugeben. Das tägliche Leben ist im ganzen teurer geworden,sodaß das Geld nicht mehr so locker sitzt.Vielleicht währe ein positiver Beweis des Vereins ein Lösungsansatz,um den Zuschauern einmal zeigen,wir honorieren Eure teilnahme an den Spielen. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt in vielen Stadien nicht mehr."

Michael Weber: "Ich bin der Überzeugung, dass wir es hier mit einem Mentalitätsproblem zu tun haben. Es gibt wohl kaum eine andere Großstadt in Deutschland, in der die Menschen so sachlich und emotionslos sind, wie bei uns in Hannover. Dies ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum der Karneval in unserer Stadt keine Chance hat, was ich nicht schlimm finde. Meiner Einschätzung nach schämmt sich der anständige Hannoveraner, sich im Stadion eindeutig zu seiner Mannschaft zu positionieren. Wer mal bei einem Heimspiel gegen Schalke, München, oder Dortmund auf der Westtribüne gesessen hat, kann manchmal den Eindruck gewinnen, bei einem Auswärtsspiel zu sein. Im Gegensatz zum alten Stadion ist die Stimmung deutlich besser geworden, aber eine Gänsehaut erzeugende Kulisse kommt einfach nicht zustande. Genau dass ist es aber, warum ich gerne zu 96 gehe. In der letzten Saison war ich unter anderem gegen Nürnberg mit meinem Sohn im Stadion. Nach wenigen Fehlpässen wurde lautstark gegen die, ohnehin durch den Freitod von Robert Enke, verunsicherte Mannschaft gepfiffen, selbst der Anschlußtreffer brachte keine echte Stimmungsverbesserung. Leidenschaftliche Unterstützung für die eigenen Jungs, absolute Fehlanzeige. Bei einer vergleichbaren Situation in Dortmund, sähe dass bestimmt anders aus. Meiner Meinung nach hilft nur eine konsequente Vergrössereung des Nordkurven-Stehplatzkontingents. Wer hier für wenig Geld steht, wird eher seinen Gefühlen freien Lauf lassen, als die schamige Klientel der Osttribüne. Ich fände es Klasse, wenn man bei einem Heimspiel nur gelegentlich die Fans der Gastmannschaft hören würde."

Bernhard Westhoff: "So schlecht finde ich den Zuschauerschnitt von 96 nicht. Vielleicht liegt ja die optische Leere im Stadion an nicht erschienenen Dauerkartenbesitzern? Hier nun meine Frage: Warum ist es nicht möglich, die Nutzung der Eintrittskarte als Bahnkarte für die Strecke von Bad Pyrmont (noch Niedersachsen) bis Hannover zu nutzen. Nicht erst ab Springe! Betrachten wir nur mal die Einwohnerzahlen von: Bodenwerder, Bad Pyrmont, Emmerthal und Hameln, das sind fast 130.000 Einwohner - 5% Fußballfans - das Stadion wäre voll !!!! PS: zur Zeit ist es ja nicht gerade ein Schnäppchen, Eintrittskarte 35,--€ Bahnkarte 21,--€ 2 Bier, 2 Würstchen 15,--€ und das alle 14 Tage."

Rolf Wieting: "Als Vereinsmitglied und ( gelegentlicher, nicht ständiger ) Besucher fallen mir drei Gründe für die mangelnde Nachfrage ein : erstens das wenig benutzerfreundliche Internet-Buchungssystem, das häofig zu Irritationen führt. Zweitens : der vor allem ältere Besucher abschreckende dröhnende Lärm, und zwar nicht der von den Zuschauern, sondern aus den völlig überdimensionierten Lautsprecher-Boxen ; Freunde, die ich einlade mitzukommen, lehnen immer wieder dankend ab, weil man sich in der halben Stunde vor dem Spiel mit seinem Platznachbarn nicht unterhalten kann. Und drittens fehlt es an attraktiven Begleit-Darbietungen ; die "Unterhaltung" in der Halbzeitpause ist an Einfältigkeit kaum zu überbieten. Man sollte sich einmal in anderen Stadien umschauen und von dort ein paar Dinge nachahmen."

