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Christiane Reppe kennt die Richtung

Wahl zum Behindertensportler Christiane Reppe kennt die Richtung

Die Handbikerin holte zwei WM-Titel, obwohl ihr Start bis zum letzten Moment gefährdet war. Sie ist die sechste Behindertensportler-Kandidatin, die die HAZ vorstellt.

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„Ich habe immer versucht, das Beste aus allem zu machen“: Christiane Reppe gewann zwei WM-Titel, obwohl sie zunächst gar nicht gemeldet war.
 

Quelle: Imago

Hannover.  Aller guten Dinge sind drei. Diese Überschrift steht derzeit über Christiane Reppes Sportlerkarriere. Die 30-Jährige, die aus Dresden stammt und für den GC Nendorf (Kreis Nienburg) startet, hat 2017 bei ihrer dritten Weltmeisterschaftsteilnahme im Handbike erstmals Gold sowohl im Straßenfahren als auch im Zeitfahren gewonnen. Zuvor hatte sie WM-Gold und -Bronze (2014), WM-Gold und -Silber (2015) sowie Paralympics-Gold und -Bronze (2016) von großen Wettkämpfen mitgebracht.

Und die sportliche Krönung gelang ihr im dritten Anlauf auch in einer anderen Hinsicht: Vor den Fahrten im Liegerad, das durch Handkurbeln in Schwung gebracht wird, war Reppe schon eine erfolgreiche Leistungssportlerin im alpinen Skilauf (Medaillenränge im Weltcup) und Schwimmen (Paralympics-Bronze 2004) gewesen. „Ich habe immer versucht, das Beste aus allem zu machen“, sagte die Sächsin schon vor einigen Jahren in einem Interview.

Reppes größter Erfolg hatte indes eine dramatische Vorgeschichte. „Ich hatte erstmals sehr gute Aussichten, beide Titel zu holen und dafür hart trainiert“, erzählte sie. Doch dann vergaß der nationale Verband, sie für die Titelkämpfe in Südafrika zu melden. Alles umsonst? „Fehler sind menschlich, das kann passieren, ich bin niemandem böse“, sagte die Handbikerin schon frühzeitig und entschloss sich, mit nach Südafrika zur WM zu fahren. „Ich wollte meine Teamkollegen unterstützen.“


Dort aber gab es die wundersame Wende: Der Weltverband akzeptierte ihre Nachmeldung. Und Vater Hans-Jürgen zerlegte das Wettkampf-Handbike der Tochter und brachte es persönlich per Linienflug nach Südafrika. Gerade rechtzeitig, um Reppes ersten Titel zu ermöglichen.

Glück und Pech erlebte die Sportlerin auch mit ihrer Goldmedaille, die sie bei den Paralympics in Rio de Janeiro gewonnen hatte. Während einer Pressekonferenz danach wurde ihr die Medaille aus der Handtasche gestohlen, bis jetzt ist das Original nicht wieder aufgetaucht. Mithilfe ihrer Heimatstadt und des deutschen Verbandes gab es im April 2017 aber Ersatz vom Internationalen Paralympischen Komitee. Reppe war sprachlos und verdrückte Freudentränen.

Es sind solche Erfahrungen und Wendungen, die Reppe prägen. „Es ist wichtig, eine gute Richtung zu finden, den Sinn des Lebens“, sagte sie. Schon als Fünfjährige ließ sich die Sportlerin nicht entmutigen, als in ihrem rechten Bein ein bösartiger Nerventumor entdeckt wurde. Die einzige Chance zur Heilung bot die Amputation. „Ich habe nur noch das linke Bein, aber keinen tödlichen Krebs mehr. Ich finde, das ist ein guter Deal“, sagte sie später.

Reppe, die Betriebswirtschaftslehre studiert und im Immobilienunternehmen der Eltern im Bereich Marketing arbeitet, besitzt viel Energie und Lebensfreude. „Ich habe vieles erreicht“, sagte sie und hob hervor, dass ihr dabei auch gute Unterstützung durch Sponsoren helfe. Sie genießt das Ausprobieren anderer Sportarten wie Kanu fahren oder Paragliding. Und Reppe sucht nach dem avisierten Paralympics-start 2020 in Tokio noch eine Herausforderung. „Ich träume von einem Start beim Ironman auf Hawaii.“

Info: Die HAZ präsentiert die Wahl zum Behindertensportler Niedersachsens. Und Sie, liebe Leser, können im Internet unter www.haz.de Ihrem Favoriten Ihre Stimme geben. Die Abstimmung beginnt am Freitag, 9. Februar. Unter allen Einsendern werden zudem 70 Preise verlost.

Sieben Fragen an Christiane Reppe

Wie heißt Ihr Lieblingsort?

Lanzarote.

Welche Musik spornt Sie an?

„I See Fire“ von Ed Sheeran.

Welche Musik entspannt Sie?

Songs von Coldplay.

Was essen Sie am liebsten?

Kuchen, ansonsten vielseitig.

Ihre Hobbys sind?

Ich habe im Oktober entdeckt, wie schön Kanu fahren ist.

Wer oder was motiviert Sie?

Ich selbst motiviere mich am besten.

Ihr größter Traum ist?

Einfach zufrieden leben.

Von Carsten Schmidt

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