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Hannover Scorpions Tomas Martinec wird Nachfolger von Soccio
Sportbuzzer Hannover Scorpions Tomas Martinec wird Nachfolger von Soccio
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00:15 10.06.2016
Neuer Trainer der Scorpions: Tomas Martinec (links) mit Marco Stichnoth. Quelle: Petrow
Hannover

Scorpions-Gesellschafter Kay Uplegger sprach von „Freude“ und „Genugtuung“ und davon, dass nun „hoffentlich auch das Ende aller Gerüchte erreicht ist“. Weil es dabei um Eishockey ging, lässt sich formulieren, dass die Scorpions am Dienstag ihren Penalty sicher verwandelt haben. Uplegger und Geschäftsführer Marco Stichnoth präsentierten nicht nur neue Gesellschafter für die Hannover Scorpions GmbH & Co. KG, sie stellten auch einen neuen Trainer und einen neuen Sportmanager vor. In Eishockeykreisen war zuletzt nach dem Weggang von Trainer und Clublegende Lenny Soccio die Frage diskutiert worden, wie und ob es überhaupt weitergeht mit dem deutschen Meister von 2010. Doch mit dem gestrigen Tag hat sich das alles erledigt. „Für die Zukunft sind wir langfristig sehr gut aufgestellt“, sagte Uplegger.

Die sportlichen Hoffnungen des Oberligisten ruhen künftig auf dem neuen Cheftrainer Tomas Martinec, den Stichnoth charmant mit den Worten vorstellte: „Es hat immer genervt, gegen ihn zu spielen, und ich habe mich immer aufgeregt. Aber er bringt all das mit, was wir gesucht haben.“ Stichnoth gab dabei erstmals öffentlich zu, von Soccios Entschluss, zum Ligakonkurrenten Preussen Berlin zu wechseln, „ein Stück weit überrascht“ worden zu sein. Doch Stichnoth hatte selbst eine Überraschung parat, denn der neue Coach Martinec war erst Mitte Mai beim EHC Freiburg als Nachwuchstrainer vorgestellt worden.Martinec begründete seinen Sinneswandel damit, dass die Scorpions eine „sehr gute Adresse“ seien. Anders als in Freiburg könne er hier im Erwachsenenbereich arbeiten. „So etwas muss man nutzen. Ich empfinde das als Beförderung“, sagte Martinec.

Stichnoth weiß, dass es merkwürdig aussieht, wenn jemand irgendwo zusagt und kurze Zeit später doch anderswo aufschlägt. „Das ist das Geschäft“, sagte er. „Wir leben in einer rasanten Welt.“ Und mit Martinec sei alles schnell ins Rollen gekommen: „Das ist wie das erste Mal, wenn du eine Frau siehst, die dir gefällt.“

Mit Martinec bekommen die Scorpions nicht nur einen ehemaligen deutschen Nationalspieler, sondern auch einen Trainer, der im Dezember 2015 beim Oberligisten Füchse Duisburg spektakulär gefeuert worden war. Martinec hatte schriftlich Kenntnis davon, dass ein Füchse-Spieler zwischen zwei Oberligaspielen in der Skaterhockey-Bundesliga für Essen aktiv war, den Verein davon aber nicht unterrichtet. In Langenhagen bekommt der 40-Jährige einen Einjahresvertrag.

Gemeinsam mit Sportmanager Andrej Strakhov, der für zwei Jahre unterschrieb, soll er eine neue Mannschaft aufbauen. Bislang stehen neun Spieler unter Vertrag für die kommende Oberligasaison. Andreas Morczinietz, Kapitän und Star der Scorpions, hat sich dabei laut Stichnoth noch nicht entschieden, ob er weitermacht. Jan Hemmes wird nicht mehr für die Scorpions spielen.

Mit ehrgeizigen Saisonzielen hielten sich die Verantwortlichen der Scorpions zurück. Am Konzept, „junge Spieler zu entwickeln“ (Stichnoth), halte man fest, vom Aufstieg in die DEL2 redete niemand. Auch eine Fusion mit den Indians, mit denen die Scorpions im Nachwuchsbereich gut zusammenarbeiten, ist aktuell kein Thema. „Wir haben in Hannover eine Fankultur, die das nicht möglich macht“, sagte Stichnoth und erlaubte sich nur einen kleinen Rempler gegen die Konkurrenz vom Pferdeturm. Vergangene Saison seien die Indians einfach besser gewesen, sagte er. „Da haben sie es das erste Mal nach gefühlt 80 Jahren geschafft, vor uns zu sein.“ Weil in Hannovers Eishockeyszene solche Sätze schnell falsch verstanden werden, sei angemerkt: Es war ein Scherz von Stichnoth.

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