Viktor Mokurs: "Herr Kind sollte sich wirklich mal Gedanken darüber machen, ob es ihm wichtiger ein paar Euro mehr zu verdienen oder ein volles Stadion zu haben. In der heutigen Zeit der millionenschweren TV-Einnahmen machen die Zuschauereinnahmen doch nur noch einen äußerst kleinen Teil aus. Und nur weil 96 momentan ziemlich erfolgreichen Fußball spielt, gebe ich doch trotzdem keine 40 Euro für einen mittelmäßigen Platz aus. Der Fußball lebt von Emotionen, also lassen sie diese endlich im vollen Stadion zu. Senken sie endlich die Eintrittspreise auf allen Plätzen..."

Michael Ruhsert: "Genau überlegen: Schaut man sich andere Events in Hannover an, sind diese ständig ausverkauft- auch zu weit höheren Preisen als bei 96 und nicht unbedingt besserer Qualität. Ich wundere mich über die jetzigen "Beschwerden". Wer bei diesen Minustemperaturen Nachmittags um 3 Uhr schon kaltes Bier und Bratwürste konsumiert, darf sich über den Preis dafür nicht aufregen - oder sollte besser in den Zoo gehen ! "

Frank Dölle: "Nachdem ich eben die Klagen von hannover96/Herrn Kind über die mangelnde Stadionauslastung gelesen habe, bin ich doch etwas überrascht und nehme gerne die Gelegenheit wahr, mich dazu zu äußern. Im Alter von 48 Jahren blicke ich auf eine gut 40jährigen Stadiontradition zurück. Nach dem Wiederaufstieg bin ich regelmäßig Gast in der AWD-Arena. Dabei nimmt meine Besuchshäufigkeit durchaus ab. Waren es anfangs etwas 10-12 Spiel pro Saison, sind es derzeit noch etwa 6-7 Spiele, zu denen ich es schaffe oder die ich mir aussuche. Der Rückgang meiner Besuche hat dabei vor allem fünf Gründe: Teilweise sind die Termine aufgrund der Aufsplitterung der Spieltage auf drei Tagein der Woche oft nur schlecht planbar. Dies gilt umso mehr, wenn man mit Kindern zwischen 8 und 13 Jahren ins Stadion geht. Zudem ist es nicht wirklich günstig ins Stadion zu gehen: Über den Preis der Einzelkarten auf den günstigeren Plätzen kann man im Einzelfall noch nicht einmal klagen. Für Familien mit wiederholten Stadionbesuchen wird es dann in der Summe schon ein echter Kostenfaktor. Mit 45 Euro ist man dann schnell pro Spiel dabei und hat noch nichts verzehrt. Das Wetter ist sicher ein weiterer Grund: Die Idee, schon im Januar wieder mit den Spielen anzufangen, ist sicher bei jemanden entstanden, der sonst in der VIP-Loge sitzt. Zusätzlich sollte nicht vergessen werden, dass es mittlerweile etwa 7 Tage lang Fußball im Fernsehen zu sehen gibt: Irgendwann ist dann auch bei hartnäckigeren Anhängern die Grenze erreicht. Zum Schluss auch noch ein paar Hinweise , den 96 sicher unmittelbarer beeinflussen kann: Mich nervt zunehmend, wie man im Stadion durch Musik zugedröhnt wird. Es ist dabei kaum ein normales Gespräch möglich. Mein Eindruck ist: Die Musik im Stadion ersetzt die oftmals sinnlosen Gespräche im Fernsehen. Zugleich leidet aber auch die Atmosphäre im Stadion darunter, da man die Fangesänge kaum noch wahrnimmt. Auch beim „Catering“ sehe ich sowohl qualitativ als auch preislich noch Verbesserungsmöglichkeiten. Zum Schluss: Viele Argumente, die ich im Artikel gelesen habe, fand ich schon eben im in den Internet-Kommentaren richtig widerlegt. Insbesondere: Der Vergleich mit Mannschaften wie Bayern, Dortmund und Schalke bei der Auslastung ist sicher nicht der richtige: Hier gibt es eben doch eine andere Tradition und ein anderes Umfeld, das mit dem in Hannover nicht vergleichbar ist. Auch der Vergleich mit dem HSV hinkt – als Metropole etwa 3mal so groß wie Hannover, ist bei vergleichbar großem Stadion eine höhere Auslastungen nicht verwunderlich. Möglicherweise sind Stuttgart, Frankfurt und Köln die richtigen Vergleichsmaßstäbe, wobei Köln sicher noch von der noch nicht lange zurückliegenden Aufstiegseuphorie zehrt und Stuttgarts Stadion gerade im Umbau ist.. Andere Stadien mit hoher Auslastung sind entweder schon deutlich kleiner als in Hannover konzipiert oder werden ebenfalls noch umgebaut. Vergleiche von der Auslastung sind somit nicht wirklich überzeugend. Bei 96 ist doch in den letzten Jahren ein deutlicher Anstieg in der Zuschauerzahl zu verzeichnen – ein Schnitt von 42.000 Zuschauer – daran kann ich mich nicht wirklich erinnern. Ich glaube, Herr Kind – um es in seiner Sprache zu sagen – „redet hier sein eigenes Produkt schlecht“. Die Mannschaft spielt zur Zeit super Fußball und hat eine Menge Sympathie-Träger und das wird auch in Hannover bemerkt.

