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Sportbuzzer Indians-Torwart Kondelik sagt mit Abschiedsspiel Tschüs
Sportbuzzer Indians-Torwart Kondelik sagt mit Abschiedsspiel Tschüs
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09:56 28.08.2009
Roman Kondelik mit dem Meisterpokal – ein perfekter Abschluss. Der Indians-Torwart tritt am Freitag letztmals am Pferdeturm aufs Eis. Quelle: Petrow

Gut erholt sieht er aus. Roman Kondelik stellt auf dem Parkplatz hinter dem Eisstadion am hannoverschen Pferdeturm sein Auto ab und steigt aus. „Oh, das ist hier ja alles ganz anders, die Container sind neu gestrichen“, sagt der Deutsch-Tscheche, braun gebrannt und bester Laune nach dem Urlaub in Kroatien und Norwegen.

Viele Hände musste der langjährige Torwart des EC Hannover Indians am Donnerstag rund um den Pferdeturm schütteln, wo er erstmals seit mehr als vier Monaten wieder zu Besuch ist. Am Freitagabend wird die Aufmerksamkeit noch ein ganzes Stück größer sein, wenn im Eisstadion das Abschiedsspiel für Kondelik sowie seine langjährigen Kollegen Jan Welke und Michael Dahms steigt.

Donnerstagabend hat dieses Trio noch einmal trainiert. „Ich habe seit dem Aufstiegsspiel im April meine Tasche nicht mehr geöffnet. Hoffentlich ist da noch kein Schimmel drin“, scherzt der 37-Jährige. Nach dem Sieg gegen den EC Bad Nauheim und dem damit verbundenen Zweitliga-Aufstieg beendete Kondelik seine Karriere. „Ich vermisse Eishockey schon jetzt ganz brutal. Ich wusste aber, dass dieser Zeitpunkt irgendwann kommt, daher kann ich damit leben.“

Für den EC Hannover Indians stand er zehn Jahre zwischen den Pfosten, hat in dieser Zeit viele Höhen und Tiefen miterlebt. Es gilt als sicher, dass sein Trikot mit der Nummer 11 genau wie das von Dahms am Freitagabend unter das Hallendach gezogen wird – eine aus Nordamerika bekannte Tradition, wonach verdiente Spieler geehrt und deren Rückennummern im entsprechenden Verein nie wieder vergeben werden.

„Der Aufstieg war das tollste Erlebnis hier und ein schönes Abschiedsgeschenk für die Fans.“ Jetzt ist aber endgültig Schluss. „Es wird Zeit, dass ich mir etwas Vernünftiges suche.“ Welchen Beruf er ausüben will, weiß der zweifache Familienvater noch nicht – er plant aber zweigleisig, sucht in Hannover und in der tschechischen Heimat Ceske Budejovice (Budweis), wo er mit seiner Familie lebt.

Dass er aber auch seiner Sportart erhalten bleiben kann, dafür hat Roman Kondelik vorgesorgt. In der vergangenen Woche legte er die Prüfung zum Schiedsrichter mit der EL-Lizenz ab. „Ich habe bei der Ausbildung unglaublich viel über Eishockey gelernt“, erzählt er. Und die vorgegebene Position der Schiedsrichter auf dem Eis habe ihn auch überrascht. „Darauf habe ich ja nie geachtet. Ich habe nur den Puck gefangen – oder es zumindest versucht.“ Es ist diese herzliche Art, die die Fans der Indians schätzen – Roman Kondelik war nicht zufällig Publikumsliebling.

Das gilt auch für Michael Dahms, der am Pferdeturm eher durch solide Defensivarbeit als durch spektakuläre Paraden in Erinnerung bleibt. Dahms absolviert derzeit eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann. Neben seinem Job ist er in die Organisation des Abends eingebunden – und sieht eben nicht wie Kondelik wie das blühende Leben aus. „Drei Stunden Schlaf waren in den vergangenen Wochen normal“, berichtet Dahms, der neun Jahre für die Indians aktiv war, ehe er im Sommer 2008 keinen neuen Vertrag erhielt. Der Dritte im Bunde, Jan Welke, muss wegen einer Hüftverletzung schon im Alter von 29 Jahren seine Laufbahn beenden. Er trug vier Spielzeiten das hannoversche Trikot und kämpft derzeit wie schon zu aktiven Zeiten – um einen Bewilligungsantrag zur Umschulung zum Fahrschullehrer.

Von Stephan Hartung

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