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Sportbuzzer TuS Empelde trainiert wie die Profis
Sportbuzzer TuS Empelde trainiert wie die Profis
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19:00 27.03.2018
Vanessa Wiegand macht vor, wie eine Übung mit dem Fitlight-Trainingssystem auszusehen hat. Quelle: Zehrfeld
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Empelde

Es ist ein eher unscheinbarer Koffer, den Markus Waldeck, Coach beim TuS Empelde, in die Halle stellt. Der Inhalt hat es jedoch in sich. Mit acht funkgesteuerten LED-Lampen sowie einem Tablet macht der Übungsleiter seinen Schützlingen nicht nur Beine. „Ich habe das Fitlight-Trainingssystem auf einem Lehrgang kennengelernt und war sofort davon überzeugt“, sagt ­Waldeck, der das vom ehemaligen Flensburger Bundesliga-Coach Erik Rasmussen entwickelte Gerät seit einigen Wochen an den Übungsabenden einsetzt.

„Es geht nicht nur um das reine Fitnessprogramm. Wir trainieren nun gezielt damit verbunden Hand-Auge-Koordination, Reaktion, Entscheidungsfindung und Wahrnehmung“, sagt der Trainer. Individuelle Übungen seien für seine Spielerinnen mit der neuen Methodik gezielter möglich. Das fängt mit einer einfachen Aufgabe an, bei welcher der Handballer nach dem Zufallsprinzip aufleuchtende Lampen mit einer Wischbewegung ausschaltet, zurück in die Grundstellung geht und auf das nächste Lämpchen wartet. Der Trainer erhält direkt am Ende der Übungseinheit eine Statistik, aus der er sehen kann, wie schnell die Aufgabe gelöst wurde, und zieht daraus Rückschlüsse auf die Reaktionsschnelligkeit. Im nächsten Durchgang ist eine veränderte Geschwindigkeitsforderung einstellbar.

Von Airbodys umzingelt

Aber auch kompliziertere Abläufe sind programmierbar, wie sie Vanessa Wiegand und Torhüterin Sina Wunder zusammen mit einigen aufgeblasenen Airbodys vorführen. Umzingelt von drei „Plastikkameraden“, die jeweils eine sensorgesteuerte Lampe tragen, startet Wiegand ihre Herausforderung. Links oder rechts, wo leuchtet es nun? Blinkt es links, wischt Wiegand mit einer schnellen Bewegung über den Sensor das Licht aus, läuft blitzschnell in die Gegenrichtung, um den nächsten künstlichen Gegenspieler herum, fängt dabei den vom Trainer zugespielten Ball und wirft auf das von Wunder gehütete Tor. Aber nicht nach Lust und Laune: Auch am Gehäuse zeigt eine Lampe an, ob der Ball oben links oder unten rechts einschlagen soll.

Nach zehn rasch aufeinanderfolgenden Durchgängen ist bei Wiegand bereits ein Schnaufen zu vernehmen. Wunder musste sich zehnmal auf Würfe konzentrieren, die unterschiedlich platziert wurden. „Das Training wird so abwechslungsreicher, wir haben alle mehr Spaß an den Übungen“, loben die Empelderinnen.

Für viele Spielsituationen beim Handball, aber auch in anderen Sportarten sind Übungen mit dem System möglich. „Ich habe es bereits mehrfach erlebt, dass meine Spielerinnen konditionell durchaus noch zulegen konnten, aber die Konzentration durch die Vielfalt der Anforderungen besonders gefordert war“, sagt Waldeck. „Es trat dann eher eine geistige Erschöpfung ein. So ist es in engen Spielen ja auch: Man muss die richtige Entscheidung treffen“, sagt der Coach. Er hofft, dass sich durch den neuen „Sparringspartner“ der Blick seiner Akteurinnen für das Spielgeschehen schärft – einen Trainer mit Lizenz kann das System selbstredend nicht ersetzen.

Ganz billig ist der Spaß nicht, inklusive Zoll kostet der aus Kanada bezogene Import mehr als 4000 Euro. Das System wurde vom Handballjugendförderkreis der Lila-Weißen zur modernen Weiterentwicklung der Empelder Jugendteams finanziert. „Ich gehe davon aus, dass wir zurzeit in Niedersachsen, vielleicht sogar in ganz Norddeutschland der einzige Nachwuchsbereich sind, der das System im Einsatz hat. Ansonsten nutzt es der Deutsche Handballbund. Wir trainieren quasi wie die Großen“, betont Waldeck.

Von Jörg Zehrfeld

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