Michael Jäger: "Ich bin in den 80ern häufiger ins Stadion gegangen, weil die Eintrittspreise angemessen und günstig waren. Heutzutage will ich es nicht mehr, obwohl ich es mir leisten könnte, weil ich finde, daß Preis und Leistung für ein simples Fußballspiel in keinem vernünftigem Verhältnis mehr stehen. Für Weltstars oder Weltclubs würde ich soviel Geld wohl ausgeben, aber nicht für die Millionengagen selbst mittelmäßiger Bundesligaspieler."

Siegrid Jung: "Zwei ganz wichtige Gründe sind meiner Meinung nach die so gut wie nicht stattfindende Darstellung von Hannover 96 im regionalen Fernsehen und Rund-funk. Die NDR 2 Sportredaktion sitzt in Hamburg und bedient den HSV. Radio Niedersachsen bringt erst am Sonnabend ab 17.30 Uhr einen Ergebnisdienst von allen Bundesligaspielen plus eines Statements des Trainers Mirko Slomka. Im Fernsehen Regionalprogramm "Hallo Niedersachsen", ob nach Sonnabend- oder Sonntagspielen findet Sport überhaupt nicht statt. Dort gibt es eine Buchbesprechung eines Moorkrimis aus Ostfriesland aber keinen Hinweis auf einen großartigen Auswärtssieg von 96. Es gibt keinen Anreiz für Fußballfans über Radio oder Fernsehen sich am Wochenende 96 anzuschauen. Sieht man sich woanders um, wird man Freitags und Samstags geradezu mit der Nase auf wichtige Sportereignisse hingewiesen. In S-H über Welle Nord immer auf den THW Kiel oder Flensburg- Handewitt im Handball. In M-V ständig über das Wochenendspiel von Hansa Rostock. Den Vogel schießt Radio Bremen ab mit der fast ehrfürchtigen Berichterstattung über Werder. Und in unserer Region ? Es gibt keine auf- fällige Plakatwerbung hier oder anderswo und keine Eintrittskartenverlosung im TV oder Radio. Dank Nordwest-Radio ist es in Ostfriesland und im Oldenburger Raum nicht mal bekannt, das Niedersachsen zwei Bundesligavereine hat. Durch Werder Bremen wird alles über Fußball abgedeckt. Von Nienburg bis Emden ist alles in Grün-Weißer Hand. Ich möchte mir wünschen das sich endlich mal vieles ändert. Aber nicht erst durch Eintracht Braunschweig, wenn die wieder in die 2.Liga aufgestiegen sind. Zum Schluß noch eine wichtige Bemerkung. So ähnlich wie es 96 im Sport in Niedersachsen geht, geht es auch unserer Lena Meyer-Landrut. Im norddeut- schen Rundfunk und Fernsehen findet sie nicht statt. Sie ist nicht zu hören und nicht zu sehen. Auch Zufall?. Nun HAZ und Martin Kind übernehmen Sie. Danke sagt ein großer Fan unserer 96er."

