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Riekje Heuter – Rekordjägerin im Wasser

Wahl zum Behindertensportler Riekje Heuter – Rekordjägerin im Wasser

Die Schwimmerin aus Osnabrück spürt Energie und Freiheit bei ihrem Sport. Sie ist die vierte Kandidatin für die Wahl zum Behindertensportler Niedersachsens, die die HAZ präsentiert.

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„Die Nominierung ist für mich ein Riesenansporn“: Riekje Heuter aus Osnabrück hält mehrere deutsche Rekorde im Brustschwimmen.
 

Quelle: Arp/Das Fahrgastfernsehen

Hannover. Auch in Zeiten von WhatsApp und Facebook gibt es noch die Überraschung per Telefon. Riekje Heuter erfuhr durch einen Anruf, dass sie als Kandidatin für die Wahl zum Behindertensportler Niedersachsens nominiert worden ist. „Ich hätte nie gedacht, dass ich schon in so jungen Jahren berücksichtigt werde“, sagt die 16-Jährige aus Osnabrück bescheiden. „Es ist für mich ein Riesenansporn, ich bin begeistert.“

Heuter schwimmt. „Im Wasser spüre ich Freiheit, da kann ich meine Energie herauslassen“, sagt die Jugendliche. Und Energie hat Heuter jede Menge, davon zeugen ihre Erfolge und Rekorde, die sie insbesondere in der Brustlage erzielt hat. Die 16-Jährige wurde deutsche Jugendmeisterin und hält diverse Rekorde auf den Distanzen von 50 bis 200 Meter. Und ihre Bestleistungen von 40,58 Sekunden (50 Meter), 1:31,74 Minuten (100 Meter) und 3:22.07 Minuten (200 Meter) im 50-Meter-Becken sowie auf der 25 Meter langen Kurzbahn bei 39,50 Sekunden/1:29,03 Minuten/3:15,16 Minuten können sich sehen lassen.

Diese Leistungen verdienen umso mehr Respekt, weil Heuter von Geburt an der linke Unterarm fehlt. Doch dieses Handicap ist kaum zu merken, wenn die Schülerin durchs Wasser gleitet. „Zum Sport bin ich durch meine Eltern gekommen, die sehr hinterher waren, dass ich schwimmen lerne“, sagt Heuter. „Ich habe aber auch vieles andere ausprobiert, beispielsweise Ballett.“

Zum Leistungssport kam sie durch die Teilnahme an kleinen Wettkämpfen. „Da bin ich entdeckt worden“ sagt sie. Und seitdem absolviert sie bei der SG Osnabrück bis zu elf Einheitenwöchentlich. Und sie schultert dieses Programm nicht als Last, sondern mit sehr viel Lust. „Ich würde niemals von mir aus ein Training ausfallen lassen“, sagt sie.

Dieser Fleiß und diese Beharrlichkeit haben Heuter auch schon auf die paralympische Bühne gebracht. Als 14-Jährige hatte sie sich um eine Teilnahme am paralympischen Jugendlager in Rio de Janeiro 2016 beworben – und wurde ausgewählt.

In Rio sammelte sie viele neue Eindrücke und Motivation. Heuter und die anderen Jugendlichen waren bei der Eröffnungs- und bei der Schlussfeier dabei. Sie fieberten bei den paralympischen Wettkämpfen mit und konnten im Deutschen Haus mit Teilnehmern sprechen.

Heuter faszinierte es, „allein das Schwimmstadion zu sehen, die Spannung und die Stimmung bei den Wettkämpfen zu erleben“. Sie visiert nun für 2020 oder 2024 den eigenen Start bei den Paralympics an. Sie freute sich auch über die Offenheit der Brasilianer im Umgang mit behinderten Menschen. „Viele sind zu uns gekommen, um mit uns Fotos zu machen oder einfach zu reden.“ Sie hatte auch wache Augen für die Armut in Südamerika: „Wir haben Bettler und obdachlose Kinder gesehen.“

Am meisten beeindruckt hat Heuter eine Fackelläuferin, die beim Einlauf stürzte, sich aber wieder aufrappelte. „Sie hat gezeigt, was wir Menschen mit Behinderung jeden Tag versuchen – alles allein zu schaffen und nur dann Hilfe anzunehmen, wenn wir auch wirklich darauf angewiesen sind.“

Info: Die HAZ präsentiert die Wahl zum Behindertensportler Niedersachsens. Und Sie, liebe Leser, können im Internet unter www.haz.de Ihrem Favoriten Ihre Stimme geben. Die Abstimmung beginnt am 9. Februar. Unter allen Einsendern werden zudem 70 überaus attraktive Preise verlost.

Sieben Fragen an Riekje Heuter

Wie heißt Ihr Lieblingsort?

Mein Geburtsort Ulm oder der Platz, wo Freunde und Verwandte sind.

Welche Musik spornt Sie an?

Try Everything von Shakira.

Welche Musik entspannt Sie?

Etwas Ruhiges.

Was essen Sie am liebsten?

Nudeln mit der Tomatensauce nach einem Spezialrezept meines Vaters.

Ihre Hobbys sind?

Musik, ich habe Gesangsunterricht.

Wer oder was motiviert Sie?

Meine Eltern und meine Trainerin.

Ihr größter Traum ist?

Eine Paralympics-Teilnahme.

Von Carsten Schmidt

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