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Sportbuzzer Tischtennis-Star Boll punktet in Hannover auch ohne Ball
Sportbuzzer Tischtennis-Star Boll punktet in Hannover auch ohne Ball
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21:21 13.06.2010
Europameister Timo Boll (rechts) hatte in der AWD-Hall in Hannover an der Tischtennisplatte reichlich Arbeit. Quelle: Florian Petrow
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Hallensprecher Christian Stoll versuchte wirklich alles. Auf eine halbe Stunde war die Zeit zwischen dem Halbfinale und dem Finale beim Tischtennis-Supercup in der AWD-Hall für Autogrammwünsche der Zuschauer festgelegt worden. Anderenfalls drohte der enge Zeitplan mit der anschließenden Live-Übertragung des Fußball-WM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft zu scheitern. Also rief Stoll die Zuschauer immer wieder dazu auf, doch bitte den Innenraum wieder zu verlassen und sich auf die Plätze zu begeben. Die Masse aber leistete eine ganze Weile stillen Widerstand, jeder wollte unbedingt noch eine Unterschrift von Timo Boll, Christian Süß, Chen Weixing, Jan-Ove Waldner, Dimitrij Ovtcharov, Ruwen Filus, Lars Hielscher und Peter Franz. Es ging dann irgendwann doch noch mit Sport weiter, und nach dem Finale war der rote Tischtennisbelag sogar rechtzeitig zur Fußballübertragung wieder zusammengerollt.

Etwa 1100 Zuschauer kamen am Sonntag in die AWD-Hall und staunten über die Fähigkeiten der acht Spieler im Umgang mit dem weißen Zelluloidball. Allen voran Deutschlands derzeit beste Tischtennisspieler Timo Boll und Christian Süß, die im Finale aufeinandertrafen, zeigten beim Einladungsturnier eine sportlich hochklassige, aber auch dem Rahmen entsprechend unterhaltsame Schau. Sieger des Turniers wurde Süß, aber das war bei dieser Veranstaltung zweitrangig.

Vor allem für Daniel Suchanek zählte vielmehr der Werbeeffekt. Er hat eine Art Werbetour ins Leben gerufen, auf der einige von Europas bekanntesten Spieler in zehn deutschen Städten antreten. Darunter in Hannover. Tischtennis gehört im Breitensport zu den beliebtesten Disziplinen, in der öffentlichen Wahrnehmung und vor allem bei der finanziell so wichtigen Fernsehpräsenz hinkt man jedoch anderen Sportarten weit hinterher.

Auch deshalb wurde die Autogrammstunde ganz bewusst mit ins Programm aufgenommen. Den Zuschauern sollte Nähe zu den Stars der Branche geboten werden. Nähe, die im Ligaalltag unmöglich ist, die aber auf junge Interessierte oft viel intensiver wirkt als jedes übertragene Topspiel im Fernsehen. „Es war der Hammer, den Spielern mal so direkt gegenüber gestanden zu haben“, sagte Christoph Lenz aus Wunstorf, sein Kumpel Martin Bieber war ebenfalls begeistert und freute sich ganz besonders über die Unterschrift von – na klar, Timo Boll.

Der Europameister stand natürlich bei den meisten Fans ganz hoch im Kurs, entsprechend lange musste man auf seine Unterschrift warten. Für den neunjährigen Felix und seine Brüder Tammo und Nikolas war das egal. Sie warteten geduldig mit dem Baseballcap in der Hand auf ihren großen Moment. Anschließend waren sie fast sprachlos und zeigten stolz auf ihre signierten Mützen. „Das war wirklich ein spannendes Gefühl“, sagte Nikolas.

Doch nicht nur Boll lockte die Massen in die Halle, auch der österreichische Abwehrspezialist Chen hatte viele Anhänger. Eine Jugendgruppe aus Hannover war vor allem wegen des gebürtigen Chinesen zur Veranstaltung gekommen. „Chen ist einfach der Wahnsinn“, sagte einer. Boll zu sehen sei zwar auch nicht schlecht gewesen, aber Chen war für sie die größere Attraktion an diesem Tag. Und sie blieben konsequent: Ein Autogramm von Chen holten sie sich, von Boll übrigens nicht.

Patrick Hoffmann

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