Werner Hindahl: "Das hat Herr Kind gut erkannt. Es gehört mehr dazu, um das Stadion voll zu bekommen, u.a. der Kartenverkauf vorm Stadion. Meine Erfahrung vom letzten Heimspiel gegen Kaiserslautern: Falsche Beschilderung an den Verkaufsschaltern, unfreundliches und unflexibles Personal, eine Vielzahl unbesetzter Verkaufsschalter und damit einhergehend lange Schlangen an den Ticketschaltern auch noch nach Spielbeginn. Der Ticketverkauf in den Containern hat Kreisliga-Niveau. Wenn ich dann lese "Leere Plätze ärgern Kind" kann ich nur sagen: Leere Plätze an den Verkaufsschaltern ärgern Fans."

Lothar Grunst: "Vor kurzem habe ich mir nach langer Zeit das Spiel Hannover gegen Wolfsburg angesehen und danach entschieden, bei kaltem Wetter nicht mehr ins Stadion zu gehen. Ich hatte Sitzplätze im Block N links zwischen Tor und Eckfahne auf halber Höhe. Trotz Winterkleidung, Handschuhe, Mütze und Sitzkissen war es bitter kalt. Es zog von allen Seiten. Der Wind pfiff durch die ca. 2-m-Lücke zwischen Wand und Stadiondach. Sogar der Nieselregen erreichte uns. Das Hamburger Stadion ist an den Seitenwänden geschlossen und man fühlt sich dort wohl. Ich empfehle Herrn Kind, sich bei windigem, nasskaltem Wetter mal in diesen Bereich zu begeben. Ich hoffe, dass ich Hannover 96 mit meinen Ausführungen weiterhelfen kann."

Holger John: "Ich denke schon das die Menschen in Hannover und der Region zu 96 stehen. Als 96 letzte Saison fast abgestiegen wäre da sind die Leute gekommen (Schalke , Gladbach ausverkauft nach Bochum rund 12.000 mitgefahren). Das Potenzial ist nicht so groß wie fälschlicherweise angenommen, ein schlafender Riese ist 96 nicht. Da haben die Jahre in denen hier Zeitliga bzw. Regionalligafussball gespielt wurde deutliche Spuren hinterlassen. Es war halt schicker in den 90er Jahren Fan von Werder, Dortmund, Hamburg oder Bayern zu sein als von einer mittelmäßigen bis schlechten Zweitligamannschaft und das wirkt bis heute nach. Auch die teilweise schlechte Berichterstattung über die Eintrittspreise habe ihren teil dazu beigetragen. Wer wie ich in der Saison 10-12 Auswärtsspiele besucht stellt immer wieder fest das 96 nicht so teuer ist wie häufig dargestellt, Beispiel Bremen Sitzplatz hinter dem Tor 38€ oder Stehplatzkarte HSV-St.Pauli 19€. 96 sollte in der Preisgestaltung die Spiele der Kat.3 ruhig preiswerter machen dafür die Spiele der Kat.1 teurer oder koppeln mit dem Kauf von Tickets zu anderen Spielen. Wäre in dieser Saison ideal gewesen, wer eine Karte gegen Bayern kauft (die im freien Verkauf waren) der kauft eine gegen Lautern mit. Das kalte Wetter spielt auch eine Rolle bei Zuschauern die eh seltener ins Stadion gehen denn die haben bei der Kälte noch weniger Lust zu kommen."

Thorben Fischer: "Meine Meinung zu der Frage, warum 96 das Stadion trotz der Aussicht auf europäischen Fussball nicht voll kriegt, ist, dass es bessere Alternativen gibt, Inzwischen ist die Technik soweit, dass die Stadionatmosphäre perfekt eingefangen werden kann und man zu Hause alle Bundesligaspiele simultan in bester Bild- und Tonqualität miterleben kann. Dazu ist die Alternative auch deutlich billiger und bequemer."

