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Ein bisschen mehr Leben in der Bude

Atmosphäre in der HDI-Arena Ein bisschen mehr Leben in der Bude

Auch dank einer guten Leistung von 96 ist die Stimmung in der HDI-Arena gegen die Bayern besser als zuletzt. Neu war jedoch Anti-Kind-Protest im Gästeblock. Während der Begegnung beschimpften die Bayern-Fans den 96-Präsidenten mehrmals.

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Neu: Kind-Protest im Gäste-Block.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Knapp eine Stunde war gespielt, als sich auf den Rängen der HDI-Arena etwas Ungewöhnliches tat. Unten auf dem Rasen verteidigten die Spieler von Hannover 96 leidenschaftlich das 1:1 gegen den FC Bayern, als eine Aufforderung durchs Stadion ging, der die Zuschauer nur allzu gerne nachkamen. „Steht auf, wenn ihr ,Rote’ seid“, hatten Fans auf der Nordtribüne angestimmt, um dem Team in dieser schwierigen Phase zu helfen. Um ein Zeichen zu setzen, ein Signal zu geben. Und die meisten standen auf, auch im Osten, Westen und Süden. Über die Unterstützung oder besser die fehlende Unterstützung der Fans für ihre Mannschaft Hannover 96 ist in den vergangenen Wochen viel diskutiert worden. In diesem Moment war sie da. Und es war nicht der einzige Zeitpunkt, zu dem das Publikum das 96-Team lautstark anfeuerte.

„Wir hatten eine tolle Unterstützung. Durch die Leistung der Mannschaft hat man gemerkt, dass auf den Rängen auch Stimmung war. Das stimmt mich für die nächsten Wochen positiv“, sagte 96-Kapitän Christian Schulz. Und auch Leonardo Bittencourt sprach von einer besseren Atmosphäre in der Arena. „Die Leute haben gesehen und gespürt, dass wir alles gegeben haben und unbedingt wollten. Die Anfeuerung von den Rängen hat uns gut getan und geholfen.“ Ein erster Schritt? Vielleicht.

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Es lässt sich nicht beantworten, ob die bessere Stimmung gegenüber den vergangenen Heimspielen der couragierten Vorstellung der Mannschaft zu verdanken war, oder ob ein am Donnerstag veröffentlichter offener Brief, in dem die Clubführung von Hannover 96 auf die Anhänger zuging und um mehr Unterstützung warb, einen Anteil daran hatte. Den meisten Fans wird es ohnehin egal sein, sie waren einfach nur froh, dass nach vielen Spielen mit frostiger Atmosphäre endlich mal wieder ein bisschen mehr Leben in der Bude war.

Zumal sie wieder einmal das nervige Kind-muss-weg-Gebrülle einer kleinen, aber lautstarken Gruppe aus der Nordkurve ertragen musste. Die ersten Rufe gegen 96-Clubchef Martin Kind gab es schon vor dem Anpfiff, auch während der Begegnung nutzten die gerade einmal etwa 70 Personen starke Gruppe ruhigere Momente in der Arena, um ihre Antipathie gegen Kind vorzutragen. Neu war hingegen, dass sie Unterstützung aus dem Gäste-Block erhielten. Unterhalb des Bayern-Blocks im Süden des Stadions hing ein Anti-Kind-Plakat, während der Begegnung beschimpften die Bayern-Fans den 96-Präsidenten mehrmals.

Hannover 96 muss gegen den FC Bayern München erwartungsgemäß eine Niederlage einstecken. Beim 3:1-Sieg des Rekordmeisters in der ausverkauften HDI-Arena beweisen die „Roten“ allerdings Kampfgeist und Moral.

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„Der Mannschaft fällt es nicht so leicht, in dieser Atmosphäre Fußball zu spielen. Die hätte auch gerne mehr Unterstützung“, sagte 96-Sportdirektor Dirk Dufner. Gegen die Schmährufen an die Adresse von Kind kann die Mannschaft nichts ändern. „Das ist nichts Neues, das wird wohl auch in den nächsten Spielen nicht anders sein“, sagte Schulz. Mit starken Leistungen wie gegen die Bayern kann sie jedoch in den nächsten Heimspielen dem weitaus größeren Rest der 96-Fans im Stadion weitere Gründe geben, für ihre Mannschaft aufzustehen.

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