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Sportmix Regional Oliver Jantz – ein Rollstuhlbasketballer startet durch
Sportbuzzer Sportmix Regional Oliver Jantz – ein Rollstuhlbasketballer startet durch
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18:30 06.02.2018
Die Bedingungen in Hannover sind sehr gut“: Oliver Jantz lebt seit fünf Jahren im Lotto-Sportinternat und ist auf dem besten Weg, sich mit United in der 1. Liga zu etablieren  Quelle: Lobback
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Hannover

 Oliver Jantz ist ein Shootingstar – und damit haben die Beobachter nicht nur die Würfe des Rollstuhlbasketballers von Hannover United im Blick. Der Sportler, der in elf Tagen erst seinen 20. Geburtstag feiert, hat schon eine eindrucksvolle Bilanz vorzuweisen. Jantz hat schon zwei Medaillen mit deutschen Auswahlteams gewonnen: 2014 wurde er als gerade 16-Jähriger Zweiter bei der U22-Europameisterschaft. Und im Vorjahr gewann er mit der Erwachsenen-Nationalmannschaft EM-Bronze.

Auch bei United spielt er als Guard eine wichtige Rolle, wie sein Clubtrainer Martin Kluck betont. „Er ist enorm kaltschnäuzig für sein Alter“, lobte ihn der Coach nach dem nervenaufreibenden Bundesliga-Sieg der Hannoveraner gegen Rahden. Da gelang Jantz eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit der erstmalige Ausgleich für sein Team. Und auf der United-Homepage wird die „Schnelligkeit, Spielübersicht und Physis“ sowie der „Ehrgeiz und die Mannschaftsdienlichkeit“ des Spielers gelobt.

Jantz selbst macht kein großes Aufheben um seine sportlichen Erfolge. Er gibt sich realistisch im Verein. „Wir haben jetzt eine gute Chance auf den Klassenerhalt“, sagt er zu den United-Perspektiven in der Bundesliga – sein Team hat vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang.

Er hat Achtung vor international erfahrenen und erfolgreichen Clubkollegen wie Vanessa Erskine, Paralympics-Siegerin mit den USA, oder dem United-Topscorer Joe Bestwick, der bei den Paralympics 2008 Bronze mit Großbritannien gewann. „Mir hilft das gemeinsame Training, da kann ich mir noch einiges abschauen“, sagt er. Und bezüglich der Nationalmannschaft pocht er nicht auf einen Platz, sondern spricht davon, sich zu „empfehlen“.

Jantz ist mit einer Rückenmarkschädigung (Spina bifida) zur Welt gekommen und sitzt deshalb im Rollstuhl. Mit Basketball hat er als Zwölfjähriger begonnen. „Wir haben da rumgedaddelt“, sagt er über die Anfänge in seiner schleswig-holsteinischen Heimat. Doch schnell wurde sein Talent entdeckt, es folgten Einladungen und Fahrten zu Trainingslehrgängen. „Meine Eltern haben sich stark engagiert, ich habe ihnen viel zu verdanken“, sagt Jantz.

 Dennoch verließ er schon mit 15 Jahren die Heimat in Richtung Hannover. Er wurde ins Lotto-Sportinternat aufgenommen und erwarb dort seinen Realschulabschluss. „Die Bedingungen in Hannover sind sehr gut“, sagt Jantz, der nach wie vor im Internat lebt und hofft, dort demnächst einen Platz in der dortigen Wohngemeinschaft für junge Erwachsene zu erhalten.

Sein derzeitiger beruflicher Schwerpunkt liegt in einem Peiner Sportgeschäft, dort absolviert Jantz eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann mit Schwerpunkt E-Commerce.

Nach der Lehre soll sich das Augenmerk des jungen Rollstuhlbasketballers auf seinen Sport richten. „Ich möchte schon einige Jahre in der Bundesliga aktiv sein“, sagt Jantz. Und das Erfolgserlebnis der EM-Medaille im Vorjahr lässt ihn jetzt die WM im August in Hamburg und die Paralympics 2020 in Tokio anvisieren. Jantz liebt seinen Sport. „Mich fasziniert die Schnelligkeit des Spiels“, sagt der 19-Jährige. „Besonders gefällt mir, dass Behinderte und Nichtbehinderte in einem Team zusammenspielen.“

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Sieben Fragen an Oliver Jantz

Wie heißt Ihr Lieblingsort?

Hannover.

Welche Musik spornt Sie an?

Ich höre bei den Kollegen mit.

Welche Musik entspannt Sie?

Etwas Ruhiges aus den Charts.

Was essen Sie am liebsten?

Hähnchen mit Rosenkohl.

Ihre Hobbys sind?

Freunde treffen, Football schauen.

Wer oder was motiviert Sie?

Die Mitspieler.

Ihr größter Traum ist?

Die Paralympics 2020.

Von Carsten Schmidt

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