Thomas Walter: "Ja, woran mag es wohl liegen, dass bei den Heimspielen von Hannover 96 so viele Plätze leer bleiben? Herr Kind scheint es nicht zu wissen, aber wieso nicht? Ich habe dafür zwei mögliche Thesen. Zum einen liegt es vielleicht daran, dass 96 zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg attraktiven Fußball spielt? In der Region Hannover gibt es sicher nicht nur Leute die Hannover 96 unterstützen, das sollte sogar ein Martin Kind wissen! Viele Einwohner haben sich in den Jahren, wo 96 in der sportlichen Bedeutungslosigkeit verschwunden war, ganz einfach anderen Vereinen zugewandt. Bayern, Schalke, Dortmund oder der Hamburger SV locken potenzielle Hannover Fans in ihre eigenen Stadien. Diese Vereine waren in den letzen 20 Jahren durchaus erfolgreicher als Hannover 96 (sieht man einmal vom Pokal Gewinn 1992 ab). Wenn die oben erwähnten Vereine nach Hannover kommen ist das Niedersachsenstadion eigentlich immer ausverkauft. Kommen dann Vereine wie Freiburg, Leverkusen oder sogar Wolfsburg (auf Grund der Distanz, auch mehr als peinlich) in die Landeshauptstadt so sind mit Glück 38.000 Zuschauer im Stadion. Und wieso glaubt Herr Kind nicht, dass die Eintrittspreise durchaus eine Rolle spielen? Ich persönlich bin selber kein 96-Anhänger und deswegen nur einmal in der Saison zum Auswärtsspiel im Stadion. Kann ich am Samstag mal nicht zu meinem Verein fahren, oder hat er schon freitags gespielt bzw. spielt erst am Sonntag, habe ich durchaus überlegt mal ins Niedersachsenstadion zu gehen. Aber mindestens 25 € für einen Sitzplatz zu bezahlen (ich gehe davon aus, dass die Nordkurve eh immer ausverkauft ist, abgesehen davon, würde ich dort ungerne stehen), finde ich für meine Verhältnisse doch eine bisschen viel. Und ich könnte mir vorstellen, dass ich nicht der einzige bin, der so denkt. In den letzen Jahren sind die Preise für Eintrittskarten erheblich teurer geworden. Zum Glück sind wir noch nicht bei Hamburger Verhältnissen, wo bei sogenannten „Topspielen“ zum Teil mehr als 20 € für einen Stehplatz bezahlt. Fußball muss bezahlbar bleiben, für alle! Dann gehe ich lieber zu den Amateuren von Hannover 96 und bezahle für meine ermäßigte Karte nur 5 €. Dafür ist der Fußball, dann meistens aber nicht so schön wie der, der Bundesliga. Aber es ist immerhin bezahlbar. Und wenn Hannover weiter so erfolgreichen Fußball spielt, dann kommen demnächst sicherlich auch mehr Leute ins Stadion. Herr Kind sollte sich nur etwas in Geduld üben…"

Martin Sievers: "Zunächst einmal sollte sich Herr Kind entscheiden ob er Kunden oder Fans will. Fans gehen in guten und in schlechten Zeiten ins Stadion und sparen bereitwillig ihr Geld für Fan-Artikel sowie Stadion-Tickets ihres Lieblingsvereins. Kunden hingegen sondieren den Markt der Freizeit-Angebote und suchen sich das Kosten-Nutzen-Effizienteste heraus. Die Kunden wurden in den letzten Jahren häufig von den Resultaten der Heimspiel-Besuche enttäuscht, jetzt nutzen sie die vielen Alternativen in Hannover. Vielleicht kann die Marketing-Abteilung mit einem Werbeslogan wie "Gemeinsam nach Europa" kurzfristig Kunden zurückgewinnen. Ich persönlich würde gerne häufiger ins Stadion gehen. Allerdings sind mir selbst mit Studenten-Rabatt die Sitzplatz-Tickets einfach zu teuer um mir den Spaß alle zwei Wochen zu gönnen."

