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Recken starten mit Fragezeichen

Handball Recken starten mit Fragezeichen

Handball-Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf setzt am Donnerstag mit einem Heimspiel in die Tui-Arena die Saison fort. Gegner ist GWD MInden. Recken-Trainer Carlos Ortega spricht von einer „seltsamen Vorbereitung“, weil ihm zum einen die EM-Teilnehmer lange gefehlt haben. Zum anderen fielen einige Spieler verletzt aus.

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HARTES HINSPIEL: Morten Olsen (links) und Ilija Brozovic (Dritter von links) fanden kaum Lücken in der Mindener Abwehr.

Quelle: Meier

Hannover. Stillstand ist Rückschritt. Deshalb zeigte sich auch Recken-Trainer Carlos Ortega aufgeschlossen für eine Premiere im Training der Handballer. Am Montag kreiste eine Drohne in der Swiss-Life-Hall und nahm die Einheit unter der Leitung des Spaniers auf. Und Ortega war angetan.

Die Drohnenaufnahmen geben noch bessere Einblicke als die bisher genutzten Videoaufnahmen von den Seitenlinien. „Man kann gerade beim sechs gegen sechs erkennen, wie verhält sich die Abwehr, was macht der Angriff, wo sind Räume“, sagte der Spanier. „Das kann uns beim Optimieren helfen.“

Nahe am Maximum müssen die Recken auch in der zweiten Bundesliga-Saisonhälfte agieren, die mit dem Heimspiel am Donnerstag gegen GWD Minden beginnt (19 Uhr, Tui-Arena). Doch es gibt einige Stolpersteine für den aktuellen Tabellendritten, wie die folgende Analyse zeigt.

 Die Vorbereitung: „Wir hatten eine lange Wettkampfpause“, sagte Ortega. Und der Spanier stuft das Training in den vergangenen vier Wochen als „seltsam“ ein. „Uns fehlten vier Spieler wegen der EM und diverse andere Profis wegen Verletzungen, da konnten wir nicht so arbeiten, wie wir es wollten“, sagte der 46-Jährige. Ortega zieht allerdings Hoffnung aus den ausnahmslos gewonnenen Testspielen. Vor allem beim 35:21 gegen Champions-League-Starter Motor Saporoshje überzeugten die Recken.

 Die Verletzten: Die Recken warten weiter auf Pavel Atman. Der Russe trainiert zwar nach Fußbruch und Operation, ist aber noch nicht einsatzfähig. Fehlen wird auch Lars Lehnhoff (Muskelfaserriss im Oberschenkel). Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem Einsatz von Runar Karason (muskuläre Probleme) und Mait Patrail (Achillessehne). Ein Ausfall des Esten wäre bitter, weil er im Rückraum ein Leistungsträger in den ersten 19 Saisonspielen war.

 Die Psychologie: Alle vier EM-Fahrer schieben Frust. Karason schied mit Island in der ersten Runde aus, Kai Häfner und Titelverteidiger Deutschland stürzten auf den neunten Platz. Und die Olympiasieger Casper Mortensen und Morten Olsen verpassten mit Dänemark als Vierter das erhoffte Edelmetall. Ortega ist sich aber nach einer Teamsitzung am Montag sicher, dass alle mit Energie und Motivation in die zweite Saisonhälfte gehen. „Sie wollen zeigen, dass sie gute Spieler sind.“

 Von Spanien lernen: Ortega freut sich über den EM-Titel für seine Landsleute. „Der Sieg über Deutschland war der Durchbruch, bis dahin waren die anderen auf Augenhöhe“, sagte der Recken-Coach. Er sieht in Taktikschulung der Iberer einen Vorteil. „Wir haben nicht so große und kräftige Spieler wie die Deutschen und die Skandinavier. da müssen wir uns etwas einfallen lassen, um den Gegner zu überlisten“, sagte er. Außerdem hätten jahrelang die weltbesten Handballer bei spanischen Clubs gespielt. „Da mussten die Trainer arbeiten, um auch dieses Level zu erreichen.“

 Die Prognose: Der Absturz von 2017 mit 16 sieglosen Spielen ist Warnung genug. „Wir sollten unser bestes Gesicht zeigen“, forderte Ortega schon für das Duell mit Minden. Nur wenn das Team diesen Trainerworten folgt, kann der Europacup-Platz bis zum Saisonende verteidigt werden.

Von Carsten Schmidt

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