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Sportbuzzer Deutsche Eishockeyspieler kassieren in spielfreien Monaten Arbeitslosengeld
Sportbuzzer Deutsche Eishockeyspieler kassieren in spielfreien Monaten Arbeitslosengeld
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13:24 07.09.2011
Eishockeyprofi Michael Wolf betätigt sich als Saisonarbeiter. Quelle: dpa
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Hannover

Als Eishockeyprofi Michael Wolf im Juni seine Vertragsverlängerung bei den Iserlohn Roosters bekannt gab, da hielt er bei einer Pressekonferenz stolz ein Trikot mit der Nummer 2015 hoch. Ein Symbolbild, denn bis 2015 gilt der neue Vertrag, der dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft schätzungsweise rund 200.000 Euro im Jahr einbringt. Das Kuriose: Obwohl Wolf in den Jahren zuvor bereits für Iserlohn gespielt hatte und obwohl er nun seinen Folgevertrag präsentierte, kassierte der Stürmer zu diesem Zeitpunkt bereits Geld von der Agentur für Arbeit. Wolfs Vertrag galt nur bis April, bis zum Saisonende in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Und er gilt erst wieder seit August. In den wärmeren Monaten dazwischen, in denen nicht gespielt wird, geht Wolf stempeln.

Wie das WDR-Magazin „sport inside“ jetzt berichtete, ist Wolf kein Einzelfall. Es soll vielmehr Methode sein, Spieler mit Neunmonatsverträgen auszustatten. Statistiken, wie viele der rund 350 Profis aus der DEL sich tatsächlich in den Monaten Mai, Juni und Juli arbeitslos melden, gibt es zwar nicht. „Aber wir wissen aus unseren Agenturbefragungen, dass das offensichtlich eine gängige Praxis bei den Eishockeyvereinen ist“, sagt John-Philipp Hammersen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit. Die Klubs würden sich so „einer lästigen Pflicht entledigen: Arbeitnehmer zu bezahlen in Zeiten, in denen sie unproduktiv sind“. Zudem sparen die Klubs in dieser Zeit die Sozialabgaben. Das ist legal. Aber ist es auch moralisch legitim?

Für Marco Stichnoth, Geschäftsführer der Hannover Scorpions, schon. „Die Klubs zahlen Arbeitslosengeld ein, dann haben die deutschen Spieler auch einen Anspruch darauf“, sagt er. Es sei unfair, deshalb nun die ganze Sportart an den Pranger zu stellen. Schließlich würden sich auch gut bezahlte Schauspieler zwischen zwei Filmprojekten arbeitslos melden. Stichnoth betont zudem, dass es meist die Spieler und deren Agenten sind, die drauf bestehen, das ausgehandelte Jahressalär auf neun Monate statt auf zwölf zu verteilen. In Hannover versuchen sie das zu vermeiden, schon aus Versicherungsgründen wollen sie die Spieler gerne auch im Sommer bei sich haben.

Aus Sicht der Profis aber lohnt sich die verkürzte Saisonarbeit finanziell. Im Schnitt verdient ein Profi in der DEL etwa 150.000 Euro brutto im Jahr, damit hat er einen Anspruch auf den Höchstsatz von 2.250 Euro Arbeitslosengeld. Dazu kommen 875 Euro Renten-, 460 Euro Kranken- und 57 Euro Pflegeversicherung. Macht insgesamt mehr als 3.600 Euro. Monatlich. Finanziert vom Steuerzahler. Die Arbeitsagentur ist da machtlos, vermitteln kann sie den Spieler auch nur schwer. Denn die Profis sind nur verpflichtet, einen Job anzunehmen, bei dem sie mehr verdienen, als sie an Arbeitslosengeld kassieren. Solche Jobs aber gibt es kaum. Eine komfortable Situation.

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