Edith Schwarzer "Ich als 96-Fan mache mir darüber auch Gedanken. Und ja, ich war Samstag im Stadion und habe weitere 3 Karten für Heimspiele gekauft, nicht Bayern ! Man darf nicht vergessen, das lt. Statistik Hannover die ärmste Großstadt Deutschlands ist. Ein Stadionbesuch kostet eine Menge Geld. Bei uns im Stadtteil git es viele Bayernfans, warum auch immer !? ( Ich werde hier immer noch belächelt, wenn ich zum Winterspaziergang meine dicke 96-Mütze trage). Die wirklichen Fans kommen ins Stadion und stehen zu der Mannschaft, egal was kommt. 96 muß noch mehr Überzeugungsarbeit leisten; gilt bei Medien wie "Sky" immer noch als graue Maus. Im Filmbericht vom Samstagspiel wird da lieber von abstiegsgefährdeten Lautern berichtet und die Lauterer Fans im 96-Stadion werden gezeigt und nicht die jubelnden 96-Anhänger??? Man kann doch wohl erwarten, dass wenigstens im Heimspiel der Roten der Fokus bei 96 liegt, oder ? Auch der Kicker scheint kaum bemerkt zu haben, dass 96 so gut dasteht wie nie, das ist kaum mehr als ein paar Zeilen wert. Tja, ich weiß, was mir die Roten bedeuten. Geboren in Linden, im Meisterjahr "54", da konnte aus mir nur ein 96-Fan werden. Ich hatte viele Jahre selbst eine Dauerkarte. Jetzt, wo BL-Spieltage von FR-So zerstückelt werden und dass manchmal die Ansetzungen erst kurzfristig erfolgen, reizt wohl nicht jeden potenziellen Zuschauer. Ich kann schon jeden verstehen, der seine Wochenendplanung nicht der DFL unterwerfen will. Jedoch der Ansatz in die Schulen zu gehen, Kinder und Jugendliche zu interessieren, und die Zusammenarbeit zu fördern ist da bei 96. Da gilt es, dran zu bleiben. Doch wie erreicht man die Anderen, auch die älteren Semester, die das Geld hätten, zu 96- Spielen zu gehen? Darum sollte sich die Geschäftsführung bzw. Management Gedanken machen. Wie wäre es mit einer Foto-Aktion von uns älteren, gern auch weiblichen Fans? (Ich könnte ein Foto im 96-Trikot an der "Alten Liebe" in Cuxhaven beisteuern). Ich drücke meinem Lieblingsverein die Daumen. Ich bin dabei, auch an guten Tagen und will die Früchte der jahrzehnte langen Unterstützung geniessen. Es geht doch nichts über ein live im Stadion gesehenes Fußballspiel."

Gunda Meyer: "Da ich nur zu zweit in Stadion gehe, sind locker 90 € weg. Zu Weihnachten habe ich schon 2 x Karten verschenkt, daran sieht man das es etwas Besonderes ist. Wenn dann jemand krank wird und die Karte verfällt ist dann schon tragisch. Fazit für mich: Bevor ich zu 96 gehe, gehe ich lieber in den Zoo. Dort habe ich mehr und länger Spaß. Man darf vielleicht auch nicht vergessen, dass 96 jetzt richtig gut ist. Sie sind waren nicht so zuverlässig und jedesmal wenn ich im Stadion war, haben sie leider verloren. Hannover 96 hat bei uns im Dorf (Dollbergen)ein Spiel bestritten. Dafür habe ich mir auch extra ein Trikot gekauft für Autogramme. Einige Spieler meinen sich für ein Autogramm zu schade zu fühlen, was ich auch nicht für sehr förderlich halte. Alles im Allen liegt es bei mir am Preis und bei vielen auch am Wetter."

Klaus Schönhoff: "Sie möchten wissen, warum so wenig Zuschauer zu 96 gehen.......? Herr Kind möchte 96 wie eine Firma führen und das kann er gut... und darum sehe ich das Problem im Marketing. Die Werbung ist zu wenig, es wird den Zuschauern nicht extra geboten. Eine Marktingabteilung könnte diese Probleme erkennen und gegensteuern. Wie sind die Aktionen gelaufen, als die HAZ die Kartenpakete verkauft hat? Wie laufen die Aktionen zwei Spiele zum Preis von einem? Wie laufen die Aktionen -- Familienkarte? Wie laufen die Aktionen -- Vater und Sohn Aktion? Weiterhin könnte man Aktionen starten mit Schülern... es gibt die 96 Partnerschulen, aber warum nicht ausweiten? Warum nicht extra Aktionen mit Schulen? Die Kinder sind die Fans der Zukunft... ich denke hier an Fan-Geschichten... mein Vater ist mit mir schon zum Fußball gegangen....!! Aber wie Sie es jetzt tun, einfach mal Umfragen starten. Fragebogen im Stadion (nicht nur im VIP Bereich) auslegen. Gewinnspiele mit einer Umfrage kombinieren? Aber als Schluss möchte ich vielleicht sagen... Warum immer nur nach oben streben, das mit dem was 96 zur Zeit erreicht ist doch schon gut?"

