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Das deutsche Rugby taumelt am Abgrund

Nationalteam Das deutsche Rugby taumelt am Abgrund

Zum wichtigen Europameisterschafts-Länderspiel am Sonnabend in Rumänien reist nur ein Not-Aufgebot, die Profis von Serienmeister Heidelberger RK (HRK) sind nicht dabei. Damit sind die Träume von der ersten WM-Teilnahme Deutschlands geplatzt.

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Bittere Pille: Um das 15er-Rugby-Nationalteam steht es katastrophal. Präsident Blank ist zurückgetreten.


Hannover. Das ist wohl die bitterste Pille, die das deutsche Rugby je schlucken musste. Zum wichtigen Europameisterschafts-Länderspiel am Sonnabend (13 Uhr) in Rumänien reist nur ein Not-Aufgebot, die Profis von Serienmeister Heidelberger RK (HRK) sind nicht dabei. Damit sind die Träume von der ersten WM-Teilnahme Deutschlands geplatzt, auch das Zerwürfnis zwischen dem Deutschen Rugby-Verband und Mäzen Hans-Peter Wild (Capri-Sun) dürfte endgültig sein. Gestern ist zudem DRV-Präsident Klaus Blank zurückgetreten.

Zur anhaltenden Rufschädigung seien anonyme telefonische Drohungen gekommen, teilte der Heidelberger Blank in einer Presseerklärung mit: „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass so etwas passiert – insbesondere nicht in unserem Sport, der sich vor allem über ein faires und sportliches Miteinander definiert.“ Hintergrund ist der eskalierte Streit zwischen dem DRV und der Stiftung Wild Rugby Academy (WRA), über deren Gesellschaft zur Förderung des deutschen Rugby-Sports (GFR) die Spieler beim HRK angestellt sind.

Im vergangenen Sommer hatten sich DRV und WRA nach dreijähriger Zusammenarbeit nicht auf eine weiteren Vertrag verständigen können. Streitpunkt waren die Vermarktungsrechte des 15er-Nationalteams, das die WRA mit Millionen aufgepäppelt hatte. Im November kam es zum Eklat, die Profis boykottierten kurzfristig ein Testspiel gegen Chile. Sie forderten eine Perspektive für das 15er-Rugby, das sie gegenüber der olympischen Siebener-Variante klar benachteiligt sahen. Der DRV beendete daraufhin die Kooperation, beschloss aber beim Verbandstag am 28. Januar, eine Wiederannäherung zu versuchen. Die ist offenkundig gescheitert.

Der DRV hat die Heidelberger Profis für die Rumänien-Partie nominiert, die GFR verlangt aber für jeden Spieler pro Partie und zugehöriger Trainingswoche jeweils 1000 Euro nebst einer Versicherung – bei fünf ausstehenden Begegnungen und etwa 15 Profis käme da schnell eine sechsstellige Summe zusammen. Das ist viel zu teuer für den DRV, der daher neu eingeladen hat: Aus Hannover sind Stefan Mau, Daniel Koch (beide Germania List) dabei, zudem stehen Nicolas Müller und Jan Piosik von 78 sowie Yasar Bauer (Odin/VfR 06) vor ihrem 15er-Debüt. Für das vom Weltverband bezahlte Trainergespann um den Uruguayer Pablo Lemoine kann es nur darum gehen, den Schaden zu begrenzen und die zweithöchste europäische Klasse zu halten.

Aus Kreisen der WRA/GFR war zwar zu erfahren, dass Milliardär Wild das deutsche Rugby weiter fördern will. Aktuell droht aber der Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

Von Stefan Dinse

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