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Sportbuzzer Mit der Maschseerunde fing alles an
Sportbuzzer Mit der Maschseerunde fing alles an
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10:52 14.12.2012
„Man denkt die ganze Zeit, man schafft das nicht“: Anne Marike Christophers geht ihr Projekt Halbmarathon gezielt an. Quelle: Hagemann
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Hannover

Eigentlich sei Laufen ja eine Art Auftrag für sie, erzählt die 17-Jährige mit den langen, zum Zopf gebundenen blonden Haaren. „Wir müssen in der 11. Klasse eine Projektarbeit machen“, sagt die groß gewachsene Waldorfschülerin, „und ich wollte was Praktisches machen.“ Im Sportunterricht hatte sie ihre Leidenschaft fürs Laufen entdeckt, da war der Weg zum Projekt „Halbmarathon“ nicht weit. Ihre Lehrerin habe sie auf die Idee gebracht, bei der HAZ-Vorbereitungsgruppe für das Rennen am 5. Mai in Hannover mitzumachen, und so ging es bereits im November zusammen mit etlichen weitaus erfahreneren Freizeitläufern auf die Strecke.

Aber 21 Kilometer, „das ist schon ziemlich viel“, sagt Anne Marike. Sie kann sich noch gut daran erinnern, als sie das erste Mal um den Maschsee gelaufen ist. 14 war sie da. Weil die Schule so dicht am Maschsee liegt, lassen die Sportlehrer ihre Schüler gelegentlich eben auch um den See rennen. „Das war ganz schön anstrengend, und ich war ziemlich kaputt“, erinnert sie sich. „Man denkt die ganze Zeit, man schafft das nicht. Aber irgendwie bin ich dann doch durchgelaufen – auch wenn ich sehr langsam war.“

Für viele Läufer, die das erste Mal die Joggingschuhe anziehen, sind schon wenige Kilometer eine Herausforderung. Viel zu schnell geht ihnen die Puste aus. „Aber die Ausdauer kann man sehr schnell steigern“, sagt Lauftrainer Markus Pingpank. „Das Herz-Kreislauf-System lernt rasch.“ Sein Tipp für Anfänger: „Einfach nur loslaufen!“ Besonders gut eignet sich der Maschsee. „Eine Runde ist ein gutes und überschaubares Ziel, und das kann man auch schaffen“, sagt Pingpank. Tempo und Puls seien am Anfang gar nicht so wichtig. Die Hauptsache ist, man kommt rum, ob nun laufend oder auch mal im Gehen. Was danach folgt, das hat mit den eigenen Ansprüchen zu tun. „Will ich nur für die Gesundheit laufen, reichen zwei Trainingseinheiten pro Woche“, erklärt Pingpank. „Habe ich mir eine bestimmte Zeit vorgenommen, sollte man jeden zweiten Tag laufen.“

Wird das Training intensiver, merkt das aber auch der Körper. „Das Herz-Kreislauf-System gewöhnt sich zwar relativ rasch an die Belastung, Muskeln und Sehnen aber nicht im gleichem Maß“, sagt der Lauftrainer, der mehrfacher südafrikanischer Juniorenmeister auf der Langstrecke war und später zur deutschen Spitze zählte. „Wir sitzen zu viel auf dem Sofa und haben verlernt, uns zu bewegen.“ Das erfordere eine Eingewöhnungszeit.

Anne Marike hat langsam angefangen. Nach den Sommerferien begann sie mit ihrem Lauftraining: ein paar Kilometer durch die Eilenriede, dann auch mal die sechs Kilometer um den Maschsee. „Am Anfang hatte ich am nächsten Tag Muskelkater“, sagt sie. Trotzdem machte sie weiter und alles richtig. Wenn die körperlichen Grundlagen gegeben sind, kann man auch das Training steigern. Einfach zweimal die Woche laufen oder eine zweite Maschseerunde dranhängen, empfiehlt Pingpank.

Anne Marike joggt inzwischen dreimal in der Woche. Von Pingpank hat sie, wie alle anderen 100 Sportler der HAZ-Vorbereitungsgruppe für den Hannover-Marathon, einen individuellen Trainingsplan erhalten, den sie noch ein bisschen modifiziert hat. „Manchmal habe ich so lange Unterricht, und im Dunkeln laufe ich nicht gern“, sagt die 17-Jährige, die auch reitet und Tennis spielt. Mittwochs läuft sie 30 bis 40 Minuten, freitags macht sie einen langsamen Dauerlauf oder fährt zum Ausgleich Fahrrad, und sonntags steht Intervalltraining auf dem Programm. „Der Wechsel zwischen schnell und langsam ist ziemlich anstrengend“, sagt sie. Irgendwann ist die Puste weg.“ Auch bei längeren Läufen gibt es bei ihr hin und wieder einen Punkt, „an dem ich mich überwinden muss“, sagt sie. „Aber ich motiviere mich dann selbst, denn wenn ich stehen bleiben würde, wäre mein Ärger groß.“

An besagter Weggabelung hat Anne Marike schließlich nicht lange überlegt: „Das schaffe ich noch, habe ich mir gesagt“, erzählt sie. Sie ist nach rechts abgebogen zur Maschseerunde – und ihren ersten 14 Kilometern.

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