Ingo Sander: "Wenn man bedenkt, dass von den größeren Stadien ab Kaiserslautern alle Stadien einen höheren Anteil an Stehplätzen haben, erklärt sich die Frage zum Teil schon. Warum werden die Blöcke N15 u. N16 wo man sowieso das ganze Spiel lang steht, nicht in Stehplätze umgewandelt. Dies erhöht dort die Kapazität ohne dort die Einnahmen zu mindern. Echte Fans wollen nun mal in der Nordkurve das Spiel verfolgen, da nur dort die angemessene Stimmung herscht. Wir sind hier leider noch nicht soweit wie in Schalke oder Dortmund wo im ganzen Stadtion eine entsprechende Stimmung herscht. Die höhere Gesamtkapazität, die dann erreicht würde, sorgt dann bei den Spielen gegen Hamburg, Dortmund, Bremen und Bayern auch für ein volles Haus, was den Gesamtschnitt anhebt. Da wir leider an einem Dienstag gegen Bremen spielen mußten und die Bayern Partie noch aussteht, ist hier die derzeit ermittelte Zahl noch nach oben ausbaufähig."

S. Lerch: "Ich wäre sehr gerne zu den Partien gegen Wolfsburg und Kaiserslautern gegangen. Und das Wetter ist mir eigentlich egal. Aber für Kurzentschlossene gibt es dann immer nur Karten ab 22 Euro aufwärts ...in der öden Südkurve. Mag sein, dass Fans in anderen Städten und anderen Ländern sogar noch mehr für ein Spiel ihrer Lieblingsmannschaft bezahlen mögen. Und vielleicht bin ich dann einfach nicht Fußball-verrückt genug. Aber ich habe an einem Samstag auch oft noch andere Dinge zu erledigen, und vielleicht wählt man den nächsten Stadiongang einfach etwas bewusster aus. Investiere ich die 22 Euro plus Verzehr beim Spiel gegen Kaiserslautern oder lieber gegen ... you name it. Im Zweifelsfall spare ich mir in der nächsten Sky-Bar den Eintritt, kriege besseres Bier zum günstigeren Kurs und noch ein paar Spielszenen in Slow Motion. Sechsundneunzig interessiert mich übrigens brennend. Ich bin gerne im Stadion - egal wie erfolgreich sie gerade sind (Zu Regionalligazeiten waren wir auch oft da.). Ich gucke alle relevanten Sendungen im Fernsehen inklusive Wiederholungen. Ich lese jeden Tag die Artikel in Zeitungen und Internet. Sollte ich mal wieder unterwegs sein, verfolge ich alles im Auto- oder Handy-Radio. Und ich diskutiere sehr viel mit Freunden über die gemeinsame Leidenschaft. Mehr günstige (Steh-)Plätze wäre ein Vorschlag, Sky-Verbot ein anderer ... nicht ganz ernst gemeinter."

Frank Burgey: "Ich glaube, dass Hannover insgesamt so viele Angebote in Sachen Kultur, Freizeit und Sport hat, andererseits das persönliche Budget dafür aber begrenzt ist, dass es eben nicht immer voll ist bei den Roten. Nicht zu vergessen, dass es eine Weile dauert, bis man den Höhenflug nicht als "Ausrutscher" realisiert und die oft frustrierenden Heimspiele der letzten Jahre verdrängt hat. Und klar, bei einem kühlen Bier in der warmen Kneipe oder zuhause mit guten Bekannten Pay-TV-Fußball zu sehen, ist bei den Temperaturen für viele angenehmer und billiger. Sehen wir es doch positiv: Hannover bietet eben viel mehr als nur Fußball - und das ist auch gut so! Oder wie mein Sohn zu sagen pflegt: "Hannover ist die geilste Stadt der Welt..."

