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Sportmix Regional Le Hieu Ly kämpft für WM-Chance
Sportbuzzer Sportmix Regional Le Hieu Ly kämpft für WM-Chance
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16:47 27.02.2018
Gut gebrüllt, gut gesprungen: Le Hieu Ly zeigt im Freestyle einen Seitwärtstritt. Quelle: Fotos: privat
Taekwondo

Le Hieu Ly vom Ji-Do-Kwan Wunstorf ist deutscher Meister im Formenlauf der Junioren – auf diesen Lorbeeren hat er sich aber nicht ausgeruht. Und das darf der 16-Jährige auch nicht, wenn er erstmals bei einer Weltmeisterschaft antreten will. Bei den German Open im Poomsae, dem Kampf gegen einen imaginären Gegner, hat der Wunstorfer in Hamburg Silber gewonnen. Und in der Freestyle-Konkurrenz hat er sogleich Platz eins folgen lassen. „Das ist ein großer Schritt für Le Hieu, seinen Traum von der WM zu verwirklichen“, kommentierte Ji-Do-Kwan-Trainerin Heidi Reh.

Im Formenlauf sind Sprünge, Schläge und Tritte gefragt, die allesamt dazu angetan wären, Wirkung zu zeigen – also den Rivalen außer Gefecht zu setzen. Es reicht nicht, das Bein sehr hoch zu bekommen, die Aktionen müssen dynamisch und kraftvoll sein. „Le Hieu hat sich noch einmal gesteigert im Vergleich zur deutschen Endrunde, das war wirklich super. Es zahlt sich aus, dass er sechsmal in der Woche hart trainiert“, lobte Reh und betonte dabei, dass ihr Schützling viele Dehnungs- und Kräftigungsübungen mache, „um hohe Tritte mit Kraft ausführen zu können“. Das wird in der Regel mit Schaumstoff-Pratzen geübt, bisweilen muss aber schon mal ein Holzbrett daran glauben.

Im Freestyle nicht zu schlagen

Der Gymnasiast der Hölty-Schule war nicht nur als Erster der Vorrunde ins Finale mit den besten acht Taekwondoka eingezogen. Er schaffte es zudem als einziger Deutscher, was im Hinblick auf die WM-Teilnahme interessant ist. Allein dem Dänen Mathias Laursen musste sich Le Hieu – die Formen Nummer sieben und zehn waren zu zeigen – um zwei Zehntelpunkte beugen. Reh stellte anschließend in ihrer Videoanalyse fest, dass die Wertungsrichter recht hatten: „Das waren zwei bis drei ganz kleine Ungenauigkeiten, da sprechen wir nicht mal von Zentimetern, die Le Hieus Füße nicht gerade standen.“

Im Freestyle, das ebenfalls eine WM-Disziplin ist, ließ der Wunstorfer alle Rivalen hinter sich. Dabei sind binnen 70 Sekunden zu selbst gewählter Musik Akrobatik- und Technik-Elemente zu zeigen. Le Hieu verwies den ärgsten Widersacher aus Finnland mit deutlichem Abstand auf Rang zwei. Dieser hatte ein Pflichtelement vergessen, was Punktabzug zur Folge hatte. „Sehr starke Leistung von Le Hieu, auch das war eine weitere WM-Empfehlung“, unterstrich Reh.

Allein im Paarlauf gab es keine Medaille. Mit Kim-Chi Vu aus Hannover, mit der Le Hieu seit vergangenem Jahr ein Duo im Niedersachsenkader bildet, reichte es im Finale zu Platz sechs.

Am übernächsten Wochenende steht die offene belgische Meisterschaft an. Sie zählt gleichsam zu den sogenannten G-1-Turnieren, die wichtig für die WM-Nominierungen sind. Der deutsche Verband hat nicht viel Geld und dürfte im November nur einen kleinen Kader zum Weltturnier nach Taipeh entsenden. Erst im Juni nach der österreichischen offenen Meisterschaft wird sich wohl aber klären, ob Le Hieu dabei sein darf.

Es wird noch anspruchsvoller

Ein weiterer Punkt spricht für das Wunstorfer Talent: Ab 2020 gehören drei neue Formen zum Pflichtprogramm für Taekwondoka bis 30 Jahre, die bisher zum Freestyle zählen. Diese anspruchsvollen Übungen hat er schon drauf, wie Reh unterstreicht. Ausruhen darf sich Le Hieu Ly aber nicht.

Von Stefan Dinse

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