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Sportbuzzer In Hannover läuft es
Sportbuzzer In Hannover läuft es
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22:24 15.04.2012
Von Carsten Schmidt
Alle Achtung: Die Jungen von Hannover 78 vermeiden bei der Stabübergabe nur knapp eine Kollision. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Übung macht den Meister. Deshalb treffen sich die Jungen im rot-weiß gestreiften Fußballertrikot auf der Gegengerade des Erika-Fisch-Stadions im hannoverschen Sportpark. Während auf dem Rasen im Innenfeld schon die Mädchen ihre Sieger über 10x75 Meter bei der hannoverschen Stadtstaffel ermitteln, müssen die kleinen Kicker, die mit der Startnummer 30 die 6. Mannschaft des SV Eintracht bei den D-Schülern (bis neun Jahre) bilden, üben. Schließlich laufen sie am Sonnabend nicht mit dem Ball - sondern mit einem Kunststoffstab, den sie von Hand zu Hand reichen müssen.

„Stab in die rechte Hand, und links vorbeilaufen“, weisen die Betreuer die Jungen an. Vorher haben sie es geschafft, die zehn quirligen Steppkes in zwei Fünfergruppen aufzuteilen und fein säuberlich entlang einer Begrenzungslinie auf der Kunststoffbahn aufzustellen. Das allein ist schon ein Kunststück an einem Tag, an dem es auf der Mehrkampfanlage - die „technische Bezeichnung“ für das Erika-Fisch-Stadion - vor Kindern wimmelt. 1500 Jungen und Mädchen bereiten sich auf ihre Staffeln vor, und nicht alle Nachwuchsmannschaften sind dabei so zielgerichtet wie SV Eintracht 6 oder die Mädchenriege, die sich armkreisend mit ihrer Trainerin vorbereitet. Andere Übungsleiter lassen ihren Schützlingen freien Lauf: So spielen die kleinen Athleten neben der Wettkampfstätte Fangen oder zeigen auf dem roten Kunststoff mit blitzsauberem Radschlagen, dass sie auch in der Turnhalle sportlich zu Hause sind.

Eintracht 6 wetzt unterdessen unbeeindruckt von einem Punkt auf der Gegengerade zum anderen unter den genauen Blicken der Betreuer. „Aufheben, weiterlaufen“, heißt es, wenn beim Üben einmal der Staffelstab auf den Boden fällt. Großes Lamentieren brächte zu viel Zeitverlust. Ohnehin ist das Weiterreichen der glatten Röhren mit vielen Tücken verbunden, auch bei den Kindermannschaften, die schon regelmäßiges Leichtathletiktraining betreiben. Ausgerechnet dem SV Eintracht passiert in gleich zwei Mädchenendläufen das Missgeschick, dass die Wechsel richtig in die Hose gehen. Aber beide Male gibt es auch ein Happy End: Sowohl bei den D- als auch bei den B-Schülerinnen ist die läuferische Klasse so groß, dass der Sieg trotz der Übergabepatzer jeweils an den SV Eintracht geht.

Die Stadtstaffel, der „Airport-Run“ und die Maschsee-Rekordrunde lockten am Wochenende Tausende Sportler ins Freie.

Dank der Erfolge in drei weiteren Altersklassen behauptet der Verein aus der Südstadt zudem seine Spitzenposition in der begehrten Nachwuchswertung. Dieser Erfolg hat einen besonderen Wert, weil nicht nur die Klubs mit den kleinen Leichtathletik-Spezialisten antreten, sondern auch Mannschaften mit Turnern, Fuß- und Handballern oder gar kleinen Rugbyspielern. Und da es auch in diesen Sportarten auf Schnelligkeit ankommt, liegt nicht selten eine Staffel vom Hannoverschen SC, vom TSV Anderten oder der hannoverschen Musterturnschule vor den kleinen Leichtathletik-Spezialisten.

Und auch Eintracht 6 hält gut mit, auch wenn die kleinen Kicker natürlich nicht die Staffel-Meisterschaft gewinnen. In ihrem Vorlauf sprinten sie wie die Großen und liegen auch dank der kräftigen Aufmunterung der Eltern von außen („hopp, hopp, hopp“ und „auf geht’s“) zeitweise sogar in Führung. Am Ende landen sie auf dem 2. Platz ihres Rennens und in der Wertung aller 30 gemeldeten Mannschaften ihrer Altersgruppe ziemlich genau in der Mitte. Da zeigt sich, dass sich das fleißige Üben doch gelohnt hat.

Flotte Kirchdorfer am Flughafen

Am hannoverschen Flughafen purzelten die Rekorde – auf dem Boden. Bei der 5. Auflage des „Airport-Runs“ stellten sich 2407 Läufer dem Starter, damit wuchs die Teinehmerzahl gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent. Doch das blieb nicht die einzige Bestmarke. Thomas Bartholomé vom TSV Kirchdorf war im Halbmarathon über 21,1 Kilometer mit 1:09:21 Stunden so schnell wie niemand zuvor am Flughafen. „Ich wusste gar nicht, dass es fast vor der Haustür so einen schönen Lauf gibt“, sagte er nach seinem Alleingang mit mehr als fünfeinhalb Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Auch der Sieg bei den Frauen ging an den TSV Kirchdorf. Kristina Scheyhing brauchte 1:29:22 Stunden und lag ebenfalls deutlich vor der Triathletin Dorothea Michel (1:32:12) aus Hildesheim.

Renn-Wochenende in Hannover: Am hannoverschen Flughafen nahmen rund 2400 Läufer an der  5. Auflage des „Airport-Runs“ teil.

Florian Reichert setzte dann die Kirchdorfer Siegesserie fort. Im 10,2-Kilometer-Lauf bis in den Langenhagener Ortsteil Kaltenweide und zurück brachte ihm ein Antritt nach sechs Kilometern die Führung, die er sich nicht mehr nehmen ließ. 35:20 Minuten lautete die Siegeszeit. Die schnellste Frau über 10,2 Kilometer kam ausnahmsweise einmal nicht aus dem Läuferdorf am Deister, sondern aus Göttingen: Cathrin Cronjäger (38:52).

Den Sieg eines Lokalmatadors gab es im 5-Kilometer-Rennen. Jonas Schomburg, Sohn von Mitorganisator Arnd Schomburg, gewann im Alleingang in 15:44 Minuten und hängte den zweitplatzierten Niklas Heise (Hameln) um 2:11 Minuten ab. Die Wennigserin Christin Nitschke (21:49) war Schnellste der Frauen-Wertung.

mab

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