Winfried Quecke: "Eines der größten Probleme hinsichtlich der Identifikation mit Hannover 96 besteht in der Außendarstellung von Herrn Kind. Warum sollte ich mein Herz an eine „Marke“ bzw. ein „Premium-Produkt“ hängen? Ihm persönlich scheinen ja bei 96 ausschließlich betriebswirtschaftliche Kategorien einzufallen. Auch die Tradition des Vereins wird dem untergeordnet. Wenn es auch irgendwelchen Marketing-„Experten“ nicht passt, aber die Farben sind nun mal „Schwarz-Weiß-Grün“ und „Rot“ (und nicht entweder/oder). Hinzu kommt die mangelnde regionale Verankerung: das Bier und der Stadionsprecher aus Sachsen-Anhalt (bzw. Hamburg), die Bratwurst aus Hamburg… es muss ja nicht gleich das „Niedersachsenlied“ sein. Aber ich gehe immer noch in’s Niedersachsenstadion und nicht in die „Arena“ eines Versicherungsvertriebs. Und dass ein Stadionbesuch für jede Frau, die eine Toilette benötigt, anscheinend eine Erfahrung ganz besonderer Art ist, sollte auch noch erwähnt sein…"

Jörg Ramke: "Kurz zu mir. Erstes Spiel 1973 gegen Bayern, 3 Tore Reimann, ab da ein Roter. Letztes Jahr 50 geworden und das Vereinsemblem als Tatoo aus Liebe und Treue auf dem Arm. Fördermitglied und Dauerkarte seit dem Wiederaufsteig. Ich bin selbst enttäuscht, wenn im kleinen Dery gegen WOB nur 38tsd oder nur 35tsd gegen den FCK im Stadion sind. Es gibt m.E. dafür nicht den Grund, sondern eine Mischung aus Ursachen. Uns fehlen die 13 Jahre 1. Liga, die zB. Frankfurt oder Gladbach haben, in dieser Zeit wurde ein Fanstamm angelegt, der sich auch in den Dauerkartenverkauf widerspiegelt. Zudem hat der Hannoveraner im Gegensatz zum Schalker oder Borussen nicht nur Fußball im Kopf, sondern noch viele andere Freizeitaktivitäten. Der wichtigste Grund ist jedoch ein sozialer. Die breite Mittelschicht, zu der ich auch gehöre, wird seit Jahren von der Wirtschaftsentwicklung in diesem Land abgehängt. Die Kosten für das Leben steigen und steigen, die Einkommen ziehen kaum nach. Da ist es für eine Familie ein reiner Luxus, ins Stadion zu gehen. Nicht nur der Eintritt, auch das Drumherum machen den Besuch zu einem echten Kostenfaktor. Da ist esy viel günstiger, in eine der vielen Sportsbars zu gehen und in Stadionatmosphäre das Spiel zu schauen. Und das im Warmen!!! Bin deshalb ein heißer Verfechter die Liga von Feb. bis Dez. durchspielen zu lassen. Abschließend meine ich aber, dass bei einem Potential von 1 Mio Einwohner aus Region und Stadt die Besucherzahlen in den nächsten Jahren langsam aber stetig ansteigen, Erstklassigkeit vorausgesetzt."

(Nicht berücksichtigt wurden Zuschriften mit Nicknamen oder Pseudonym, die wir ebenfalls mit Interesse gelesen haben. Zur Meinungsäußerung gehört aber aus unserer Sicht, mit seinem Namen dafür auch einzustehen. Deshalb haben wir "namenlose" Beiträge gerne gelesen, aber nicht veröffentlicht.)

r.

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17.01.2011

Ein Brasilianer, den vorher keiner kannte, und ein Stürmer, der lieber mit Köpfchen als mit den Füßen Tore schießt - beim 96-Sieg gegen den Hamburger SV spielten sich außergewöhnliche Szenen ab.

Heiko Rehberg 22.11.2010

Wenn es um die nächsten Bundesliga-Spiele geht, rät Emanuel Pogatetz zur Coolness. „Dann wird das schon gut werden“, sagte der Hannover-96-Verteiger im HAZ-Interview.

28.09.2010