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Sportbuzzer Hannoveraner Haupt erneut Weltmeister
Sportbuzzer Hannoveraner Haupt erneut Weltmeister
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17:38 15.10.2017
Quelle: Frey
Kailua-Kona

Nach der Tortur durch die heiße Lava-Hölle von Hawaii genehmigte sich Christian Haupt „ein Eis und ein kühles Pale Ale“, denn entgegen des Klassikers von Paul Kuhn, „gibt es eben doch Bier auf Hawaii“, flachste Haupt (37). Die gute Laune war begründet. Dem eisenharten Arnumer gelang am Wochenende die Titelverteidigung bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Er gewann wie im Vorjahr erneut in seiner Altersklasse (M35 – 39) und war zudem bester Amateur überhaupt.

In 8:55:28 Stunden unterbot er seine Zeit aus 2016 um rund fünf Minuten und landete damit in der Gesamtwertung aller Profis und Amateure auf einem starken 35. Platz. „Damit lag ich sogar vor Jan Frodeno, der ja aber erheblich Probleme hatte“, wusste Haupt. Dem deutschen Triathlon-Superstar war er auf der Strecke begegnet. „Als der merkte, dass ich ein Deutscher bin, rief er mir zu: ,Zieh durch!’ Und das in einem seiner schwärzesten Momente. Was für ein Sportsmann!“ Frodenos Motivationsspritze wirkte. Haupt „war beflügelt“, doch auf der Laufstrecke übernahm er sich fast. Beim Schwimmen im Pazifik hatte er es „locker angehen lassen und die Komfortzone gar nicht verlassen. Aber es fühlte sich gut an.“

Es folgte der Wechsel aufs Rad, mit dem er im Vorfeld technische Probleme gehabt hatte. Doch die Gangschaltung konnte noch rechtzeitig repariert werden. Haupt hatte „richtig Spaß“ auf dem Rad. Als Achter stieg er von seinem Fahrgerät und machte in der Wechselzone gleich vier Plätze gut. Beim Laufen hatte er also nur noch drei Athleten vor sich. Doch Haupt lief „zu hart an. Nach hinten raus musste ich dafür bezahlen.“ Er besiegte jedoch die Schmerzen – und die Konkurrenten. Schon nach elf, zwölf Laufkilometern auf der Marathonstrecke hatte er alle kassiert. Haupt lief dann ein einsames Rennen.

Auf der Zielgerade überwältigten ihn die Emotionen. „Ich wurde als erster Amateur richtig abgefeiert. Schulterklopfer, Applaus – das war Freude pur und ein echter Gänsehautmoment. Im Ziel „bin ich dann hochgesprungen.“ Gar nicht so leicht mit den schweren Beinen. Doch Haupt jubelte die Schmerzen einfach weg. Seine Frau Sara hatte ihn mit dem Fahrrad an der Strecke begleitet. Von ihr gab es natürlich ein Küsschen für den Sieger,

„Ich bin ganz oben. Mehr geht nicht auf der Amateurebene. Die Titelverteidigung ist schon außergewöhnlich“, ordnet Haupt seinen Erfolg ein. Ob der 37-Jährige, hauptberuflich in der Landesverwaltung tätig, jetzt noch den Schritt zum Halb-Profi macht, lässt er offen. „Um mehr zu trainieren, müssten ich die Arbeitszeit reduzieren. Ohne Geld ist das schwer hinzubekommen“, sagt Haupt, der dann auf Sponsoren angewiesen wäre.

Von Simon Lange

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