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Sportmix Regional Marco Herbst – Vollkontakt im Rollstuhlrugby
Sportbuzzer Sportmix Regional Marco Herbst – Vollkontakt im Rollstuhlrugby
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07:51 02.02.2018
„Im Spiel gibt es Vollkontakt“: Marco Herbst (links), deutscher Nationalspieler im Rollstuhlrugby.  Quelle: Imago
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Hannover

 „Man geht voll drauf“, sagt Marco Herbst über Rollstuhlrugby. Der 28-Jährige betreibt diese Sportart beim VfL Grasdorf, der zu den Spitzenmannschaften in der 2. Bundesliga gehört. Herbst hat darüber hinaus auch noch ein Einsatzrecht für den Erstligisten Berlin Raptors. „Es gibt nicht so viele Aktive in unserer Sportart, da ist das nötig, um einen vernünftigen Wettkampfbetrieb zu garantieren“, sagt der Athlet.

Knapp 400 Sportler haben ihre Leidenschaft für diese Ballsportart entdeckt, die in Siebzigerjahren in Kanada erfunden wurde. Dort trug sie zunächst den furchterregenden Namen Murderball, später sprach man von Quad Rugby. Herbst deutet an, wie es zu diesen Bezeichnungen kam. „Im Spiel gibt es Vollkontakt, das ist härter als beim Rollstuhlbasketball“, sagt er.

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Der in Rendsburg geborene Sportler, der zum Studieren nach Hannover zog, hat von Geburt an das Femur-Fibula-Ulna-Syndrom. Dabei handelt es sich um Defekte, die an den Oberschenkelknochen, am Wadenbein und an der Elle auftreten. Das führt zu Bewegungseinschränkungen von Armen und Beinen. Deshalb sind Athleten mit dieser Behinderung im Rollstuhlbasketball benachteiligt, weil dort die meisten Spieler ihre Arme uneingeschränkt bewegen können. Für sie wurde Rollstuhlrugby entwickelt, das auf einem Basketballfeld mit einem Volleyball gespielt wird. Die Spielzeit beträgt insgesamt 32 Minuten, untergliedert in vier Viertel. Ein Tor fällt, wenn ein Spieler den Ball fest im Griff über die Torlinie bringt. Da gibt es die Analogie zum Rugby, die Begrenzung der Angriffszeit auf 40 Sekunden dagegen lässt auch Parallelen zum Basketball erkennen. Wer im Rollstuhlrugby aktiv ist, muss übrigens Zeit und Geld investieren – Spezialrollstühle kosten um die 10 000 Euro. Herbst hat immerhin einen Arbeitgeber, der ihm auch freigibt, damit er an Nationalmannschafts-Lehrgängen teilnehmen kann.

„Es gibt bei uns Angreifer und Verteidiger“, sagt Herbst. Er selbst geht im Spiel in die Offensive und ist für das Bälleverteilen und den Abschluss zuständig. Das ist den sogenannten Highpointern vorbehalten, Spielern, die eine hohe Klassifizierung haben wie Herbst, weil er weniger stark behindert ist. Der Softwareentwickler kann kurze Wege zu Fuß zurücklegen, den Rollstuhl braucht er nur für längere Entfernungen.

Herbst ist erst vor zwei Jahren aus dem Schwimmerlager zu dem rasanten Ballsport gewechselt. In diesem Zeitraum gelang ihm eine Blitzkarriere, in den Vorschauen auf die Europameisterschaft 2017 in Koblenz wurde er bereits als deutscher Spieler genannt, auf den die Konkurrenz achten müsse.

Ganz nach Wunsch lief es bei dem Heim-Turnier für Herbst und seine Kollegen nicht. „Wir haben leider den Einzug unter die besten vier verpasst“, erzählt Herbst. Platz sechs sprang am Ende für die Mannschaft heraus, daher muss sie im April in einer Qualifikation mit acht Mannschaften um vier Fahrkarten zur WM kämpfen.

Herbst ahnt: „Das wird mit Sicherheit nicht einfach.“ Dabei wäre die Teilnahme an der Weltmeisterschaft eine wichtige Station auf dem Weg zu den Paralympics 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio, dem Traumziel des Hannoveraners und seiner Kollegen.

Privat fühlt sich der 28-Jährige in seiner Wahlheimat wohl. Er wohnt in der Südstadt in einer Vierer-Sportler-WG. „Mir gefällt es sehr gut“, sagt er. „Dank der zentralen Lage habe ich kurze Wege.“

Sieben Fragen an Marco Herbst

Wie heißt Ihr Lieblingsort?

Hannover.

Welche Musik spornt Sie an?

Klassischer Rock.

Welche Musik entspannt Sie?

Country.

Was essen Sie am liebsten?

Aufläufe.

Ihre Hobbys sind ...

Freunde treffen, Computerspiele.

Wer oder was motiviert Sie?

Meine Mitspieler.

Ihr größter Traum ist ...

Die Paralympics 2020. 

Von Carsten Schmidt

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