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Sportbuzzer Kick nach dem freien Fall beim Turmspringen
Sportbuzzer Kick nach dem freien Fall beim Turmspringen
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08:14 24.02.2017
Schwindelfrei und unerschrocken: Die Turmsprung-Talente Mirko, Carla, Aranzazu, Christian und Jona (von links) im hannoverschen Stadionbad. Fotos: Franson (4) Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Christian Lange steht mit dem Rücken zum Becken auf dem Sprungturm. Seine Arme sind seitlich ausgestreckt, sein Körper angespannt. Er stößt sich ab, dreht sich in der Luft und taucht dann mit den Händen zuerst ins Wasser ein. Wenig später taucht er wieder auf, schwimmt zum Beckenrand. „Dieser Adrenalinkick bei jedem neuen Sprung ist einfach toll“, sagt der 18-Jährige.

Seit fünf Jahren trainiert Lange beim SV Aegir - einer von nur zwei Vereinen in Niedersachsen, die Turmspringen anbieten. „Die Rahmenbedingungen sind einfach zu schwierig“, sagt Vereinsvorsitzender Gerd Weßling. Wenige Übungsleiter, kaum Sprungtürme, seltene Trainingsmöglichkeiten - das sind die zentralen Probleme der Randsportart. In Hannover, so Weßling, seien die Bedingungen gar nicht so schlecht, immerhin gibt es im Stadionbad Sprungtürme bis zehn Meter. Doch auch hier hat der Verein mit vielen Problemen zu kämpfen.

Zwangspause für sechs Monate

Ein halbes Jahr lang konnte nicht trainiert werden, weil das Stadionbad saniert wurde. „Im Sommer konnten wir ins Ricklinger Bad ausweichen“, sagt Weßling. Doch das sei keinesfalls ideal. Denn wenn es warm ist, sei das Bad zu voll zum Trainieren - ist das Bad leer, sei es für die Kinder zu kalt. Sie könnten nur mit Neoprenanzügen springen. Und selbst jetzt, da das Hallenbad wieder geöffnet hat, kann nicht wöchentlich trainiert werden. „Sobald hier am Wochenende ein Wettkampf ist, können wir das Becken nicht nutzen“, sagt Trainer Gennadiy Tronin, während hinter ihm die Kinder und Jugendlichen ins Wasser springen.

Der 37-Jährige reist für jede Trainingseinheit aus Göttingen an, weshalb das Springen nur am Sonnabend möglich ist. „Es wäre schon toll, wenn wir einen zusätzlichen Trainer hätten, der auch in der Woche kann“, sagt Weßling.

Körperbeherrschung gefragt

Mit genügend Trainingszeiten könnte das Niveau der Turmspringer erheblich verbessert werden. „Bei einem Mal die Woche kann man nicht von Leistungssport reden. Da müssten wir uns schon drei- oder viermal treffen und auch in einer Halle trainieren“, sagt Tronin, der selber als Sechsjähriger mit dem Turmspringen angefangen hat. Als Jugendlicher belegte der gebürtige Ukrainer sogar den vierten Platz bei der Europameisterschaft der Junioren.

Das Wichtigste beim Springen seien die Körperbeherrschung und die Fähigkeit, all seine Energie in nur ein paar Sekunden freizusetzen, sagt Tronin. „Man muss für den Sprung aus zehn Metern kräftig und durchtrainiert sein, die Technik auch im Trockenen beherrschen.“ Je nach Alter und Erfahrung dürfen die Jungen und Mädchen unter Aufsicht aus verschiedenen Höhen ins Wasser springen. „Wir fangen mit dem Startblock an und arbeiten uns immer weiter hoch“, sagt der Trainer. Schrauben und Salti kommen erst dran, wenn der Rest sitzt. Doch aus Zeitgründen könne er nicht noch zusätzliche Akrobatik- und Krafttrainingseinheiten in der Sporthalle anbieten. „Wir sind noch weit weg vom Ideal, auch wenn die Geräte wirklich toll sind“, sagt Tronin, der hofft, dass sich ein weiterer Trainer findet, damit den Nachwuchsspringern bessere und vor allem regelmäßigere Trainingsmöglichkeiten geboten werden.

Großes Interesse

Öfter springen, das wünschen sich auch seine Schützlinge. „Auch mal unter der Woche herkommen können - das wäre toll“, sagt Lange. „Ich habe früher in Halle fünfmal die Woche trainiert“, sagt die 13-jährige Julia, die mit vier Jahren ihre Liebe zum Wasserspringen entdeckt hat. Ganz so häufig müsse es für Mirko nicht auf den Sprungturm gehen, doch ab und an fände er ein zusätzliches Training auch super, sagt der 13-Jährige aus Barsinghausen. „Es ist einfach unglaublich toll, dieser freie Fall macht so Spaß“, sagt er, bevor er sich wieder hinter dem Sprungturm in die Schlange stellt. Vor ihm stehen noch 15 Jungen und Mädchen.

„Das Interesse ist wirklich groß, jetzt müssen wir die Möglichkeiten verbessern“, sagt Weßling. Denn er hat ein ambitioniertes Ziel: Irgendwann sollen die Turmspringer aus Hannover in der Lage sein, sich bei Wettkämpfen einen Namen zu machen.

Rund um das Wasserspringen beim SV Aegir

Wer Lust hat aufs Turmspringen beim SV Aegir: Trainiert wird jeweils sonnabends von 11.30 bis 12.30 Uhr im Stadionbad, Robert-Enke-Straße 5. Im Sommer weichen die Jugendlichen auch mal ins Ricklinger Bad, Kneippweg 25, aus. Außer in Hannover gibt es in Niedersachsen nur noch in Wolfsburg die Möglichkeit, Turmspringen zu trainieren.
Die Aufnahmegebühr des SV Aegir beträgt 24 Euro für Kinder und Jugendliche. Danach 24 Euro pro Kind und Quartal.
Weitere Informationen zum Verein und zu den nächsten Trainingsterminen gibt es im Internet auf svaegir09.de und bei dem Vereinsvorsitzenden Gerd Weßling direkt unter Telefon (05 11) 42 14 88.
Beim Vereinsvorsitzenden können sich auch Turmspringer melden, die sich vorstellen können, die Kinder und Jugendlichen des Vereins zu trainieren. „Wir unterstützen Interessenten natürlich bei der Ausbildung“, sagt Weßling. Das ist nicht ganz ohne, denn die entsprechenden Trainerlizenzen können bisher nur in Köln und Aachen erlangt werden.

lis

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